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Karrierekiller Zigaretten: Wenn sich die berufliche Zukunft in Rauch auflöst

Rauchen

Der Banker mit dicker Zigarre ist längst passé. (Foto: Getty Images)

„Rauchen ist tödlich“, steht mittlerweile auf jeder Zigarettenpackung. Doch dies gilt nicht allein im medizinischen Sinne, sondern auch für die Karriere. Nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes aus 2013 greifen knapp ein Viertel Prozent der Bevölkerung über 15 Jahren in Deutschland regelmäßig oder gelegentlich zum Glimmstängel – darunter auch so mancher Finanzprofi.

Bei Neueinstellungen spielt Rauchen eine untergeordnete Rolle

Doch bei der Neueinstellung scheinen Raucher noch auf keine Barriere zu stoßen. „Auf die Rekrutierung hat das wirklich keinen Einfluss. Ich weiß nicht einmal, wer von meinen Kandidaten Raucher ist oder nicht“, sagt Headhunter Emanuel von Kessler.Vogler in Zürich. „Mich hat auch noch nie ein Klient gefragt, ob ein Kandidat raucht.“

Dennoch ist Zurückhaltung geboten. „Ich würde mich in einem Vorstellungsgespräch nicht als starker Raucher outen“, rät Headhunterin Sabrina Tamm von Financial Talents in Frankfurt. Allenfalls sollten Banker zugeben, sich abends die eine oder andere Zigarette zu genehmigen.

Raucher kassieren ein Viertel weniger

Es gibt allerdings keinen Grund für Raucher, sich entspannt zurückzulegen und einen tiefen Lungenzug zu nehmen. Denn gleich mehrere Studien belegen, dass Raucher deutlich weniger Geld nachhause tragen als ihre rauchfreien Kollegen. So kommt eine Untersuchung der Federal Reserve Bank of Atlanta aus dem Juli 2013 zu dem Ergebnis, dass Raucher lediglich 13,10 US-Dollar pro Stunde verdienen. Dagegen streichen Nichtraucher in den USA durchschnittlich 16,26 Dollar ein – ein Plus von beinahe einem Viertel.

Ein viel geäußerter Verdacht lautet: Dass die Produktivität der Tabakfreunde aufgrund von Rauchpausen und häufigerer Krankheit niedriger ausfiele als bei Nichtrauchern. Doch dieser Erklärung erteilen die Autoren der US-Studie eine klare Absage: „Wir haben festgestellt, dass schon eine Zigarette am Tag genügt, um die Gehaltslücke beim Rauchen auszulösen und dass sich diese Lücke nicht mit der Intensität des Rauchens verändert.“ Die Gehaltslücke gehe vielmehr auf einen unterschiedlichen Ausbildungsstand und unterschiedliches Talent zwischen Rauchern und Nichtrauchern zurück. Auch weichere Faktoren wie die Akzeptanz durch Arbeitgeber und Vorgesetze könnten eine Rolle spielen.

Trotz Stress und langer Arbeitszeiten rauchen nur wenige Investmentbanker

Ohnehin scheinen selbst im stressigen Investmentbanking nicht allzu viele Mitarbeiter zur Droge Nikotin zu greifen. „Die meisten Investmentbanker rauchen nicht. Es ist auch schwierig, das mit dem Arbeitsalltag zu verbinden“, berichtet Headhunterin Tamm, die früher selbst im Investmentbanking arbeitete. In den Büros sei Rauchen durchweg verboten und Fenster ließen sich selten öffnen. „Auch ist es in Banken schwierig, einfach mal herauszugehen“, ergänzt Tamm. „Es handelt sich um eine reine Nichtraucherumgebung.“

Trotz des Stresses und der endlosen Arbeitstage würden viele Investmentbanker relativ gesund leben, wobei auch Ernährung und Sport eine Rolle spielten. „Die meisten achten auf ihre Gesundheit, um die langen Arbeitstage zu überstehen“, sagt Tamm.

Doch es gibt auch andere Meinungen. „Um ganz ehrlich zu sein, das ist kein Thema hier, wer rauchen will, geht kurz raus und damit hat sich das”, berichtet ein Investmentbanker von einer Frankfurter Großbank, der selbst raucht.


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