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Bonus sinkt um weitere 17,2 Prozent: Lohnt es sich überhaupt noch, für die Commerzbank zu arbeiten?

Commerzbank-Chef Martin Blessing.

Commerzbank-Chef Martin Blessing.

Mit einem Konzernergebnis von 6 Mio. Euro konnte sich die Commerzbank in 2012 gerade noch in die schwarzen Zahlen retten. Damit dürfte sich zumindest der Steuerzahler freuen, denn erstmals wird die stille Einlage des Bundes verzinst. Das operative Ergebnis lag indes bei 1,2 Mrd. Euro, wie das Institut am heutigen Freitag (15. Februar) mitteilte. Der Geldsegen wird jedoch durch außerordentliche Belastungen geschmälert. So musste die Commerzbank beim Verkauf der ukrainischen Bank Forum einen Verlust von 268 Mio. verkraften und Steueransprüche in Höhe von 673 Mio. Euro abschreiben.

Auch die Mitarbeiter kommen nicht ungeschoren davon. So kürzte die Commerzbank den Bonus gegenüber dem Vorjahr um 17,2 Prozent auf nur 318 Mio. Euro zusammen. Die Investmentbanker müssen bei der variablen Vergütung sogar Abstriche von 20 Prozent auf 92,5 Mio. Euro hinnehmen. Jeder der rund 1800 Investmentbanker des Hauses erhält also einen Bonus von durchschnittlich gut 51.000 Euro. Insgesamt purzelten die Personalkosten um 5,3 Prozent auf 3,956 Mrd. Euro.

Quelle: Commerzbank

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Darüber hinaus hat das Institut den Kahlschlag bei den Mitarbeiter fortgesetzt. Allein in 2012 wurden 3870 Stellen gestrichen. Die Mitarbeiterzahl im Konzern (auf Vollzeitbasis) verminderte sich um 7,9 Prozent auf 45,345. Damit sind bei der Commerzbank seit 2007 gut 12.000 oder 20,9 Prozent der Belegschaft dem Rotstift zum Opfer gefallen.

Und der Kahlschlag soll weitergehen. So hat Konzernchef Martin Blessing kürzlich angekündigt, bis 2015 weitere 4000 bis 6000 Stellen streichen zu wollen. Analysten hatten diese Einsparziele sogar noch als wenig ambitioniert bezeichnet. Es könnte letztlich also noch mehr Beschäftigte treffen. Allerdings kündigte Blessing bei der Pressekonferenz an: „Wir werden in einigen Bereichen mit Wachstumschancen Personal aufbauen, z.B. in der Mittelstandsbank.”

Insgesamt zeigt sich die Bank als besonders knausriger Arbeitgeber. Für jeden Mitarbeiter ließ das Institut in 2012 durchschnittlich 87.242 Euro springen, was immerhin 2,8 Prozent mehr als im Vorjahr waren. Allerdings sollten sich die Mitarbeiter nicht vorschnell freuen. Denn in den Personalkosten sind neben Sozialabgaben auch Abfindungszahlungen enthalten. Bei einem Abbau von 3870 Stelle in 2012 dürfte da einiges zusammenkommen. Damit zählt die Commerzbank zu den besonders schlecht zahlenden Großbanken. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank wandte in 2012 durchschnittlich 137.700 Euro pro Kopf auf. Allerdings erhielten die außertariflichen Mitarbeiter im zweiten Halbjahr eine Gehaltserhöhung von 3 Prozent. „Das war auch nach mehreren Nullrunden sinnvoll”, sagte Blessing.

Quelle: Commerzbank

Quelle: Commerzbank

Als Goldesel des Konzerns erwies sich wieder einmal die Mittelstandsbank, die ein Vorsteuerergebnis von 1,649 Mrd. Euro erzielte, was abermals über dem bereits guten Vorjahresergebnis lag. Dagegen hatten das Privatkundengeschäft mit einem Vorsteuerergebnis von 245 Mio. und das Investmentbanking mit 197 Mio. Euro mit der Rentabilität zu kämpfen. Im Osteuropageschäft entstand sogar ein kleiner Verlust von 28 Mio. Euro. Die Gewinne in der Kerrnbank wurden indes von den Verlusten von Non Core Assets, der hauseigenen Bad Bank, in Höhe von 1,568 Mrd. Euro aufgezehrt.

Die folgende Grafik zeigt, wo die Commerzbank mit dem Kosten zu kämpfen hat. So lag die Aufwandsertragsquote zu Jahresende in der Kernbank bei 77 Prozent. Dagegen lagen sie im Privatkundengeschäft und in der Investmentbank (Corporates & Markets) mit 94 bzw. 84 Prozent deutlich zu hoch.

Quelle: Commerzbank

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