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Was die Credit Suisse zum Finanzplatz Schweiz zu sagen hat

Der Zürcher Paradeplatz - das Herz der Schweizer Finanzwirtschaft.

Der Zürcher Paradeplatz - das Herz der Schweizer Finanzwirtschaft.

Nach zwei Jahren haben die Analysten der Credit Suisse wieder einen Zustandsbericht zum Finanzplatz Schweiz vorgelegt. Wir haben das Konvolut gesichtet und die wichtigsten Punkte zusammenfasst.

Wettbewerbsfähigkeit zumindest zweitklassig

Die Analysten haben acht führende Finanzplätze der Welt hinsichtlich ihrer Erfolgsfaktoren analysiert, wozu u.a. Lebensqualität, die Verfügbarkeit von Fachkräften, Rechtssicherheit und Transaktionstechnologien zählen. „Basierend auf unserem Ansatz liegt die Schweiz deutlich hinter New York, Singapur und London, weitgehend gleichauf mit den zwei wichtigen Zentren Luxemburg und Hongkong sowie deutlich vor Paris und Frankfurt“, heißt es in der Studie.

Punkten konnte die Schweiz wie nicht anders zu erwarten in Lebensqualität, Rechtsicherheit und „Status als sicherer Hafen“.  Verschlechtert hat sich die Schweiz im Vergleich zur Vorgängerstudie von 2012 allein bei den Faktoren politisches Umfeld und Zugang hochqualifizierter Arbeitskräfte, worin sich die sogenannte „Masseneinwanderungsinitiative“ der SVP niederschlägt.

Marktzugang Schweizer Banken zum EU-Markt verschlechtert sich

Nachdem die Zeiten des Schwarzgeldes vorbei sind, kommt dem Marktzugang zu den Nachbarländern eine wachsende Bedeutung zu. Doch gerade hierin sieht die Credit Suisse noch massiven Handlungsbedarf. Während mit Deutschland eine bilaterale Einigung über den Marktzugang zustande gekommen ist, steht er mit anderen wichtigen Ländern wie Frankreich und Italien aus.

„Gleichzeitig ist festzustellen, dass die EU vermehrt sogenannte Drittstaatenregeln erlässt, welche den Marktzugang von einer gleichwertigen Regulierung und Aufsicht im Heitmatstaat eines Finanzdienstleisters aus einem Drittstaat abhängig macht“, schreiben die Analysten. Mithin muss die Schweiz EU-Regeln nachvollziehen. Die Credit Suisse wertet dies als „protektionistische Verhaltensweisen“.

Exzessives Wachstum der Regulierung

Interessant sind die Zahlen, die die Analysten der Credit Suisse zur internationalen Regulierung zusammengestellt haben: Während Basel I gerade einmal 30 Seiten umfasste, waren es bei Basel II bereits 347 Seiten und bei Basel III werden es 616 Seiten sein.

Auch die USA legen zu: „Der amerikanische Dodd-Frank Act von 2010 ist mit 848 Seiten 20mal umfangreicher als der Glass Steagall Act von 1933. Inklusive Ausführungsbestimmungen ist die US-Regulierung sogar 30.000 Seiten dick“, heißt es in der Studie. Die EU-Regulierung kommt summa summarum sogar auf 60.000 Seiten. Da dürfte den Compliance-Spezialisten der Lektürestoff so schnell  nicht ausgehen.

Personenfreizügigkeit unerlässlich für die Zukunft des Finanzplatzes

Im höflichen Ton, aber in der Sache bestimmt erteilen die Credit Suisse-Analysten der „Masseneinwanderungsinitiative“ eine  Abfuhr: „Die Zukunft der Personenfreizügigkeit mit der EU ist ungewiss. Gerade für das weitere Gedeihen des Finanzplatzes Schweiz ist der Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften auch aus dem Ausland von zentraler Bedeutung.“

Seit der Finanzkrise steigt die kritische Mindestgröße im Wealth Management

„Die notwendige kritische Größe im Private Banking ist in den letzten Jahren weiter gestiegen“, resümieren die Analysten. Die großen Banken konnten mit dem Kostenwachstum gut umgehen und ihre Aufwands-Ertrags-Quote zwischen 2007 und 2013 von 77 auf 71 Prozent steigern. Dagegen verharrten die kleineren Anbieter bei 82 Prozent. „Das dürfte auch bei Schweizerischen Instituten den Trend zur Konzentration verstärken.“

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