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Wo in Europa die Stellen abgebaut werden

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Bei genauerer Lektüre gibt das „Bankenbarometer Deutschland / Europa 2013“ der Wirtschaftsberatung Ernst & Young zumindest einen Hoffnungsschimmer für die Beschäftigung in Deutschland und der Schweiz. Für die Studie hat Ernst & Young 269 Banken in Europa befragt, darunter 50 aus Deutschland.

Zunächst zeichnen die Experten ein eher düsteres Bild: „Besonders hoch ist der Anteil der Banken, die ihre Belegschaft reduzieren wollen, in den Niederlanden (70 Prozent) und in Großbritannien (64 Prozent); aber auch in Polen und Österreich plant mehr als jede zweite Bank einen Personalabbau.“

Dagegen fällt die Negativstimmung in Deutschland und der Schweiz spürbar schwächer aus. So wollen zwar 42 Prozent der Banken in Deutschland Personal abbauen, aber immerhin 18 Prozent gaben an, dass der Personalbestand in den kommenden sechs Monaten wieder steigen werde. Noch etwas besser fallen die Ergebnisse in der Schweiz aus. Dort rechnen nur 37 Prozent der Banken mit einem weiteren Personalabbau in näherer Zukunft und 26 Prozent mit einem Personalaufbau.

Quelle: Ernst & Young Bankenreport 2013

Quelle: Ernst & Young Bankenreport 2013

Signifikante Unterschiede zeigen sich auch bei den vom Kahlschlag betroffenen Bereichen. So gaben 71 Prozent der deutschen Banken an, bei Stabsfunktionen und in der Verwaltung den Rotstift ansetzen zu wollen. In Europa waren es gerade einmal 58 Prozent. Dies ist indes auch nicht weiter verwunderlich, da diese Bereiche ja lediglich Kosten und keine Erträge generieren.

In den eigentlichen Geschäftsbereichen rechnen deutsche Banken im Vergleich zu ihren europäischen Wettbewerbern mit  einem geringeren Personalabbau. Das beste Beispiel hierfür stellt das Investmentbanking dar, wo allein in London im laufenden Jahr zehntausende von Jobs wegfallen dürften. Entsprechend rechnen auch 30 Prozent der in Europa befragten Banken mit einem Personalabbau in dieser Sparte. In Deutschland sind es hingegen gerade einmal 14 Prozent. In Filialgeschäft, Private Banking und Corporate Banking fallen die Ergebnisse ähnlich aus.

Laut dem Bankenexperten Dirk Müller-Tronnier von Ernst & Young kommt der Ertragsseite zur Überwindung der Krise denn auch eine besondere Bedeutung zu. „Die Banken brauchen trotz Zwangsschrumpfung dringend neues Geschäft“, sagt Müller-Tronnier. „Die Herausforderung besteht darin, tragbares, stabiles, seriöses Kreditgeschäft zu generieren. Das werden nicht alle Institute schaffen.“

Quelle: Ernst & Young Bankenreport 2013

Quelle: Ernst & Young Bankenreport 2013

Kommentare (1)

Comments
  1. Die Mitarbeiter in den Banken, die auf eine verlässliche finanzielle Basis für ihr Berufsleben, den Aufbau einer Familie und die Finanzierung von Eigenheimen vertraut haben, bezahlen nun die Zeche für die jahre- und jahrzehntelangen Fehlplanungen der “Top-Entscheider”, die immer nur über Volumenszuwächse zulasten bestandssichernder Erträge geplant haben. Jetzt, wo man erkennt, dass man in der gesamten Branchenwelt nicht fähig ist, die Risiken (und zukünftigen Kapitalkosten) zu bepreisen, werden die Folgen einfach auf die treuen MA abgewälzt – moral hazard pur !

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