☰ Menu eFinancialCareers

Wie der Berufseinstieg in Private Banking und Wealth Management gelingt

Das Wealth Management hilft wohlhabenden und gelegentlich auch berühmten Leuten ihr Vermögen zu verwalten und es an die nächste Generation weiterzugeben.

Dabei gibt es vor allem zwei Karrierealternativen:

Die Kundenbetreuer (Client Relationship Manager) unterstützen Kunden dabei, ihr Geld  klug zu investieren und  die Risiken einzugrenzen. Sie bieten darüber hinaus Beratung bei Steuern und Altersvorsorge. Wealth Managenement-Mitarbeiter beraten aber auch bei Spenden oder Erbfragen.

Produktspezialisten wirken eher im Hintergrund und helfen bei der Auswahl der richtigen Anlagevehikel und der Portfolioaufstellung. Entsprechend sind sie auf Anlageklassen wie Aktienfonds, Immobilien oder alternative Anlageformen wie Private Equity oder Hedgefonds spezialisiert

Unter den Kunden der Wealth Manager befinden sich Vorstandsvorsitzende, Immobilienmogule, Spitzensportler oder Unternehmerpersönlichkeiten.

Die am schnellsten wachsende Kundengruppe sind die Ultra-High-Net-Worth-Individuals (UHNWI), Personen und Familien also, die mindestens 10 Millionen Anlagekapital mitbringen (obgleich einige Banken nur Kunden annehmen, die mehr als 30 Millionen besitzen). Daneben gibt es im Private Banking auch noch Geschäftsmodelle, wo Leute mit einem Anlagevermögen ab 1 Mio. oder auch nur ab 100.000 Euro betreut werden. Dies variiert erheblich von Bank zu Bank. Auch die Dienstleistungen sind unterschiedlich. So läuft bei kleineren Vermögen viel standardisiert ab, während größere Unternehmen teilweise sogar wie institutionelle Investoren betreut werden.

Positionen und Laufbahnen

Die Mitarbeiter im Investment Management legen entweder die Gelder ihrer Kunden im Rahmen einer vereinbarten Strategie selbstständig an oder beraten die Kunden detailliert vor jeder Investitionsentscheidung. Üblicherweise werden die Kundenbetreuer dabei von Produktspezialisten unterstützt.

Bei den Kundenbetreuern handelt es sich gewissermaßen um Verkäufer, die die Verbindungen zu den Kunden pflegen und ihnen Bankdienstleistungen anbieten. Das kann viel Reisen und engen Kontakt mit interessanten Menschen bedeuten. Kundenbetreuer sind auch dafür bekannt, sich selbst ähnlich wie so mancher Hausarzt als „Familienberater“ zu bezeichnen. Entsprechend müssen Client Relationship Manager ein Händchen im Umgang mit Menschen haben. Doch auch hier ändert sich das Profil seit der Finanzkrise dramatisch. Während früher “Wining and dining” im Vordergrund standen, sind heute profunde Fachkenntnisse und eine solide Ausbildung gefragt. Nachdem ein Kundenbetreuer die Bedürfnisse mit dem Kunden abgestimmt hat, erarbeiten die diversen Spezialisten in Produkten, Steuerfragen und Erbrecht eine detaillierte Lösung.

Gehälter und Boni

Die Schweiz bleibt auch nach dem Niedergang des Bankgeheimnisses ein zentraler Hub im Wealth Management. Kundenbetreuer können hier laut Robert Walters nach fünf bis sieben Jahren umgerechnet 79.000 bis 125.000 Euro verdienen, später als Senior sogar 127.000 bis 206.000 Euro. In Großbritannien verdienen erfahrene Client Relationship Manager umgerechnet mindestens 100.000 Euro, wohingegen sich die jüngeren Kundenberater üblicherweise mit 45.000 bis 68.000 Euro begnügen müssen.

Singapur wird schon als die „neue Schweiz“ bezeichnet, da die Branche dort dank des asiatischen Wirtschaftsbooms beständig wächst. Kundenbetreuer fangen dort laut Robert Walters mit umgerechnet 46.000 bis 70.000 Euro an, was später auf 127.000 bis 183.000 Euro ansteigen kann. In Hongkong erhält ein Junior Client Relationship Manager umgerechnet 29.000 bis 52.000 Euro und kann mit über acht Jahren Erfahrung auf 56.600 bis 68.000 Euro kommen.

In den USA liegt das mittlere Gehalt eines Finanzberaters nach den Angaben des Bureau of Labor Statistics bei umgerechnet 67.000 Euro.

Gesuchte Kompetenzen

In einer Branche, in der der persönliche Kontakt eine so große Rolle spielt, kommt es besonders auf „emotionale Intelligenz“ an, wie Joanna Thornell, Managing Director beim britischen Private Banking-Spezialisten Coutts erläutert.

„Hinter dem Erfolg als Private Banker oder Vermögensverwalter steht als Schlüsselfaktor immer die Persönlichkeit. Darüber hinaus sind vertrauensvolle Beziehungen zu reichen Individuen, ihren Familien und ihren Beratern aufzubauen und zu erhalten“, sagt sie.

Weiterhin ist auch ein gutes Verständnis für Finanzprodukte gefragt. Dies erfordert einen Sinn für Zahlen und ein reges Interesse an den Finanzmärkten. Ein guter Private Banker muss aber auch seine Ratschläge für die Kunden stets leichtverständlich präsentieren können.

„Wir suchen nach neugierigen Leuten mit aktivem Interesse  – nicht nur für Investitionen und die Finanzmärkte, sondern für alle Aspekte individueller Vermögensplanung“, sagt Kam Shing Kwang, Managing Director und Chef des Private Bankings von J.P.Morgan in Hongkong.

„Bewerber müssen darüber hinaus selbstbewusst sein, den Willen zu lernen zeigen und sich anpassen können, da sich die Märkte und das Umfeld kontinuierlich verändern“,  meint Shing Kwang. „Kommunikationsfähigkeit ist wichtig, da die Kunden üblicherweise hochintelligente, erfolgreiche und anspruchsvolle Persönlichkeiten mit wenig Zeit sind.“

„Beim Private Banking handelt es sich um eine langfristige Karriere. Daher stellen die Fähigkeit eine solide und gute Beziehung im Laufe der Zeit aufzubauen und das Vertrauen der erfolgreichsten Menschen der Welt zu gewinnen, weitere Eigenschaften eines Kundenbetreuers dar“, betont Shing Kwang.

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier