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Nur die Investmentbanker müssen weinen: Bei der Deutschen Bank steigen die Vergütungen wieder an

Mit einem überraschend guten Ergebnis konnte die Deutsche Bank ins neue Jahr starten. Der Vorsteuergewinn legte im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 28 Prozent auf 2,414 Mrd. Euro zu. Die Erträge wuchsen indes lediglich um 2 Prozent auf 9,391 Mrd. Euro. Die wieder sprudelnden Gewinne gingen indes auch zu Lasten der Mitarbeiter, denn die Kosten sanken um 5 Prozent auf 6,623 Mrd. Euro. Co-Chef Anshu Jain zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden.

Darüber hinaus setzte die Deutsche Bank heute in einer Blitzaktion eine Kapitalerhöhung über fast 3 Mrd. Euro um. 90 Mio. frischer Aktien wurden ausgegeben. Die Märkte goutierten den Schritt: Die Aktie legte im Vormittagshandel um 6 Prozent zu. Viele  Analysten hatten in der Vergangenheit die im Vergleich zu den US-Banken schwache Kapitalausstattung bemängelt.

Die Kosteneinsparungen gingen unterdessen hauptsächlich auf einen kräftigen Personalabbau von knapp 2900 Stellen binnen Jahresfrist zurück. Deutlich besser sieht es hingegen bei den Vergütungen aus: Die Gehälter in den meisten Geschäftsbereichen steigen – mit Ausnahme des Investmentbankings. Spitzenreiter ist das Asset and Wealth Management (AWM), wo der Personalaufwand pro Kopf um 8,3 Prozent auf 42.553 Euro zulegte. Im Bereich Private and Business Clients kletterten die Ausgaben pro Kopf um 4,9 Prozent auf 20.433 Euro. Allerdings sind hierin auch Abfindungszahlungen von gut 50 Mio. Euro enthalten.  Im Global Transaction Banking (GTB) legte der Personalaufwand pro Kopf um 4 Prozent auf 30.819 Euro zu. Dagegen ließ die Bank für ihre Investmentbanker durchschnittlich nur noch 63.134 Euro springen, was 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr waren.

Weniger erfreulich sieht es hingegen bei der Personalentwicklung aus. Allein im Frontoffice des Investmentbankings fielen binnen Jahresfrist 1144 Stellen weg – ein Minus von immerhin 11,5 Prozent.  Im Filialgeschäft strich die Deutsche Bank 834 Stellen, in AWM 602 Stellen und in der Infrastruktur 154 Arbeitsplätze. Lediglich im GTB gab es ein kleines Plus von 47 Stellen.

Obgleich die Investmentbanker den Löwenanteil des Sparprogramms schultern mussten, sind sie auch weiterhin der Goldesel der Bank. Mit einem Vorsteuergewinn von 1,852 Mrd. Euro war die Sparte allein für drei Viertel des Ergebnisses verantwortlich. Die Aufwands-Ertrags-Quote lag mit 59 Prozent marginal unter dem Vorjahreswert.

Im Fixed Income-Geschäft – der Hauptgeldquelle der Bank – schwächelte indes der deutsche Branchenprimus: Die Erträge purzelten um 14 Prozent auf 2,727 Mrd. Euro. Jain betonte indes, dass die Bank auch weiterhin zu den Top 5 Playern im Markt zähle. Dagegen feierte das Aktiengeschäft ein kleines Comeback. Die Erträge legten um 12 Prozent auf 766 Mio. Euro zu. In Origination & Advisory konnte die Bank ihre Erträge sogar um knapp ein Drittel auf 676 Mio. Euro steigern.

Im AWM, der größten Baustelle innerhalb des Konzerns, musste sich die Deutsche Bank mit einem Vorsteuergewinn von 221 Mio. Euro begnügen, was immerhin 6 Prozent mehr als im Vorjahr waren. Auch die Aufwands-Ertrags-Quote lag mit 81 Prozent nur leicht unter dem Vorjahreszeitraum.

Im GTB sank der Vorsteuergewinn sogar um 3 Prozent auf 309 Mio. Euro. Allerdings konnte die Bank hier die Aufwands-Ertrags-Quote spürbar von 64 auf nur noch 59 Prozent drücken.

Im Filialgeschäft verdiente die Deutsche Bank vor Steuern 482 Mio. Euro, was  5 Prozent mehr als im Vorjahr waren. Die Aufwands-Ertrags-Quote verschlechterte sich geringfügig auf 75 Prozent.

Konzernweit strebt die Bank eine Aufwands-Ertrags-Quote von 65 Prozent an. Derzeit liegt die Quote noch bei 68 Prozent. Mithin muss die Deutsche Bank weitere Kosten einsparen, um den Zielwert zu erreichen. Die Zahlen geben allerdings ein zu rosiges Bild wieder, da das erste Quartal traditionell das stärkste des Jahres ist.

Einen kleinen Hoffnungsschimmer für die Mitarbeiter hatte Finanzchef Stefan Krause noch bei der Analystenkonferenz parat. Krause rechnet damit, dass der Anteil der aufgeschobenen Vergütungen weiter abnehmen werde. Die Zahlen für 2012 und 2013 seien noch durch die vergleichsweise strenge Altregelung belastet.

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