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Die sechs Killer-Fragen aus Vorstellungsgesprächen im Private Banking

Machen Sie sich darauf gefasst, dass auch in Honkgong kritische Fragen gestellt werden.

Machen Sie sich darauf gefasst, dass auch in Honkgong kritische Fragen gestellt werden.

Die Finanzkrise und ihre Folgen haben nicht nur das Wealth Management in der Schweiz, sondern auch auf der gegenüberliegenden Seite des Globus in Asien verändert. Ebenso hat der Wettbewerb um die wohlhabende Klientel in Asien kräftig zugelegt. Damit wandeln sich auch die Fragen, die in Vorstellungsgesprächen diskutiert werden. Wir haben sechs Fragen zusammengestellt, auf die Sie in jedem Fall eine Antwort parat haben sollten:

1. Erzählen Sie uns von einem besonders schlechten Erlebnis bei der Arbeit

Letztlich zählt für eine Karriere im Private Banking nur, wie gut Sie mit Ihren Kunden und Kollegen umgehen können. Daher werden Bewerber gerne nach Ihrer Sozialkompetenz ausgefragt. „Dies überrascht die meisten Kandidaten“, erzählt Marc Van de Walle, Global Head of Wealth Products bei der Bank of Singapore. „Ich mag es, wenn die Leute die Situation ganz klipp und klar darstellen, denn dies erleichtert mir zu beurteilen, wie gut sie sich auszudrücken vermögen, wenn sie nicht gerade ihren Lebenslauf herunterbeten. Zweitens ist es wichtig darzustellen, wie das Problem gelöst werden konnte, denn damit dokumentiert ein Kandidat seine Fähigkeit, einen Konflikt zu bewältigen. Drittens muss ein Kandidat zeigen, was er aus dieser Erfahrung gelernt hat.“

2. Erzählen Sie mir von einem Fall, bei dem Sie mit Compliance zusammengearbeitet haben, um die Due Diligence eines Neukunden durchzuführen

Privatbanken in Europa – aber auch in Asien – stellen reihenweise Compliance-Experten ein, um den neuen regulatorischen Anforderungen nachzukommen. Daher müssen auch die Front Office-Mitarbeiter mit der einen oder anderen Frage zur Compliance rechnen. „Wir wollen hören, wie der Prozess ablief und welches Ergebnis herauskam, aber bitte verraten Sie uns keine vertraulichen Informationen“,  sagt Denis Miles-Vinall, der früher im Private Banking-Recruitment von Coutts und Merrill Lynch arbeitete und heute die Karriereberatung The Buckingham Academy in Hongkong betreibt. „In den Boomjahren um 2005 drehten sich die Vorstellungsgespräche um Assets under Management, Erträge, die Produkt-Penetration und Kundenbeziehungen. In dem heute wesentlich regulierteren Umfeld stellen die Banken immer noch diese Fragen, allerdings herrscht null Toleranz gegenüber Bankern mit einer schlechten Erfolgsbilanz in Compliance und Risikomanagement.“

3. Für welche Arten von Bankprodukten und Dienstleistungen interessieren sich Ihre Kunden?

Da der harte Wettbewerb und die regionale Wachstumsstrategie auf die Margen drücken, versuchen die Banken in Asien zunehmend mit lukrativen und innovativen Produkten Erträge zu generieren. Falls Sie in der jüngsten Vergangenheit ein besonders komplexes Produkt verkauft haben, dann sollten Sie dies anführen. „Viele Kunden besitzen bereits Geschäftsinteressen und Anteile an Unternehmen, weshalb sie sich jetzt nach anderen Produkten umsehen – nicht nur die einfachen wie Tagesgelder, Aktien, Anleihen und Investmentfonds, sondern sie fragen auch nach strukturierten Produkten und nach Rat zu Assetklassen übergreifenden Anlagen wie z.B. Hedgefonds, Private Equity und exotischen Derivaten“, sagt Headhunterin Anita Gerry Sim von der AYP Asia Group in Singapur.

4. Wie hoch fallen Ihre Assets under Management aus?

Auch wenn es sich um eine naheliegende Frage handelt, sollten Sie keine allzu simple Antwort abliefern. Sie sollten sich dabei stärker auf Ihre Kunden und weniger auf deren Geld konzentrieren. „Neben den aktuellen Zahlen sollte ein Kandidat auch die Assets under Management und die Erträge der zurückliegenden drei Jahre anführen sowie die Beschaffenheit seines Kundenbuchs“, sagt Headhunter Rahul Sen von Sheffield Haworth in Singapur. „Darüber hinaus sollte ein Kandidat seine Hausaufgaben zum Arbeitgeber und seinem Private Banking-Modell machen, damit er die Kundenbedürfnisse mit der neuen Bank abgleichen kann.“

5. Wie fiel Ihr Beitrag zum Wachstum der Assets under Management aus?

Die Banken suchen nach Leuten, die ihr eigenes Kundenportfolio von der Pike auf aufgebaut haben und nicht nur bestehende Kundenverbindungen der Bank übernommen haben. Daher werden sie genau nachfragen, sobald die Assets under Management angesprochen werden. „Dabei handelt es sich um eine beliebte Frage, um abschätzen zu können, wie erfahren und erfolgreich der Private Banker ist“, sagt Headhunter Raja Ahmad Muzamir von Robert Walters. „Ihre Leistungen und Ihr Track Record belegen, was Sie dem neuen Unternehmen bieten können.“

6. In Ihrem aktuellen Job sind Sie erfolgreich und Sie verdienen gut, wieso wollen Sie dann wechseln?

Die Interviewer lieben es, diese Frage am Ende eines Vorstellungsgesprächs zu stellen, um die Kandidaten auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen, nachdem diese im Gespräch nichts unversucht gelassen haben, um sich selbst anzupreisen. Sie stellen bohrende Fragen nach Schwächen und Unsicherheiten – zwei Eigenschaften, die in der Welt des Private Bankings besonders verpönt sind. Außerdem wollen sie damit herausbekommen, ob es sich bei Ihnen um eine Jobhopper handelt, der bei der nächstbesten Gelegenheit abspringt. „Die einzig sinnvollen Antworten drehen sich alle um Chancen“, sagt ein Headhunter aus Singapur, der namentlich nicht genannt werden möchte. „Dabei kann es sich um eine stärkere Marke, bessere Karriereaussichten, eine Beförderung oder einen Umzug in eine neue Stadt handeln.“

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