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Nach Milliardengewinn steigen Chancen auf hohe Boni bei Deutscher Bank

Böse abgestraft wurde die Deutsche Bank an der Börse für die vorabgemeldeten Quartalszahlen. Von Juli bis September verdiente Deutschlands Branchenprimus 1,4 Mrd. Euro. Vor allem wegen Steuergutschriften.

Analysten fanden das nicht witzig. West-LB-Analyst Georg Kanders kritisierte vor allem das hinter den Prognosen zurückgebliebene Vorsteuerergebnis. Stefan Stalmann von Unicredit pflichtete ihm bei: “Die Zahlen der Deutschen Bank sind solide, aber nicht überwältigend.”

“Die Deutsche Bank hat die Krise bis auf das vierte Quartal 2008 gut bewältigt und wird sie – nach menschlichem Ermessen – auch in den kommenden Monaten gut bewältigen”, sagte dagegen Merck-Finck-Analyst Konrad Becker. “Der Handel mit Staats- und Unternehmensanleihen, anderen festverzinslichen Wertpapieren und darauf aufbauenden Derivaten wieder den mit Abstand größten Beitrag geliefert haben”.

Mut machte sicher folgender Satz. “Es wird erwartet, dass alle Geschäftsbereiche positive Ergebnisse ausweisen werden”, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Bank. Problemfall war zuletzt das Privatkundengeschäft, dagegen hatte das Investmentbanking floriert.

Demnach schreibt die Bank nun auch im Asset Management wieder Gewinne. Probleme in der Vermögensverwaltung und die Abkommandierung von Verwaltungsmitarbeitern in die Filialen hatten zuletzt zu Verlusten geführt. Dabei hat sich Bankchef Josef Ackermann auf die Fahnen geschrieben, das Privatkundengeschäft auszubauen. Er übernahm die Berliner Bank, die Norisbank und Teile der Postbank.

Gerade greift Ackermann nach der Vermögensverwaltung der angeschlagenen, aber höchst angesehenen Privatbank Sal. Oppenheim. Bis Ende des Monats soll der Einstieg über die Bühne gehen. Die Verhandlungen laufen auf Hochtouren. Am Investmentbanking der Luxemburger hat Ackermann dagegen kein Interesse. Dieses dürfte an die australische Bank Macquarie gehen.

Auch im italienischen Privatkundengeschäft werden der Deutschen Bank Übernahmeabsichten nachgesagt. Demnach hat sie sich 150 Filialen der Bank Monte dei Paschi di Siena angeschaut, hat derzeit aber keine Eile, auch zu einem Abschluss zu kommen. Dagegen haben die Frankfurter am Dienstag in den Niederlanden zugeschlagen und sich im zweiten Anlauf die Mittelstandsbank Hollandsche Bank-Unie gesichert.

Markbeobachter sehen die ambitionierten Übernahmepläne der Deutschen Bank als einen Indikator für eine mögliche Kapitalerhöhung an. Die Erwartung, die Deutsche Bank könnte für ihre Einkaufstour doch noch auf eine Kapitalerhöhung angewiesen sein, sei sicher ein weiterer Grund für die Kursverluste der Aktie, sagte Commerzbank-Analyst Michael Dunst. Die Deutsche Bank wollte die Spekulationen nicht kommentieren.

Die detaillierten Zahlen, einschl. Angaben zur Entwicklung des Mitarbeiterbestandes, veröffentlicht das Institut wie geplant 29. Oktober.

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