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Wie Sie eine fatale Karrieredelle wieder ausbügeln

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Ganz gleich wie sorgfältig Sie Ihre Karriere planen, Sie können an den Punkt geraten, an dem Sie einen Karrierefehler ausbügeln müssen. So können Sie beispielsweise ein schlechtes Jobangebot angenommen haben oder aber Sie scheitern an den Aufgaben im neuen Job.

Ein gutes Beispiel hierfür stellt der ehemalige Fidelity-Fondsmanager Anthony Bolton dar. Bolton hatte den Fidelity UK Special Situations Fonds gemanaged und zwischen 1979 und 2007 eine jährliche Performance von stolzen 19,5 Prozent generiert. Doch nachdem er 2010 zum China Special Situations Fonds wechselte, verließ ihn das Glück. Mit dem Fonds erwirtschaftete Bolton bis Juni 2013 einen Verlust von 14 Prozent. Der ehemalige Halbgott wurde auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. „Ich bin schon ein wenig verzweifelt, dass ich nicht so gut gewesen bin, wie ich gehofft hatte“, sagte Bolton anlässlich seines Abschieds von dem China-Fonds in der vergangen Woche.

Fehlschläge können jedem passieren

Doch auch ein wenig tiefer auf der Karriereleiter müssen Finanzprofis mit Fehlschlägen zurechtkommen, nur dass davon weniger in der Presse zu lesen steht. Denn ein guter Track Record und eine tadellose Reputation waren für Fondsmanager seit jeher ausschlaggebend. Im derzeit schwierigen Arbeitsmarkt ist dies sogar doppelt wichtig, betont Headhunter James Dewhirst von Investment Management Partners.

„Die institutionellen Investoren achten immer genauer auf die Langzeit-Performance der Gesellschaften und der einzelnen Fondsmanager, weil ein harter Wettbewerb herrscht“, sagt Dewhirst. „Auch wenn die Zeiten hart sind, ist es schwierig, eine andauernde Phase von Underperformance zu rechtfertigen.“

Mit diesem Problem stehen die Manager institutioneller Fonds nicht allein da. „Auf dem Lebenslauf eines Traders fand sich ein Arbeitgeber, bei dem er weniger als sechs Monate geblieben ist. Am Ende der Tätigkeitsbeschreibung fand sich die lapidare Bemerkung: ‚Das war ein großer Fehler‘“, erzählt Linda Jackson vom Outplacement-Unternehmen 10Eighty. Im persönlichen Gespräch erzählte der Trader, dass er einen Kulturschock erlebt habe und zum Kern seiner Kompetenzen zurückkehren wolle.

Nur Ehrlichkeit bringt Kandidaten weiter

Wenn sich Leute erst einmal in einem Job wiederfinden, der ihnen nicht gefällt oder mit dem sie nicht zurechtkommen, dann müssen sie so lange weiterarbeiten, bis sie eine bessere Stelle finden. Dabei handle es sich um einen Teil des Problems, erzählt Headhunter Andrew Pullman von People Risk Solutions.

„Wenn Sie angeschmiert worden sind, dann sollten Sie ruhig zugeben, dass die Dinge falsch gelaufen sind, als irgendwelche Ausreden zu erfinden“, sagt Pullman.  „Es gibt auch überzeugende Gründe, wieso Sie in einem bestimmten Unternehmen nicht vorankommen und die nichts mit Ihrer individuellen Leistung zu tun haben. Aber es bleibt natürlich der Verdacht, dass Sie das nur so sagen. Daher sollten Sie einem potenziellen Arbeitgeber auf Leute aufmerksam machen, die Ihre Angaben bestätigen.“

Eine Reihe kurzfristiger Stationen in seinem Lebenslauf zu haben, stellt längst kein solches Stigma mehr dar wie in der Vergangenheit. Das gelte sogar für Branchen, wo es auf die langfristige Performance ankomme. „Obgleich die Hiring Manager immer anspruchsvoller werden, bringen sie doch auch mehr Verständnis für Leute mit, die in kurzer Zeit mehrere Stationen auf ihrem Lebenslauf haben. Wenn jemand eine gute Reputation mitbringt und seine langfristige Performance belegen kann, dann erkennen das die meisten Recruiter auch“, sagt Pullman.

Darüber hinaus gibt es auch persönliche Gründe für einen Arbeitgeberwechsel nach kürzerer Unternehmenszugehörigkeit oder beispielsweise einen Strategiewechsel.

„Wenn die Leute nur wegen eines Senior Managers bei einem Unternehmen anheuern, der ihr Förderer ist, dann verlieren sie oftmals an Status und Einfluss, wenn er das Unternehmen verlässt“, sagt Jackson. „Der entscheidende Punkt ist, dass Sie der Situation einen positiven Dreh verleihen. Sie sollten erzählen, was vorgefallen ist, aber auch was Sie aus dieser Erfahrung gelernt haben.“

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