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Wie US-Investmentbanken ihren europäischen Konkurrenten das Leben schwer machen

Kein Zweifel: Europäische Investmentbanken machen schwierige Zeiten durch. In den Vereinigten Staaten haben sie mit der Neuregelung der „Foreign Banking Organisation“ zu kämpfen. Demnach müssten die US-Ableger europäischer Investmentbanken dort künftig viel mehr Eigenkapital vorhalten als in der Vergangenheit, was kräftig auf die Rendite drückt.

In Europa wiederum gewinnen die US-Investmentbanken Marktanteile zu Lasten ihrer europäischen Wettbewerber. Dies geht aus einem Chart hervor, den die amerikanische M&A-Beratungs-Boutique Freeman & Co zusammengestellt hat. Seit Jahresbeginn konnten sich die US-Investmentbanken 26,6 Prozent der europäischen Gebühren sichern. In 2012 hatte ihr Marktanteil noch bei 21,9 und in 2011 bei 20,3 Prozent gelegen. Die Daten von Freeman & Co umfassen allerdings nur das Underwriting bei Anleihen und Aktien und die M&A-Beratung. Sales und Trading fehlen indes.

Freeman & Co führt den Trend auf verschiedene Gründe zurück: So steige die Zahl grenzübergreifender M&A-Transaktionen, die europäischen Großbanken zögen sich aus der Euro-Peripherie zurück und die US-Banken seien besonders stark im Vertrieb von Fixed Income-Produkten.

Doch nicht alle US-Investmentbanken profitieren gleichermaßen von dem Trend und umgekehrt verlieren keinesfalls alle ihrer europäischen Wettbewerber Marktanteile. Wie der unten stehenden Chart zeigt, setzt sich Goldman Sachs mit einem Anstieg des Marktanteils von 31 Prozent an die Spitze, Citi folgt mit einem Plus von 29 Prozent und die Bank of America konnte ihren Anteil am Kuchen um 21 Prozent vergrößern.

Die Verliererseite führt die Royal Bank of Scotland an, deren Marktanteil sich um 19 Prozent verminderte, die UBS verlor 18 Prozent und Barclays 13 Prozent. Allerdings vermochten sich einige europäische Anbieter dem Trend zu widersetzen. So konnten die Deutsche Bank, Crédit Agricole, die Société Générale und Unicredit (Hypo Vereinsbank) ihre Marktanteile sogar steigern. Mit Ausnahme der Deutschen Bank wuchsen diese Institute indes von einem relativ niedrigen Niveau.

Freeman market share EMEA

Top 15 banks EMEA market shares

Doch die eigentliche Frage lautet, ob die US-Investmentbanken ihren Siegeszug in Europa auch in Zukunft fortsetzen können. Sicherlich profitieren die US-Institute von ihrem starken Heimatmarkt, der eine gute Basis für eine internationale Wachstumsstrategie darstellt. Darüber hinaus zeigt der unten stehende Chart, dass die US-Banken bereits in der Vergangenheit über einen ansehnlichen Marktanteil in Europa verfügten. Beim aktuellen Trend könnte es sich also lediglich um eine Rückkehr zum altbekannten Niveau handeln.

Freeman US bank share reestablished

Quelle für die Charts: Freeman & Co.

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