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Rosige Zeiten fürs Private Banking: Die Reichen haben die Krise überwunden

Da sich die Vergütungen von Private Bankern an der Höhe der verwalteten Vermögen orientieren, wurde die Branche von Einbruch der Finanzmärkte dort getroffen, wo es am schmerzhaftesten ist – im Portemonnaie. Doch das Beratungsunternehmen Capgemini und die US-Bank Merrill Lynch geben jetzt Entwarnung.

So stieg die Zahl der sogenannten “high net worth individuals” (HNWI) mit einem Anlagevermögen von mehr als 1 Mio. US-Dollar weltweit wieder auf über 10 Mio. Personen an. Insgesamt nennt diese Gruppe ein Vermögen von 39 Billionen US-Dollar ihr Eigen, womit die Vorkrisenwerte fast schon wieder erreicht sind.

“Die letzten Jahre waren für wohlhabende Anleger von entscheidender Bedeutung. Während das Vermögen der HNWIs 2008 in einem bisher nicht dagewesenen Ausmaß einbrach, sehen wir bereits ein Jahr später deutliche Anzeichen einer Erholung und in einigen Regionen bei Vermögen und Wachstum eine vollständige Rückkehr auf das Niveau von 2007”, sagt Patrick Ramsey von Merrill Lynch Schweiz.

Die meisten Millionäre leben in USA, Japan und Deutschland

Die meisten der Vermögenden leben immer noch in den angestammten Industrieländern. So wohnen 53,5 Prozent allein in den USA, Japan und Deutschland. In Deutschland leben der Studie zufolge 861.000 Dollar-Millionäre, was ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 6,4 Prozent bedeutet.

Damit scheinen die Deutschen eher defensiv investiert zu sein. Denn der der Zuwachst fiel in den übrigen elf Ländern mit den meisten Millionären durchweg deutlich höher aus als in Deutschland.

Besonders schnell wuchs die Zahl der Reichen im asiatisch-pazifischen Raum sowie in den Schwellenländern. So nahmen in 2009 die Millionäre in Australien um 34,4 Prozent auf 174.000 und in China um 31 Prozent auf 477.000 zu. Selbst in der Schweiz fiel das Wachstum mit 19,7 Prozent auf 222.000 und in den USA mit 16,5 Prozent auf 2,866 Mio. deutlich höher aus als in Deutschland.

Mehr Aktien, weniger Cash

“Die HNWI-Anleger bevorzugten vorhersehbare Erträge und Cashflow, was mit dem Anstieg der HNWI-Investitionen in festverzinsliche Instrumente von 29 auf 31 Prozent deutlich wird. Auch der Aktienbestand nahm mit der Erholung an den weltweiten Aktienmärkten von 25 auf 29 Prozent zu. Der Cash-Bestand ging leicht zurück”, heißt es von Capgemini.

Infolge der Krise sind die Vermögenden bei ihrer Anlageentscheidung vorsichtiger geworden. “Diese Erkenntnisse über die Portfolio-Strukturierung geben Aufschluss darüber, dass das Vertrauen der HNWIs trotz der Anzeichen von Erholung und Wachstum durch die Finanzkrise erschüttert worden ist und sie in Bezug auf Anlagen und Risikoübernahme einen ausgewogenen Ansatz verfolgen, indem eher auf zuverlässige und konstante Erträge gesetzt wird”, ergänzt Ramsey von Merrill Lynch.

Kommentare (1)

Comments
  1. Von einem Anziehen des Geschäftes im Private Banking habe ich leider noch nicht viel gemerkt. Durch die Aufhellung der Märkte sind zwar die Vermögen wieder gewachsen, doch Neuakquise von Kunden fällt immer noch sehr schwer. Außerdem sind die Kunden sehr kritisch und vorsichtig Wie seht Ihr die Entwicklung???

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