☰ Menu eFinancialCareers

Die heißesten Jobprofile im Herbst

autumn

Der Herbst naht und die Temperaturen fallen. Dennoch geht es auf dem Arbeitsmarkt für Finanzprofis vergleichsweise heiß zu. Wir haben einschlägige deutsche Headhunter aus den Bereichen Banking, Consulting und Finance nach den derzeit heißtesten Jobprofilen in Deutschland gefragt.

Im Investment Banking haben vor allem Junior-Profile Chancen

„In den Bereichen M&A, Equity Capital Markets und Leveraged Finance werden Profile mit zwei bis fünf Jahren Berufserfahrung sehr gesucht“, berichtet die auf Investment Banking spezialisierte Headhunterin Sabrina Tamm von Financial Talents in Frankfurt. Der Kandidaten-Markt sei wie leergefegt. „In der vergangenen Woche musste ich sogar zwei Suchaufträge ablehnen, weil ich einfach keine Chance sah, die passenden Kandidaten zu finden.“

Jüngere Kandidaten mit Erfahrung in M&A hätten auch gute Chancen bei Großunternehmen unterzukommen. Schwieriger sähe es hingegen bei erfahreneren Bewerbern aus. „Auf dem Niveau von Vice Presidents tut sich etwas. Bei Kandidaten mit mehr als acht Jahren Berufserfahrung gibt es allerdings deutlich mehr Konkurrenz“, ergänzt Tamm.

In Private Equity suchen vor allem die neuen Player

„Im Bereich Private Equity registrieren wir eine steigende Nachfrage“, sagt Headhunter Andreas Christl von Talentspy in München. „Das betrifft nicht nur die Transaktionen, sondern auch die Operations-Seite.“ Bei letzteren handle es sich um Spezialisten, die mit den Portfolio-Unternehmen arbeiten.

Laut Headhunter Dirk Albütz von Fibance in Frankfurt würden sich die etablierten Private Equity-Häuser in Deutschland bei Einstellungen zurückhalten und tendenziell konsolidieren. Allerdings würden neue ausländische Investoren – z.B. aus der Schweiz und Frankreich – auf den deutschen Markt drängen und hätten daher naturgemäß Personalbedarf. „Das gilt vor allem für den Small und Mid Cap-Bereich“, sagt Albütz.

Im Consulting sind Rückkehrer besonders gefragt

Die Consulting-Branche rund um die Finanzdienstleistungen sucht seit langem händeringend nach Personal. „Das Consulting-Geschäft läuft sehr gut. Besonders gefragt sind Kandidaten mit fünf bis zehn Jahren Berufserfahrung“, erzählt Christl von Talentspy. „Interessant sind vor allem Leute, die in der Beratung und bei den Finanzdienstleistungen gearbeitet haben.“

Anders als in der Vergangenheit würden viele Berater nach einigen Jahren bei Finanzdienstleistern wieder zurück in die Consulting-Branche wechseln. Früher handelte es sich eher um eine Einbahnstraße, die nach einem Einstieg im Consulting in die „Industrie“ führte. „Die Aufstiegschancen in der Industrie sind auch nicht mehr so groß wie es einmal war“, kommentiert Christl. Darüber hinaus seien dort die Aufgaben weniger abwechslungsreich oder im schlimmsten Fall sogar monoton. Umgekehrt verlangen die Kunden der Beratungen immer öfter, dass die Consultants Erfahrung in ihrer Branche mitbringen. „Daher bemerken wir eine steigende Zahl von Rückkehrern.“

„Kleiner Frühling“ im Asset Management

„Im Moment gibt es sogar wieder Chancen für Portfolio Manager“, berichtet Roland Lochte von Kimberlite Consulting in Frankfurt. Dies betreffe sowohl Aktien als auch Renten. „Da bemerkt man einen kleinen Frühling im Herbst.“

„Im Vertrieb ist viel in Bewegung. Die Nachfrage nach Sales-Funktionen im Asset Management befindet sich auf konstant hohem Niveau“, beteuert Headhunter Carsten Kröhl von Heads! in Frankfurt. Neben Institutional Sales würden auch immer mehr Experten für Wholesales gesucht. „Das war vor zwei Jahren fast tot“, erinnert sich Kröhl. Auch große ausländische Player planten den Markteintritt in Deutschland, was die Nachfrage zusätzlich belebe.

Zauberwort SEPA

Noch immer haben die Banken und Unternehmen mit der Einführung des „Einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums“, kurz SEPA, zu kämpfen. „Wir stellen fest, dass Experten rund um das Thema Zahlungsverkehr sehr gefragt sind“, berichtet Headhunter Raphael Rosenfeld von Argos Advisors in München. Die Banken hätten sich allerdings längst mit dem erforderlichen Personal eingedeckt.

Anders sähe es in den übrigen Branchen aus. „Die Unternehmen haben ganz neue Chancen, ihr Cash Pooling und ihr Treasury neu aufzustellen“, erläutert Rosenfeld. Daher herrsche im Markt eine starke Nachfrage nach entsprechenden Profilen. „Besonders gefragt ist die Schnittmenge zwischen IT und Zahlungsverkehr“, ergänzt Rosenfeld. Üblicherweise würden die Kandidaten Berufserfahrung aus Transaction Banking, Treasury oder anderen Formen des Zahlungsverkehrs sowie der IT mitbringen.

Der IT-Boom erfasst auch immer mehr Marketing-Themen

„Die Nachfrage im Technologiebereich hat eine noch größere Breite gewonnen. Da wird extrem rekrutiert“, erzählt Headhunter Till Rodheudt von Robert Walters in Düsseldorf. Neben den klassischen Themen wie Entwicklung oder Security kommt Suchmaschinen-Optimierung und Marketing-Themen eine wachsende Bedeutung zu. „Da zeigt sich die mobile Revolution“, ergänzt Rodheudt. Diese erfasse diverse Branchen und damit auch die Finanzdienstleistungen. Dafür würden immer mehr Leute mit guter Sprachkompetenz benötigt. Derartige Experten für das digitale Marketing seien heute mehr als bloße Vertriebsunterstützung und würden gut bezahlt.

Sales-Personal bei Datenanbietern wird immer gesucht

„Bei Echtzeitdatenanbietern und Ratingagenturen werden Sales-Profis gesucht“, sagt Headhunterin Stefanie Storck von Capital Talent in Frankfurt. „Die Nachfrage befindet sich auf einem konstant hohen Niveau.“ Da die Profile bei den unterschiedlichen Unternehmen und auch die Kunden ähnlich seien, registriert Storck auch eine hohe Wechselbereitschaft. Der Versuch so mancher Bank sich die hohen Kosten für Bloomberg Terminals zu sparen, beeinträchtige die Personalnachfrage kaum. „Ich habe schon bei Kandidaten erlebt, die sehr skeptisch waren, wenn die Bank keine Bloomberg Terminals verwendet. Dann denken die Kandidaten: ‚Was haben die dann noch alles nicht‘“, berichtet Storck. Viele Finanzprofis würden überdies großen Wert auf den Zugang von Bloomberg-Chats legen.

Boom im Risikomanagement geht weiter

„Bei Banken gibt es schon seit längerem eine Rückbesinnung auf das klassische Kreditgeschäft“, beobachtet Lochte von Kimberlite. Daher registriert der Headhunter eine beständige Nachfrage nach Kreditrisiko-Managern. Obgleich die Handelsvolumen an den Märkten immer noch eher gering ausfallen, hätten derzeit auch Experten für Quantitative Risk und Market Risk Chancen. „Die Nachfrage nach Quants steigt normalerweise, wenn der Handel besser läuft“, erläutert Lochte. Dennoch wachse die Nachfrage nach Mathematikern und Physikern, die Risikomodelle berechnen können.

Ähnliche Artikel:

Die heißesten Jobprofile im Schweizer Sommer

CFA, MBA, ACA, ACCA oder CIMA: Welche Qualifikation sich wirklich auszahlt

Das ultimative Ranking: Welche deutsche Bank am besten zahlt

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier