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Wie der Börsencrash Ihren Bonus ausradiert

Noch vor einem Monat war die Welt in Ordnung – zumindest soweit es Ihren Bonus betraf. Denn am Freitag (22. Juli) schloss der DAX noch bei 7326 Punkten – unweit des Jahreshochs bei 7495 Zählern am 5. Mai.

Doch diese glücklichen Zeiten sind längst vorbei: Am vergangenen Dienstag (23. August) dümpelte der deutsche Leidt-Index gerade einmal bei 5532 Punkten. Somit ist der DAX im Börsencrash um sagenhafte 24,5 Prozent abgestürzt.

Der Einbruch der Märkte wirkt auf die Boni desaströs. Denn spätestens mit der Überarbeitung der Vergütungsstrukturen seit der Finanzkrise wird ein Großteil der Boni zeitlich verzögert und aktienbasiert ausbezahlt. Der Absturz der Bankaktien dürfte somit – zeitlich verzögert – in den Portemonaies vieler Banker ankommen.

Dabei konnte sich der DAX im Vergleich zu den Bankaktien noch recht wacker schlagen. Denn die Deutsche Bank purzelte in dem gleichen Zeitraum um 31,5 Prozent auf 26,68 Euro, die Commerzbank um 32,9 Prozent auf 1,89 Euro und die Aareal Bank um 38,4 Prozent auf 13,41 Euro.

Noch schlechter schnitten die Aktien der Société Générale ab, die um 44,9 Prozent auf 21 Euro nachgaben, sowie die teilverstaatlichte Royal Bank of Scotland, die sogar ein Minus von 45,9 Prozent auf 0,20 Pence verkraften musste.

Vergleichsweise gut schnitten vor allem Institute ab, die wenig in den kriselnden Eurostaaten engagiert sind. So gaben die Aktien der Zürcher Vontobel-Bank um maßvolle 10,8 Prozent auf 24 Franken nach. Auch HSBC, JP Morgan, Julius Bär und Goldman Sachs büßten weniger als der DAX ein.

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Das Bild verschiebt sich indes, wenn die Performance seit Jahresbeginn betrachtet wird. Abgesehen von JPMorgan mit einem Minus von 18 Prozent schnitt der deutsche Leitindex besser ab als sämtliche untersuchten Bankaktien. Obgleich die Deutsche Bank 31,8 Prozent verlor, zählt sie noch zum besseren Drittel des Rankings.

Seit dem an Silvester die Sektkorken knallten, herrscht besonders bei der Société Générale, der Commerzbank und der Bank of America ein Langzeitkater, denn alle drei Aktien büßten rund die Hälfte ihres Wertes ein.

Bei der Commerzbank dürfte hierbei die größte Kapitalaufstockung der deutschen Geschichte verantwortlich sein. Dagegen kursierten bei der Société Générale und der Bank of America Gerüchte um eine Schräglage der Institute.

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Folglich ist so manches Optionspaket von ehedem z.B. 50.000 Euro heute nur noch 30.000 Euro wert. “Das ist aber kein Kriterium für Leute, nicht zu wechseln”, beobachtet Andreas Krischke von Indigo Headhunters. Denn alle Häuser seien von dem Kursverfall betroffen – die einen mehr und die anderen weniger.

Üblicherweise würden die Pakete von dem neuen Arbeitgeber 1:1 übernommen. Ein Optionspaket im Wert von 30.000 Euro auf Aktien des alten Arbeitgebers werde dann in ein Paket zu ähnlichen Konditionen auf Aktien des neuen Arbeitgeber umgetauscht. “Das müssen die Kandidaten natürlich dokumentieren”, ergänzt Krischke.

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