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Neue Arbeitsplätze? Commerzbank will Schweizer Banken in Deutschland beerben

Gustav Holtkemper, Bereichsvorstand Wealth Management Inland (Foto: Commerzbank AG)

Gustav Holtkemper, Bereichsvorstand Wealth Management Inland (Foto: Commerzbank AG)

Der sukzessive Rückzug einiger Schweizer Banken aus dem Geschäft mit wohlhabenden Kunden aus Deutschland weckt auch Begehrlichkeiten bei der Commerzbank. So hatte die Credit Suisse kürzlich ein Kundenportfolio mit Assets under Management (AuM) von 10 Mrd. Euro an die Bethmann Bank verkauft, eine ABN Amro-Tochter. „Ich rechne damit, dass Credit Suisse noch nicht die letzte Schweizer Bank war, die ihr Vermögensverwaltungsgeschäft in Deutschland aufgibt“, sagte Bereichsvorstand Wealth Management Inland Gustav Holtkemper in einem Interview mit Euro am Sonntag. „Dieser Markt wird sich in den nächsten  zwei, drei Jahren stark verändern. So ziehen sich auch andere Schweizer Banken aus dem deutschen Markt zurück.“

Derzeit zählt das Wealth Management der Commerzbank etwa 70.000 Kunden mit einem Vermögen von 53 Mrd. Euro. „Wir betreuen an 43 Standorten mit rund 700 Mitarbeitern Kunden ab einer Million Euro Vermögen. Damit belegen wir derzeit einen Marktanteil von zehn Prozent“, sagte Holtkemper weiter. Die durchschnittlichen AuM liegen indes rein rechnerisch nur bei etwa 757.000 Euro.

Laut einer Commerzbank-Sprecherin gebe es trotz der Wachstumsstrategie derzeit keine Pläne für einen Personalaufbau im Wealth Management. Doch im Gegensatz zum übrigen Privatkundengeschäft bleibe der Bereich vom konzernweiten Abbau von 5200 Stellen verschont.

Headhunter Rolf Behrens von Banking Consult in Bad Nauheim bei Frankfurt beobachtet jedenfalls wenige Neueinstellungen im deutschen Wealth Management. „Die Märkte sind verteilt“, sagt Behrens. „Der große Hype von vor zehn Jahren ist vorbei. Viele Schweizer Banken mussten feststellen, dass sich hier nicht leicht Geld verdienen lässt und ziehen sich sukzessive aus Deutschland zurück.“

Konkrete Wachstumsziele wollte Holtkemper nicht geben. „Aber wir streben klar einen Ausbau unseres Marktanteils an, wobei wir sehr eng mit der Mittelstandsbank der Commerzbank kooperieren“, ergänzte Holtkemper.

Laut Behrens könne die Wachstumsstrategie bei der Commerzbank durchaus sinnvoll sein. Denn durch die Mittelstandsbank besitze das Institut bereits den Zugang zu vielen Unternehmern. Diese Kunden könne sie auch für ihr Wealth Management gewinnen. „Wenn die Commerzbank ihr Wealth Management ausbauen möchte, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen“, sagt Behrens.

Unklar bleibt indes, welche Schweizer Institute die Commerzbank beerben möchte. Denn die Credit Suisse hat bereits ihr Geschäft mit weniger vermögenden Kunden an Bethmann veräußert. Die sehr reichen Kunden werden künftig von der Schweiz aus betreut.  Lediglich die UBS arbeitet an einer Restrukturierung ihres Deutschlandgeschäfts. Dagegen will Julius Bär an seinem Deutschlandgeschäft festhalten und sogar die Buchungen seines gesamten Wealth Management-Geschäfts in der Eurozone in Frankfurt konzentrieren.

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