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Die heißesten Jobprofile im Schweizer Sommer

Foto: Getty Images

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Die Temperaturen steigen und in der kommenden Woche beginnen endlich auch in Zürich die Sommerferien. Dennoch kann von einem Sommerloch auf dem Schweizer Arbeitsmarkt für Finanzprofis keine Rede sein. Vielmehr berichten die meisten Headhunter von einer anziehenden Nachfrage auf dem Recruitmentmarkt. Selbst der eher vorsichtige Headhunter Stefan Bächer zeigt sich verhalten optimistisch „Sobald der große Hemmer, die hoffentlcih bezahlbaren Bußen, durch sind, wird wieder eine gewisse Normalität und Zuversicht einkehren.“  Allerdings erwarten die Arbeitgeber immer noch, dass die Kandidaten zu fast 100 Prozent zum Anforderungsprofil passen. „Niemand ist bereit, Kompromisse einzugehen”, ergänzt Bächer. Wir haben einschlägige Headhunter in Zürich und Genf gefragt, welches die heißesten Profile des Sommers sind. Hier ihre Antworten:

Investment Advisors mit Sprachkenntnissen

Im Front Office seien vor allem Investment Advisor gesucht, die gute Kenntnisse in einer Anlageklasse und den dazugehörigen Produkten mitbringen, beobachtet Senior Beraterin Céline Corletti von der Recruitmentfirma Michael Page in Genf. „In der Vergangenheit haben die Banken Fachkenntnisse ausgelagert und Operations intern abgewickelt – heute geht der Trend in die entgegengesetzte Richtung“, meint Corletti. Die Finanzdienstleister wollten sich auf diese Weise einen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Konkurrenten verschaffen. „Besonders gesucht sind Fachkräfte, die Arabisch, Russisch, Spanisch oder Portugiesisch sprechen“, sagt die Expertin. „In der Vergangenheit haben wenige Leute an einem Middle East Private Banking-Desk Arabisch gesprochen.“ Im Vergleich zu den harten Fachkenntnissen würde die Bedeutung der Soft-skills abnehmen. „Eine Ausnahme stellt die Anpassungsfähigkeit dar. Die Arbeitgeber wollen, dass die Leute flexibel mit Veränderungen umgehen.“

Im Private Banking geht immer etwas – allerdings nur mit Assets

Client Relationship Manager, die Assets mitbringen können, werden in der Schweiz immer gesucht, sagt Headhunter Nabil Malek von Norman Alex in Monaco. „Alle anderen Positionen sind weniger gefragt“, stellt Malek fest, der früher selbst viele Jahre im Wealth Managemet von Merrill Lynch und der Union Bancaire Privée gearbeitet hat. Das sei allerdings leichter gesagt als getan. Daher enthielten die Arbeitsverträge Klauseln, dass die Kundenbetreuer bestimmte Assets mitbringen müssen. „Die Gehälter für diese Leute sind ja auch nicht gering.“ Besonders gesucht seien Private Banker mit Kontakten im Mittleren Osten, Osteuropa, Lateinamerika und Afrika. „In Europa geht hingegen so gut wie nichts“, beobachtet Malek. Die Kunden aus Deutschland z.B. würden einfach ihr Geld seltener in der Schweiz anlegen.

Breiter Aufschwung im Leverage Finance-Geschäft

Der auf Transaction Banking spezialisierte Headhunter Chris Lawson von Selby Jennings in Zürich beobachtet eine wachsende Nachfrage im Projektfinanzierungsgeschäft. „Die Projektfinanzierung in der gesamten DACH-Region strotzt nur so von Aktivität. Debt und Private Equity Fonds, Landesbanken und große Investmentbanken suchen nach sehr erfahrenen Kräften. Wer also mehr als acht Jahre Berufserfahrung mitbringt, für den ist der Zeitpunkt gekommen, sich auf dem Markt umzuschauen.“ Um von dem Aufschwung zu profitieren, suchen auch einige große europäische Banken nach Senior Analysts bzw. Associates, die erste Erfahrungen im Hochzinsgeschäft oder Leveraged-buy-out gesammelt haben, erläutert Lawson.

Der unendliche Trend im regulatorischen Umfeld

Laut Corletti haben etwa 60 Prozent der Suchaufträge von Michael Page derzeit irgendeine Verbindung zu regulatorischen Fragen. So würden Experten für Compliance, Legal, Risikomanagement und Steuern gesucht. Die Rechnungslegungsqualifikation ACA sei u.a. heiß begehrt. „Aber auch hier herrscht mehr und mehr Bedarf an Experten mit Sprachkenntnissen wie z.B. Spanisch oder Portugiesisch“, ergänzt Corletti. „Nur ein Experte zu sein, genügt nicht.“ „Kenntnisse in Fatca sind derzeit besonders gefragt“, bestätigt auch Headhunterin Sally Trigues von Finders in Genf. Generell herrsche vor allem ein Mangel von Fachkräften aus der mittleren Hierarchieebene in den Bereichen Compliance, Risk Reporting oder Controlling. „Die sind besonders schwierig zu finden“, ergänzt Trigues. „Allerdings stellt Erfahrung im Schweizer regulatorischen Umfeld ein Muss da“, betont Trigues. „Kandidaten aus Zürich haben in Genf ebenfalls gute Chancen, wenn sie denn Französischen sprechen. Wir erhalten auch immer mehr Lebensläufe aus Zürich.“

Der IT in Finance-Arbeitsmarkt boomt

„Es geht dem Markt in den letzten zwölf Monaten sehr gut“, sagt der auf IT in Finance spezialisierte Headhunter Mark Dowsett von Stamford Consultants in Zürich. Heiß begehrt seien Business Analysten und Projektmanager im Compliance-Umfeld. Dabei spiele das Thema „Cost of Compliance“ eine wachsende Rolle. „Die Banken geben das Geld ja nicht aus, weil sie wollen, sondern weil sie müssen“, erläutert Dowsett. „Die Kandidaten müssen aber sehr genau nachweisen, dass sie bereits Erfahrungen mit derartigen Projekten gesammelt haben.“ Im Compliance-Umfeld werde auch noch sehr viel in der Schweiz erledigt, schon aus Datenschutzgründen oder ähnlichen Restriktionen. Die Banken können eigentlich nur die Probleme im eigenen Haus angehen, Projektteile outsourcen oder das Ganze von einem externen Anbieter erledigen lassen. Laut Dowsett wechselt so mancher IT-Profi seinen Arbeitgeber, ohne physisch auch nur seinen Arbeitsplatz zu verlassen. Durch die Auslagerung würde die Mitarbeiterzahl optisch sinken und die Kosten vom Personal- in den Sachaufwand verschoben.

Schweizer Banken haben großen Nachholbedarf im Online-Marketing

„Was Websites und Online-Marketing betrifft, hinkt die Schweiz weit hinter anderen europäischen Ländern zurück“, berichtet Alice Corp, Head of Sales and Marketing bei Selby Jennings in Zürich. „In den vergangenen sechs Monaten habe ich einen deutliches Wachstum bei Firmen gesehen, die nach erfahrenen Marketing Communication-Spezialisten suchen, die ein Training oder Berufserfahrung im Digitalmarketing mitbringen“, ergänzt Corp. Die Finanzdienstleister würden sich zunehmend von Printmarketing verabschieden. „Es sieht danach aus, dass die Unternehmen sich bemühen ihre Online-Angebote auszubauen. Daher nimmt die Zahl der Jobs mit einem Schwerpunkt auf Suchmaschinenoptimierung, Online-Kampagnen und sozialen Medien zu.“

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