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Lockruf der Wall Street: Wie Sie ohne einschlägige Berufserfahrung einen Job in New York finden

Foto: Getty Images

Viele Wall Street-Unternehmen prahlen mit ihren Programmen zur Einstellung von US-Veteranen. Sie führen dies als Beleg dafür an, dass auch Leute ohne einen Finance-Hintergrund eine Chance hätten. Doch die Wahrheit lautet: Es ist schwieriger denn je, als „Outsider“ eine Stelle zu finden.

„Ehrlich gesagt, sehen wir kaum Personen, die keine Branchenerfahrung mitbringen“, sagt Headhunter Revi Goldwasser von Wall Street Personnel. „Wenn überhaupt, dann ist es genau das Gegenteil: Sie nutzen ihre Investment-Erfahrung und setzen diese Kompetenz außerhalb der Finanzdienstleistungen ein – besonders während einer Durststrecke, wie wir sie in den vergangenen fünf Jahren gesehen haben.“

Dies stellt auch keine wirkliche Überraschung dar, wenn man bedenkt, dass die Kündigungswellen der zurückliegenden Jahre dazu geführt haben, dass sich Wall Street-Unternehmen an einem enormen Pool an Talenten mit relevanter Berufserfahrung bedienen können. Dennoch gibt es immer noch Wege, sich einen Job mit wenig oder keiner Branchenerfahrung zu sichern. Hier einige Tipps, wie Sie einen Fuß in die Tür bekommen:

1. Sie haben Erfahrung im Geldeinsammeln

Die Mehrheit der Finanzberater wird aufgrund ihrer Beziehungen zu reichen Freunden und Verwandten eingestellt. Daher ist einschlägige Berufserfahrung in den Finanzdienstleistungen nicht immer erforderlich. Die Sales-Jobs in Investmentbanking und Wealth Management gehen oft an einen hartnäckigen, unternehmerisch denkenden Menschenschlag. Leute die bewiesen haben, dass sie Geld verdienen können. Laut Headhunter Steven Fleming von Wall Street Options stellen die Fundraiser der renommierten Universitäten, die Millionen einwerben konnten, oder Verkäufer von Luxusjachten nur zwei Beispiele für Personen dar, die gute Chancen haben. Dies läge hauptsächlich an ihren Kontakten zu reichen Leuten.

2. Sie sind MINT-Student, der von den großen Technologieunternehmen umworben wird

Investmentbanken beschäftigen Legionen an technischen Mitarbeitern. So arbeiten z.B. 25 Prozent der Mitarbeiter von Goldman Sachs, 10.000 der Credit Suisse und 30.000 bei Morgan Stanley in der IT. Dabei konkurrieren die Banken mit den großen Technologiekonzernen wie Google, Microsoft und Amazon. Um konkurrenzfähig zu bleiben, überarbeiten sie ständig ihre Einstellungsprogramme. Neuerdings sind Büroräume im Stil von Google angesagt.

Von daher ist es kaum verwunderlich, dass laut Goldman Sachs Absolventen der Mint-Fächer (Mathe, Ingenieurswesen, Naturwissenschaften und Technologie) attraktiv sind oder aber Leute, die zuvor bei einem der großen Technologieunternehmen gearbeitet haben.

3. Sie sind Leistungssportler

Nach den Olympischen Spielen haben die Investmentbanken in London verstärkt Olympia-Teilnehmer angeheuert – darunter auch Goldman Sachs, die die britische Hockeyspielerin Annie Panter für ihr Wertpapiergeschäft eingestellt hat. Dabei handelt es sich nur um die Spitze des Eisbergs. Leistungssportler mit geringer oder keiner einschlägigen Berufserfahrung scheinen also bei Investmentbanken begehrt zu sein. Denn sie sind kämpferisch, arbeiten gut unter Druck und geben während der notorisch langen Arbeitszeiten alles. Darüber hinaus wissen sie auch, was Teamwork bedeutet.

Nur ein Beispiel ist John Shaffer, der in 2010 bei Goldman Sachs zum Managing Director befördert wurde. Shaffer spielte viele Jahre als Quarterback im Team der Penn State University. Ein anderes Beispiel stellt Scott L. Brunner dar, der Partner bei der Worth Management Group ist. Er spielte American Football für die University of Delaware und später für die New York Giants. Michael Ferrucis wiederum, der heute SAC Capital Advisors in London leitet, war Lacrosse-Spieler an der Harvard University.

4. Sie können mit Diversity punkten

Die Investmentbanken haben damit zu kämpfen, Kandidaten aus Minderheiten für bestimmte Geschäftsbereiche zu finden. So herrscht z.B. in den Technologie-Berufen ein Mangel an weiblichen Kandidaten. Banken wie JP Morgan versuchen schon jungen Frauen, die nicht einmal die Schule abgeschlossen haben, für IT-Karrieren in der Branche zu begeistern. Denn zuletzt haben weibliche IT-Absolventen ihre Karriere zumeist anderswo begonnen.

„Es ist immer noch ungewöhnlich für IT-Experten, sich nach ihrem Studium bei Banken umzusehen“, erzählt Julie Shapiro, Head of risk technology bei JP Morgan. „Ich habe meine Karriere in einem eher traditionellen Ingenieursbereich begonnen. Mir war nicht bewusst, wie interessant die technischen Herausforderungen in Banken sind. Daher habe ich etwas anderes gewählt. Wir müssen den jungen Frauen klarmachen, dass technische Projekte aufregend und innovativ sind.“ Laut Headhuntern ist es aussichtsreicher, sich über die Diversity-Programme ins Banking zu wechseln, als sich initiativ zu bewerben.

5. Sie haben im Consulting gearbeitet

Der Mangel an einschlägigem Personal bringt die Investmentbanken dazu, sich verstärkt nach Talenten mit Erfahrung in Consulting und Advisory bei den Big 4 umzuschauen. Laut Fleming hätten Kandidaten mit einigen Jahren Berufserfahrung von den Big 4 exzellente Chancen bei anderen Arbeitgebern.

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