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Vor dem Radikalumbau purzeln die Gewinne: Was die LBB für ihre Mitarbeiter springen lässt

LBB

Von 101 auf 49 Mio. Euro hat sich der Vorsteuergewinn der Landesbank Berlin (LBB) zwischen Januar und Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum halbiert, wie das Institut jetzt mitteilte. Allerdings sei das Vorjahr von „überdurchschnittlich hohen Wertaufholungen bei Wertpapierbeständen“ geprägt gewesen. Auch die Kosten für den geplanten Radikalumbau der LBB zu einer Sparkasse würden auf dem Ergebnis lasten.

Doch der schrumpfende Gewinn scheint noch nicht in den Mitarbeiterportemonnaies anzukommen. So spendierte die LBB jedem Mitarbeiter im ersten Halbjahr ein Bruttogehalt von gut 34.700 Euro, was 2,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum waren.

Die Mitarbeiterzahl purzelte binnen Jahresfrist um 157 auf noch 5645 Beschäftigte. Laut einem Unternehmenssprecher seien diese Stellen im geplanten Abbau von 900 Stellen bis 2016 noch nicht enthalten. Hier dürfte noch einiges auf die Mitarbeiter zukommen.

So will sich die LBB in den kommenden Jahren von ihrem Kapitalmarkt- und Immobiliengeschäft trennen und die Mitarbeiterzahl auf 3700 verringert werden. Von dem Umbau werden also rund 2000 Beschäftigte betroffen sein. Einen ersten Schritt scheint die LBB bereits getan zu haben. So wurde ein Überleitungsvertrag für 140 Mitarbeiter aus dem kundenbezogenen Kapitalmarktgeschäft an die Dekabank vereinbart. Darüber hinaus zählt die Fondsgesellschaft LBB Invest noch einmal gut 100 Mitarbeiter, die an die Deka gehen sollen. Weiter will sich die LBB von ihrem Immobilienfinanzierer Berlin Hyp trennen.

Allerdings stellt sich die Frage, ob sich die LBB mit dem Umbau zur Sparkasse nicht auch von den besonders lukrativen Teilen des Unternehmens trennt.  So erzielte die LBB zwischen Januar und Juni im Privatkundengeschäft eine Eigenkapitalrendite von nur 10,4 Prozent. Im Firmenkundengeschäft und der Immobilienfinanzierung konnte das Institut indes 27,5 und 28,7 Prozent einstreichen, womit diese Sektoren die Traumrendite von 25 Prozent erreichen, wie sie der ehemalige Chef der Deutschen Bank Josef Ackermann einst seinem Institut verordnete.

Dennoch zeigte sich LBB-Chef Johannes Evers von der eingeschlagenen Strategie überzeugt: „Der Umbau der LBB zur Sparkasse in der Hauptstadt verlangt unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel ab. Am Ende dieses Prozesses – und das ist entscheidend – wird eine schlagkräftige Berliner Sparkasse mit schlanken Strukturen und einer noch stärkeren Position in ihren Märkten stehen.“

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