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Die sechs wichtigsten Ergebnisse der McKinsey Private Banking-Studie 2011

Alljährlich untersucht die Strategieberatung McKinsey das Private Banking-Geschäft rund um den Globus. Für die diesjährige Studie “First signs of renewal” hat das Unternehmen weltweit 160 Wealth Manager aus 26 Ländern zu der Entwicklung in 2010 befragt. Wir stellen die wichtigsten Ergebnisse für Europa vor:

1. Schlankheitskur für Gewinnmarge

In der Vergangenheit konnte die Private Banking-Branche einen Vorsteuergewinn von 35 Basispunkten des verwalteten Vermögens einstreichen. Wer beispielsweise Kundenvermögen von 100 Mrd. Euro verwaltete, generierte einen Vorsteuergewinn von “gesunden” 350 Mio. Euro, wie McKinsey bemerkt.

Seit der Krise müssen die Wealth Manager indes den Gürtel enger schnallen. Allerdings verbesserte sich die Profitabilität von 20 Basispunkten in 2009 auf 24 Basispunkte in 2010. Bei einem verwalteten Kundenvermögen von 100 Mrd. Euro sank der Vorsteuergewinn somit um 110 Mio Euro. gegenüber dem Vorkrisenniveau.

2. Assets under Management erholen sich, Nettoneugeldzuflüsse bleiben mau

Die gute Nachricht zuerst: Die Assets under Management konnten sich in 2010 deutlich von der Krise erholen. Allein durch die positive Entwicklung der Märkte legte das verwaltete Kundenvermögen um 7 Prozent zu.

Dagegen halten die Kunden auch weiterhin ihre Portemonnaies geschlossen. Der Neugeldzufluss belief sich gerade einmal auf magere 2 Prozent, was immerhin mehr als die 1 Prozent in 2009 war. Der Zufluss hatte jedoch von 2005 bis 2007 bei 7 bis 8 Prozent gelegen. “Dennoch bleiben die langfristigen Wachstumsperspektiven für die Private Banking-Branche positiv – selbst in den entwickelten Märkten”, kommentiert McKinsey.

3. Sparprogramme greifen

Gut für die Banken, schlecht für die Mitarbeiter – die in der Krise initiierten Kostensenkungsmaßnahmen scheinen zu greifen. Während die Kostenquote sich gemessen am verwalteten Kundenvermögen in 2008 und 2009 noch auf 64 Basispunkte belief, sank dieser Wert in 2010 auf 59 Basispunkte.

Für 2011 beziffert McKinsey die durchschnittliche Kostenertragsquote auf 71 Prozent, womit die Branche noch weit vom Vorkrisenniveau entfernt ist. Zwischen 2005 und 2007 betrug die Kostenertragsquote noch schlanke 64 Prozent. Unter dem Strich blieb in 2009/10 die Kostenbasis weitgehend stabil, während die Erträge mit dem wachsenden Assets under Management stiegen.

4. Schweiz und Luxemburg konnten die Kundengeldabflüsse stoppen

Den Offshore Wealth Management-Standorten weht ein steifer Wüstenwind ins Gesicht, denn die OECD-Staaten sind sukzessive dabei, eine Steueroase nach der anderen trockenzulegen. “In 2010 waren die Offshore-Märkte mit herausfordernden wirtschaftlichen Bedingungen konfrontiert – dennoch zeigten nach einem brutalen Jahr 2009 sowohl die Schweiz als auch Luxemburg Anzeichen für wiederhergestellte Anziehungskraft und sie konnten insgesamt den Nettogeldabfluss stoppen”, heißt es bei McKinsey.

5. Offshoregeschäft bleibt lukrativer als Onshoregeschäft

Die Erträge aus den verwalteten Vermögen verminderten sich von 90 Basispunkten in 2009 auf 88 Basispunkte in 2010, wohingegen die Erträge aus dem Onshoregeschäft nur um einen Basispunkt nachgaben. Dennoch werden im Offshoregeschäft auch weiterhin durchschnittlich um 5 Basispunkte höhere Erträge erzielt als mit der heimischen Kundschaft.

6. Abstand von Marktführer und Nachzüglern wächst

Laut McKinsey stellte die wachsende Lücke zwischen Marktführern und Nachzüglern einen der beherrschenden Trends in 2010 dar. So schrieben 10 Prozent der Wealth Manager rote Zahlen, dagegen konnte rund die Hälfte der Banken einen höheren Gewinn als den Branchendurchschnitt von 24 Basispunkten erzielen.

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg scheint in der Größe der Unternehmen zu bestehen. Denn die Kosten liegen bei Wealth Managern mit einem verwalteten Kundenvermögen von unter 5 Mrd. Euro – relativ gesehen – um 50 Prozent höher als bei Banken mit einem verwalteten Kundenvermögen von über 30 Mrd. Euro.

Kommentare (2)

Comments
  1. wow, tolle Erkenntnis mal wieder

  2. Wer die Innovationsfreude der Branche kennt und die Intelligenz der handelnden Personen einschätzen kann, weiß auf welch fruchtbaren Boden diese Erkenntnisse fallen werden…

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