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Mithilfe zur Steuerhinterziehung: US-Justiz schnappt sich Schweizer Spitzenbanker

Raoul Weil noch als UBS-Manager.

Raoul Weil noch als UBS-Manager.

Schweizer Wealth Manager können sich im Ausland nicht mehr sicher fühlen. Im Auftrag der US-Justiz nahm die italienische Polizei am gestrigen Sonntag (20. Oktober) gegen 16 Uhr den ehemaligen UBS-Spitzenmanager Raoul Weil in einer Nobelherberge in Bologna fest. „Er wurde im Hotel festgenommen und ist nun im Gefängnis“, sagte eine Polizeisprecherin der Nachrichtenagentur AFP. Weil hatte im dem Luxushotel unter eigenem Namen eingecheckt. Einem Polizisten sei auf der Liste der Hotelgäste der Namen des Schweizers aufgefallen.

Weil verantworte in der Vergangenheit das Auslandsgeschäft der UBS mit vermögenden Privatkunden rund um den Globus. Die US-Justiz wirft dem 53jährigen vor, mit anderen Mitarbeitern der Bank rund 20.000 US-Bürgern bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben, wobei dem US-Fiskus ein Schaden von 20 Mrd. Dollar entstanden sei. Seit Anfang 2009 wurde der UBS-Banker per internationalen Haftbefehl gesucht. Zwischenzeitlich war Weil abgetaucht. Über seinen US-Anwalt hatte der Schweizer Banker die Vorwürfe jedoch stets abgestritten.

Laut der italienischen Polizei habe sich Weil bislang nicht dazu geäußert, wieso er das Risiko einer Auslandsreise auf sich genommen hätte. Schweizer Medien spekulieren unterdessen darüber, dass Weil sich in der Vergangenheit schon öfter jenseits der eidgenössischen Grenzen aufgehalten habe und sich womöglich zu sicher fühlte.

Unterdessen wartet Weil in einem italienischen Gefängnis auf seine Auslieferung an die USA. Damit könnte der UBS und dem Finanzplatz Schweiz weiteres Unheil seitens der US-Justiz drohen. Denn in der Vergangenheit haben Banker, die in die Fänge der US-Behörden gerieten, regelmäßig mit den Behörden zusammengearbeitet, um mögliche Strafen zu verringern. Da Weil das gesamte Offshore-Geschäft der UBS in der Vergangenheit unter sich hatte, dürfte er so manch interessante Geschichte zum Besten geben.

Die UBS hatte am 18. Februar 2009 gegenüber den US-Behörden die Namen von 250 amerikanischen Kunden offengelegt und damit eklatant gegen das Schweizer Bankgeheimnis verstoßen. Seither hat sich das Schweizer Wealth Management zu einer Weißgeldstrategie bekannt.  Mit den Altlasten hat sie freilich immer noch zu kämpfen.

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