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Wie Sie mit einem Job zurechtkommen, der Sie in den Wahnsinn treibt

Burnout stellt unter Bankern ein nur allzu bekanntes Phänomen dar. Sicherlich stehen viele Beschäftigten auch in anderen Branchen unter Druck – allerdings dürften die körperlichen, mentalen und emotionalen Belastungen kaum mit der von Bankern vergleichbar sein. Das gilt besonders für den Karrierebeginn.

Dabei kann die heutige Generation nicht mehr ebenso stilvoll ausbrennen wie dies noch vor einigen Jahren möglich war. Damals kehrte so mancher Banker einfach mit Mitte 30 und einem Haufen Geld der Branche den Rücken oder gönnte sich zumindest eine lange Auszeit. Doch mit den schwindenden Vergütungen verfügen die jüngeren Banker einfach nicht mehr über genügend Ersparnisse, um davonzuziehen und eine Weltreise anzutreten. Vielmehr muss die heutige Generation mit dem drohenden Burnout zurechtkommen und einfach weiterarbeiten. Hier ein paar Tipps, wie Sie dieses Kunststück vollbringen:

Konzentrieren Sie sich im Arbeitsalltag auf Ihre langfristigen Ziele

Laut Karrierecoach Jane Cranston würde es schon helfen, wenn man sich seine wirklichen Lebensziele vor Augen führe. „Erinnern Sie sich an die Gründe, warum Sie bleiben. Sei es, dass Sie einen Kredit abbezahlen, ihre Studiengebühren abstottern, Ihrem Partner dabei helfen, sein Masterstudium zu finanzieren und so weiter“, sagt Cranston. „Das gibt der Arbeit ein Ziel, das größer ist als nur die Liste Ihrer täglichen Aufgaben.“

Kümmern Sie sich um Ihre Gesundheit

Dies stellt den einfachsten und effizientesten Weg dar, um Stress zu bekämpfen. Tauschen Sie Amphetamine und Tranquilizer gegen Sport und gesunde Ernährung aus. Dazu müssen Sie nicht erst zu einem Fitnesstrainer mutieren. Betätigen Sie sich am Tag 20 Minuten sportlich, holen Sie einige Male tief Luft und fahren Sie die zuckerreichen Speisen zurück, rät Dr. Laura Chan, die auf Naturheilkunde und Akupunktur spezialisiert ist. Dies hilft, das Niveau von Cortisol und Stresshormonen zu verringern. Es trägt auch dazu bei, die körperlichen Begleiterscheinungen des Burnouts zu minimieren.

Melden Sie sich für Projekte freiwillig

Dies mag zunächst kontraproduktiv klingen: Doch mehr auf den Tisch zu legen, kann auch Ihren Appetit steigern, wenn es sich um etwas handelt, das ganz nach Ihrem Geschmack ist. Es gibt in Banken dutzende an Programmen, die sich wohltätigen Anliegen verschreiben. Sicherlich dienen sie auch dazu, das angeschlagene Ansehen der Banken zu verbessern. „Wenn Sie den Eindruck gewinnen, sich auf einer wichtigen Mission zu befinden, dann kann dies schon Burnout, Jobmüdigkeit und Langeweile entgegenwirken“, sagt Karrierecoach Roy Cohen, der auch einen Survival-Ratgeber für die Wall Street herausgegeben hat.

Durch die Teilnahme an derartigen Initiativen kann darüber hinaus Ihr Bekanntheitsgrad innerhalb des Unternehmens wachsen, was schließlich auch Ihrer Karriere auf die Sprünge helfen kann. Ein Banker führte beispielsweise gegenüber eFinancialCareers seine erfolgreiche Karriere auf die Sichtbarkeit zurück, die er durch sein Engagement im Schwulen- und Lesben-Netzwerk des Unternehmens gewonnen habe.

Treiben Sie sich nicht mit Ihresgleichen herum

Mitleid wird überschätzt. Falls Sie Burnout vermeiden wollen, dann sollten Sie sich nicht nur mit Bankern abgeben, die sich in einer ähnlichen Situation wie Sie befinden, rät Cranston. „Ein kollektives Weinen ist das Letzte, was Sie benötigen. Suchen Sie nach Kontakten, die sich für Dinge von außerhalb der Arbeit interessieren“, empfiehlt die Expertin.

Gönnen Sie sich einen Urlaub

Dies stellt sicherlich eine naheliegende Lösung dar. Doch laut Cohen hegen viele Leute, die sich unter konstantem Druck befinden, geradezu eine Paranoia vor einem Urlaub. „Wenn Sie hart arbeiten und wirklich gut in Ihrem Job sind, dann werden Sie vermisst und nicht ersetzt“, betont Cohen. Wenn Sie schmerzlich vermisst werden, dann kann Ihnen das schon einigen Respekt verschaffen. Abwesend zu sein, stellt hierzu den ersten Schritt dar.

Entrümpeln Sie Ihr Privatleben

Freizeit stellt ein wirkliches Asset dar. Denken Sie ein wenig an sich selbst und verschwenden Sie Ihre Zeit nicht mit unwichtigen Dingen. „Eliminieren Sie alles außer das wirklich Wichtige“, rät Cranston. „Häufig erweist sich die erste Entscheidung als die richtige. Nutzen Sie die gewonnene Zeit für Spaß und Entspannung.“

Planen sie im Voraus

Wenn alles nichts hilft, dann sollten Sie dennoch mit dem Jammern aufhören und einen durchdachten Zeitplan aufstellen. So können Sie sich z.B. nach internen Versetzungsmöglichkeiten umhorchen oder auch eine Fortbildung in Betracht ziehen. „Viele Unternehmen erstatten Fortbildungskosten oder zahlen für Führungs- und Personalentwicklungs-Seminare“, erzählt Cohen. „Es kommt viel günstiger, die Leute fortzubilden, als neue Leute einzustellen und einzuarbeiten.“

Für den schlimmsten Fall sollten Sie einen Plan B entwickeln – einen alternativen Karriereplan – und schon ein wenig in die Umsetzung investieren, sagt Karrierecoach Liz Colodny von Synergy HR Partners. „Erinnern Sie sich immer wieder selbst daran, dass es sich um begrenzte Zeit handelt und dass Sie sich schon auf den Weg gemacht haben, etwas Besseres zu finden“, ergänzt Cranston.

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