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Auf dem Rückzug: Schweizer Banken betreuen den Mittleren Osten wieder von Genf

Immer mehr Schweizer Privatbanken betreuen vermögende Kunden aus dem Mittleren Osten wieder von Genf.

Immer mehr Schweizer Privatbanken betreuen vermögende Kunden aus dem Mittleren Osten wieder von Genf.

Immer mehr Schweizer Private Banker dürften künftig aus dem Koffer leben und den Mittleren Osten von Genf aus betreuen. So kündigte Vontobel zuletzt an, ihre erst 2011 in Dubai eröffnete Niederlassung mit neun Mitarbeitern dichtzumachen. Das Geschäft werde künftig wieder von Genf aus betreut.  Laut einem Vontobel-Sprecher würden „einige von ihnen wahrscheinlich die Bank verlassen.“

Die gleiche Entscheidung hat bereits die Schweizer Privatbank Pictet gefällt und Teile ihres achtköpfigen Kundenberaterteams zurück nach Genf verlagert. Dabei haben mindestens zwei Mitarbeiter ihren Job verloren.

„High-net-worth individuals aus den Golfstaaten bevorzugen immer noch das offshore Wealth Management von internationalen Banken –  besonders von Schweizer Instituten, und die Banken hatten damit zu kämpfen, ihre Kunden von einem Onshore-Wealth Management zu überzeugen“, sagt Sebastian Dovey, Managing Partner bei der Wealth Management-Beratung Scorpio Partnership. „Stattdessen mussten sie sich auf gewöhnliche Aufgaben konzentrieren, auf Medium-net-worth Individuals, was einen wesentlichen größeren Einsatz von Personal und Investitionen erfordert, um das Geschäft aufzubauen.“

Laut Dovey hätten Privatbanken unterschätzt, wie schwierig es fällt, Wealth Management-Talente vor Ort zu finden. Daher mache das „Kofferbanker-Modell“ für viele Banken mehr Sinn. „Es gibt eine lange Geschichte, Vermögen aus dem Mittleren Osten offshore zu verwalten. Die Mitarbeiter, die diese Kunden betreuen, sind eher in London, Genf, Monaco und New York angesiedelt und neigen nicht dazu, ihrem Geschäft in den Vereinigten Arabischen Emiraten nachzugehen“, ergänzt Dovey. „Trotz seines hohen Standards ist das Leben von onshore Private Bankern in Dubai hart“, sagt Dovey. Ein großes Vermögen ist auf eine kleine Personenzahl konzentriert, die Aktienmärkte verhalten sich volatil und das regulatorische Umfeld ist für ein hochentwickeltes Wealth Management nicht förderlich. Die meisten Banker bevorzugen es, für Geschäfte einzufliegen.“

Damit hat sich die Situation innerhalb von 18 Monaten dramatisch verändert. Damals rissen sich die internationalen Banken darum, dort Wealth Manager einzustellen, und Investmentbanker wechselten in den Sektor, um ihrer Karriere auf die Sprünge zu verhelfen.

„Das hat sich erheblich verlangsamt“, bestätigt Headhunter Magdy El Zein vom Recruitmentunternehmen Boyden im Mittleren Osten. „Die internationalen Banken wollen die Vermögen in Saudi Arabien anzapfen, was sich mit einer kleinen Niederlassung in Dubai nicht bewältigen lässt. Viele entlassen Leute, und örtliche Banken nutzen die Chance, um ihre Teams auszubauen.“

Dennoch gibt es Banken, die auch im Mittleren Osten weiter auf Wachstumskurs sind. Dazu zählt beispielsweise die Liechtensteiner LGT Group, die in den kommenden beiden Jahren 40 Private Banker in der Region anheuern möchte.

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