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Die sicherste Bank der Welt kommt aus Deutschland: Doch wollen Sie dort wirklich arbeiten?

Hauptsitz der KfW.

Hauptsitz der KfW.

Der Eurokrise zum Trotz stammen neun der zehn sichersten Banken der Welt ausgerechnet aus der Eurozone und eine weitere aus der Schweiz, nämlich die Zürcher Kantonalbank. Zu diesen Ergebnissen kommt das US-Magazin Global Finance in seinem Ranking „World’s 50 safest Banks“ in 2013. Allein vier dieser Institute stammen aus Deutschland – allerdings sucht man in dem Ranking den deutschen Branchenprimus vergeblich.

Den ersten Platz als sicherste Bank der Welt errang vielmehr die bundeseigene KfW-Bankengruppe. Auf den dritten Platz landete die Landwirtschaftliche Rentenbank, auf Platz fünf die L-Bank (Staatsbank Baden-Württemberg) und auf Platz acht die NRW.Bank. Bei allen vier Banken aus Deutschland handelt es sich um staatseigene Förderbanken, die offensichtlich vom zweifelsfreien AAA-Ranking der Republik profitieren. Lediglich die DZ Bank als Spitzeninstitut der Genossenschaftsbanken findet sich auf dem 37. Platz.

Für das Ranking wurden die Einstufungen der drei Ratingagenturen Moody’s, Standard & Poor’s und Fitch der nach Assets 500 größten Banken der Welt ausgewertet. Generell konnten sich in dem halbjährlich erhobenen Ranking in den zurückliegenden Jahren die Institute aus den Schwellenländern vorarbeiten, während die aus den entwickelten Volkswirtschaften zurückgefallen sind.

Da die Boni auch nicht der mehr das sind, was sie einmal waren und reihenweise Stellen bei Banken gestrichen werden, kommt der Arbeitsplatzsicherheit eine stark wachsende Bedeutung zu. Daher stellt sich die Frage, ob Sie tatsächlich für diese Banken arbeiten wollen?

Schon bei der Entwicklung der Mitarbeiterzahlen zeigt sich die Ausnahmestellung der Förderbanken, denn diese schaffen Arbeitsplätze. So legte die Mitarbeiterzahl der KfW in 2011 um 247 auf 5063 zu. Da die Förderbanken ebenso wie die Landesbanken mit der Veröffentlichung von Geschäftsergebnissen auf sich warten lassen, stehen nur veraltete Zahlen zu Verfügung.

Leider veröffentlicht die KfW auch den Personalaufwand nicht separat. Der gesamte Verwaltungsaufwand belief sich in 2011 indes auf knapp 150.000 Euro pro Kopf. Da die Daumenregel gilt, dass die Banken mindestens die Hälfte ihrer Kosten für Personal aufwenden, müsste jeder Mitarbeiter der KfW in 2011 mindestens 75.000 Euro eingestrichen haben.

Im Unterschied zur KfW handelt es sich bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank um einen wahren Zwerg, der zu Ende Juni 2012 gerade einmal 247 Mitarbeiter zählte. Auch dieses Institut hatte bereits in den ersten sechs Monaten des vergangen Jahres sieben neue Stellen geschaffen. Für die Mitarbeiter ließ die Landwirtschaftliche Rentenbank im ersten Halbjahr 2012 insgesamt 13,6 Mio. Euro springen. Der Personalaufwand pro Kopf belief sich also auf gut 55.000 Euro – für sechs Monate wohlgemerkt.

Bei der fünftplatzierten L-Bank, der Staatsbank Baden-Württemberg, gingen hingegen vier Stellen verloren –  das Institut beschäftigte Ende 2011 insgesamt 1218 Mitarbeiter. Der Personalaufwand pro Kopf in 2012 belief sich indes auf vergleichsweise bescheidene 72.300 Euro. Die L-Bank gehört zu den wenigen Instituten, die nicht nur den Personalaufwand, sondern auch die Ausgaben für Gehälter und Boni veröffentlicht. Im Personalaufwand sind hingegen auch Sozialleistungen sowie Abfindungszahlungen erhalten. Die Gesamtvergütung pro Kopf belief sich in 2011 auf gut 58.800 Euro.

Etwas üppiger scheint jedoch die achtplatzierte NRW.Bank zu zahlen. Der Personalaufwand pro Kopf belief sich in 2011 auf knapp 85.600 Euro. Das Institut erhöhte seine Mitarbeiterzahl im Jahresverlauf um 31 auf 1255 Beschäftigte.

Insgesamt zählen die vier Förderbanken zwar zu den sichersten Arbeitgebern unter den Banken weltweit, dennoch fallen die Vergütungen gegenüber den großen Geschäftsbanken etwas moderater aus. Allerdings stellt sich die Frage, ob nicht auch die Arbeitszeiten bei den Staatsbanken spürbar kürzer ausfallen als z.B. bei der Deutschen Bank. Bei der KfW war z.B. am Freitagnachmittag um 16.30 Uhr niemand mehr zu einer Stellungnahme zu erreichen. Statt Pressestelle oder Telefonzentrale meldete sich der Sicherheitsdienst: „Die haben bereits umgeschaltet“, so der lapidare Kommentar.

Ranking der zehn sichersten Banken der Welt

1. KfW (Deutschland)

2. Bank Nederlandse Gemeenten (Niederlande)

3. Zürcher Kantonalbank (Schweiz)

4. Landwirtschaftliche Rentenbank (Deutschland)

5. L-Bank (Deutschland)

6. Nederlandsche Watershapsbank (Niederlande)

7. Caisse des Dépôts et Consignations (Frankreich)

8. NRW-Bank

9. Spuerkeess (Luxemburg)

10. Rabobank (Niederlande)

37. DZ Bank (Deutschland)

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