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„Very Important Pet“: Wie Banker Karriere und Hund vereinbaren

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Endlose Arbeitszeiten, Stress und ein schwieriges Geschäftsumfeld charakterisieren den Arbeitsalltag in vielen Banken – da bleibt wenig Zeit für das Familien- und Privatleben übrig. Dennoch müssen Karrierebewusste Banker noch lange nicht auf einen vierbeinigen Begleiter verzichten. Wir haben mit Experten rund um Frankfurt gesprochen, wie Banker mit Hund Karriere machen können.

Für die Karriere ist die richtige Hundewahl entscheidend

Ann-Kathrin Schuhmann von der Hundebetreuung Frankfurt zählt viele Banker mit Hund zu ihrer Kundschaft. Die Expertin rät Finanzprofis mit langen Arbeitszeiten schon bei der Hundeauswahl intelligent vorzugehen. „Es gibt dominantere, aktivere Tiere; es gibt Welpen und ältere Tiere, die einen recht unterschiedlichen Betreuungsaufwand erfordern“, erzählt Schuhmann.

Schon die einzelnen Tiere in einem Wurf würden sich unterscheiden. Ein Welpe erfordere z.B. mehr Arbeitsaufwand als ein älteres Tier. Auch manche Rassen – wie z.B. Jagdhunde – benötigen mehr Auslauf als andere. „Ich bespreche das immer wie ein Profi. Es geht darum, die Situation realistisch einzuschätzen“, sagt Schuhmann. „Das hat schon oft gut funktioniert.“

Hunde sind unproblematischer als Kinder

„Ich habe viele Karrierefrauen mit Hund“, erzählt Schuhmann. Für viele weibliche Finanzprofis sei ein Kind gleichbedeutend mit dem Karriereende. Vor diesem Hintergrund würde so manche Karrierefrau sich eher für einen Hund entscheiden. Einen Hund kann man den ganzen Tag – ohne Gewissensbisse – bei der Hundebetreuung abgeben. „Auch ein Kind geben viele Leute von morgens bis abends in den Kindergarten. Und ein Hund ist kein Kind“, betont Schuhmann. „Der Hund weiß nicht, dass er wegegeben wird.“

Wie man seinen Liebling während der Arbeitszeit beschäftigt

Ab 500 Euro pro Monat bietet Schuhmann die Betreuung des Vierbeiners während der Arbeitszeit an. Für Kunden, die mehr Flexibilität wünschen, gibt es ein Kartensystem, über die die betreuten Tage abgerechnet werden. Auch während des Urlaubs beherbergt Schuhmann den einen oder anderen Banker-Vierbeiner. Die Vollpension für zwei Wochen All-Inclusive kostet etwa 600 Euro.

Während der Zeit in der Hundebetreuung sei auch für die Animation der geliebten Vierbeiner gesorgt. So würde sie mit den Hunden zu Ausflugsplätzen fahren, wo die Pensionsgäste ausgiebig spielen könnten. Weiter dürften sich die Hunde ihren Schlafplatz frei wählen. „Es gibt keine Zwinger, das ist den Leuten sehr wichtig“, erzählt Schuhmann.

Very Important Pet: Die Kunst mit seinem Vierbeiner zu fliegen

Auf einen Flugurlaub müssen Banker mit Hund ebenfalls nicht verzichten. „Im Schnitt betreuen wir 30 Tier-Sendungen pro Tag“, erzählt Jens Helldobler von GRADLYN. Dabei handelt es sich um den deutschen Markführer im Geschäft mit tierischer Luftfracht mit Sitz am Frankfurter Flughafen. Von Hunden und Katzen bis hin zu Zootieren transportiert das Unternehmen alles. Erst kürzlich habe GRADLYN zwei Löwen von Hamburg nach Sri Lanka befördert.

Üblicherweise wird das Tier bei Herrchen oder Frauchen abgeholt und bei GRADLYN in eine spezielle Box verfrachtet. Dabei ist für das Wohl des vierbeinigen Lieblings gesorgt. „Die Tiere müssen in den Boxen aufrecht stehen und sich drehen können“, betont Helldobler. Die Boxen sind nach Richtlinien des internationalen Fluglinienverbandes IATA genormt. „Für übergroße Tiere gibt es Sonderanfertigungen“, erzählt Helldobler. Auch für Wasser sei gesorgt; die Tiere dürften indes einige Zeit vorher nichts fressen und würden für den Flug nicht betäubt. „Damit tun Sie dem Tier nichts Gutes“, sagt Helldobler.

Die Formalitäten wie die Einhaltung von Impf- und Importvorschriften würden von GRADLYN erledigt. Am Zielort werde der Liebling von einem Partnerunternehmen abgeholt und bei seinem Herrchen oder Frauchen abgeliefert. Für einen Hund beliefen sich die Kosten – je nach Reiseziel und Größe des Tieres – auf einige 100 bis über 1000 Euro.

Alternativ können Hundeliebhaber auch gewissermaßen die Businessclass für ihre Tiere buchen. Dabei reist das „Very Important Pet“ – so der offizielle Name des Angebots – mit einem persönlichen Begleiter, der sich um das Wohl des Tieres kümmert, für Auslauf sorgt und es direkt beim Halter abliefert.

Hundeflüge als Teil von Relocation-Packages

Doch sobald Tiere auf Reisen gehen, fliegen sie nicht unbedingt in den Urlaub. Laut Helldobler würden auch viele Banken zu den Kunden von GRADLYN zählen. Gelegentlich sei ein Tiertransport Teil der Relocation-Packages, die Banken Mitarbeitern bei einem Umzug gewähren. Dabei gehe es darum, dass z.B. der Familienhund bei einer Versetzung ins Ausland mitfliege. „Die Kinder reisen nicht ohne ihr Tier“, betont Helldobler.

Der letzte Gassigang: Wie Banker sich von ihrem Liebling

Hans-Peter Clieves arbeitete früher als Unternehmensberater und betreibt neben dem Ruhestand die Anubis-Tierbestattungen in Friedrichsdorf im Taunus. Clieves rechnet damit, dass schon aufgrund der Nähe zu Frankfurt auch Banker seine Dienstleistungen in Anspruch nehmen. „Aber wir fragen die Leute nicht nach ihrem Beruf“, sagt Clieves. Anubis bietet Feuer- und Erdbestattungen für seine vierbeinigen Lieblinge an. „Rund 90 Prozent entscheiden sich für die Feuerbestattung“, ergänzt Clieves.

Normalerweise werde er das Tier bei Herrchen oder Frauchen zuhause oder beim Tierarzt abholen. „Wir sind oft der Seelentröster. Man sitzt schon gelegentlich ein- oder anderthalb Stunden zusammen und tröstet“, erzählt Clieves. Nach der Feuerbestattung könnten die trauernden Hundefreunde die Urne mit der Asche ihre geliebten Vierbeines mit nachhause nehmen.

„Anders als bei Menschen gibt es für die Asche von Tieren keinerlei Auflagen“, erläutert der Experte. So könnten sich Herrchen oder Frauchen sogar einen Diamantring aus der Asche ihres Vierbeiners fertigen lassen. Doch die hohen Kosten von teilweise über 3000 Euro würden viele hiervon abhalten.

Normalerweise müssen Hundeliebhaber für eine Feuerbestattung mit Gesamtkosten von 250 bis 500 Euro rechnen. Doch es gibt Extradienste. „Die Leute können auch zum Krematorium mitfahren, sich von ihrem Tier verabschieden und später die Urne in Empfang nehmen.“

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