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Zehn Banker und Finanzprofis, die in 2013 von sich hören lassen werden

He paid them well

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Die Finanzwelt wird mindestens ebenso stark von Menschen wie von Unternehmen geprägt. In 2012 haben Leute wie Bod Diamond (der ehemalige Barclays-Chef), Bruno Iksil (der Londoner Wal) und Kweku Adoboli (der UBS-Skandaltrader) für Schlagzeilen gesorgt.

Auch 2013 dürfte sich so manches Drama ereignen, da Unternehmen wie Citi, Goldman Sachs und Deutsche Bank sich an die neue Realität anpassen müssen, die von wachsender Regulierung und einem Kulturwandel geprägt ist. Aus der sich ständig wandelnden Welt der Hochfinanz haben wir diejenigen Namen ausgewählt, auf die Sie im noch jungen Jahr achten müssen. Bei einigen davon handelt es sich um altbekannte Gesichter wie z.B. den Deutsche Bank-Co-Chef Anshu Jain. Andere sind dagegen weniger bekannt. Die folgenden Namen sollten Sie auf dem Radarschirm behalten, wenn Sie Ihrer Karriere auf die Sprünge verhelfen und wissen wollen, wohin sich die Branche entwickelt.

Anshu Jain, Co-Chef der Deutschen Bank

Anshu Jain und Jürgen Fitschen haben im vergangenen Jahr das Ruder bei der Deutschen Bank übernommen – der letzten global relevanten Bank aus Deutschland. Viele Branchenbeobachter zweifelten daran, ob Jain einen der politisch schwierigsten Jobs ausfüllen kann, den die deutsche Wirtschaft zu bieten hat. Denn Jain stammt aus dem vielfach geschmähten Investmentbanking, spricht kaum Deutsch und befindet sich unter ständiger Beobachtung der Medien. Doch nach ein paar Monaten im Amt hat Jain bewiesen, dass er durchaus bescheiden und geschickt kommunizieren kann. PR-Desaster wie Josef Ackermanns Victory-Zeichen und Hilmar Koppers „Peanuts“ sind bisher jedenfalls ausgeblieben. Damit steigen seine Chancen, den Chefposten bei der Deutschen Bank allein zu übernehmen.

Edouard Carmignac, Gründer und Chef von Carmignac Asset Management

In den zurückliegenden Jahren ist dem französischen Asset Manager Carmignac ein spektakuläres Wachstum gelungen. So legten die verwalteten Kundenvermögen von 13 Mrd. Euro in 2009 auf 53 Mrd. Euro Ende 2012 zu.

Der 65jährige Edouard Carmignac, der vom Branchenblatt Financial News als einer der einflussreichsten Finanziers der Welt bezeichnet wurde, expandierte nach Deutschland, Luxemburg, Italien, Madrid und London. Dazu hat Carmignac allein in den beiden vergangenen Jahren 60 neue Mitarbeiter in Europa angeheuert und will auch weiterhin Einstellungen vornehmen. Bei Carmignac zu arbeiten, bringt einen ganz besonderen Vorzug mit sich: Der 65jährige ist dafür bekannt, Kunden und Mitarbeiter zu Privatkonzerten von z.B. den Rolling Stones einzuladen.

Gaël de Boissard, Co-Head Investmentbanking bei der Credit Suisse

Nach elf Jahren bei der Credit Suisse wurde der 45jährige Franzose Gaël de Boissard im vergangenen November zum Co-Chef Investmentbanking und alleinigen Chef des EMEA-Geschäfts ernannt. Als ehemaliger JP Morgan-Mitarbeiter wird de Boissard über die Zukunft des Fixed Income-Geschäfts bestimmen. Die Credit Suisse hat sich zu dem Geschäftsbereich bekannt, obgleich das Institut nicht über die gleiche Marktpräsenz wie die Deutsche Bank oder JP Morgan verfügt. Für den Credit Suisse-Chef Brady Doughan stellt das Festhalten am Fixed Income-Geschäft eine riskante Strategie dar. Daher muss de Boissard entweder erfolgreich sein oder seinen Hut nehmen.

Isabelle Ealet, Co-Head Wertpapiergeschäft bei Goldman Sachs

Isabelle Ealet dürfte wahrscheinlich nichts Dramatisches in 2013 unternehmen. Doch wenn Sie in Sales und Trading arbeiten, dann sollten Sie schon einmal von der 49jährigen gehört haben. Die Französin wurde im Januar 2012 an die Spitze des Wertpapiergeschäfts von Goldman Sachs befördert. Da die sogenannten „Flow Monster“ wie Goldman Sachs sowohl im Geschäft mit Aktien und festverzinslichen Wertpapieren zulegen, dürfte auch Ealets Einfluss wachsen. Ob sie allerdings Einstellungen vornehmen wird, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Denn laut Goldman Sachs hängt die Mitarbeiterzahl von der Ertragsentwicklung ab.

Tamim Al-Kuwari, Chef von QInvest

So mancher Marktbeobachter staunte nicht schlecht, als Al-Kuwari als Chef von Goldman Sachs in Qatar abtrat und im Oktober 2012 als stellvertretender Chef zur regionalen Investmentbank QInvest wechselte. Bei einer Management-Restrukturierung im November avancierte Al-Kuwari zum Unternehmens-Chef und er wurde mit der Aufgabe betraut, die Bank zu einem Investmentbanking Powerhouse in der Region aufzubauen. Nachdem sich die internationalen Investmentbanken sukzessive aus dem Mittleren Osten zurückziehen und QInvest mit EFG Hermes fusionierte, ist das Unternehmen für eine Wachstumsstrategie gut aufgestellt. Die Bank will im Asset Management um 50 Prozent wachsen, was auch ihrem Investmentbanking auf die Sprünge helfen könnte.

Rezwan Mirza, Corporate Banking-Chef von Barclays am Golf

Nur noch wenige internationale Häuser sprechen über eine Expansion im Mittleren Osten, zu diesen Ausnahmen zählt Barclays. Nachdem sich die britische Großbank im vergangenen Jahr auf ihr Wealth Management-Geschäft konzentrierte, will Barclays jetzt in der Region im Corporate Banking wachsen. So stellt Barclays unter Rezwan Mirza im Mittleren Osten auf allen Hierarchiestufen ein – vom Analysten bis zum Direktor. Außerdem will die Bank auch in ihre Infrastruktur investieren.

Steven A. Cohen, Gründer von SAC Capital Advisors

SAC Capital Advisors aus Stamford im US-Bundesstaat Connecticut zählt zu den profitabelsten Hedgefonds der Welt. Doch Firmengründer Steven A. Cohen steht im Mittelpunkt einer Affäre um Insidergeschäfte, in der auch eine Reihe seiner leitenden Mitarbeiter verwickelt ist. Obgleich er nicht angeklagt wurde, steht Cohen unter Beschuss von Investoren. Als Selfmade-Milliardär wird Cohens legendäre Arbeitsethik nur von seinem Wunsch geschlagen, sein Bankguthaben steigen zu sehen. Der Ausgang der Affäre dürfte indes gravierende Folgen auf Cohen selbst und seine Mitarbeiter haben.

Michael Corbat, Chef von Citi

Nach nur drei Monaten als Chef der US-Großbank Citi hat Michael Corbat bereits das Institut umgekrempelt. So hat er den Abbau von 11.000 Stellen und eine Neuausrichtung des Managements angekündigt. Corbat scheint über genaue Vorstellungen von der Zukunft von Citi zu verfügen: weniger Risiko, weniger Mitarbeiter und eine schlankere Organisation. Nachdem Corbat das Ruder von seinem Vorgängen Vikram Pandit übernommen hat,  zählt er zu den lebenslangen Citi-Mitarbeitern. Daher belohnt er jetzt die Leute mit einem ähnlichen Werdegang: die Mitarbeiter, die ihr berufliches Leben der Citi geopfert haben.

Piyush Gupta, Chef von DBS in Singapur

Piyush Gupta steht an der Spitze eines wachstumsorientierten Unternehmens, das kürzlich von der Zeitschrift „The Banker“ zur asiatischen Bank des Jahres erkoren wurde. Gupta, der zuvor Citi-Chef für Südostasien war, will mit der Bank aus Singapur auch im laufenden Jahr expandieren und damit zu einem relevanten Player in der Region avancieren. Schon derzeit unterhält DBS mehr als 200 Niederlassungen in 15 Märkten, will in China wachsen und hat jüngst ein Rekordergebnis für die ersten neun Monate des Jahres in Höhe von 2,6 Mrd. Singapur-Dollar (1,6 Mrd. Euro) vorgelegt. Unter Gupta will DBS einen höheren Marktanteil im Renminbi-Handel oder im asiatischen Fixed Income-Geschäft erlangen.

Sam Kendall, Global Head of Equity Capital Markets bei der UBS

Sam Kendalls Aufstieg im Januar vom Chef des asiatischen Aktiengeschäfts zum Chef des globalen Aktiengeschäfts belegt einen Branchentrend: Westliche Banken siedeln die Leiter von Geschäftsbereichen immer häufiger in Asien an. So hat beispielsweise auch Citi Jonahthan Larsen aus Hongkong zum Chef ihres weltweiten Consumer-Bankings ernannt. Kendall will in diesem Jahr auch in anderen Weltregionen ein ähnliches Wachstum wie in Asien erreichen, wo ihm ein Ertragsanstieg von 80 Prozent gelang. Daher sollten Sie auch damit rechnen, dass immer mehr Banken Teile ihres Managements nach Asien verlagern.

Mit Material von Beecher Tuttle (USA), Florian Hamann (Deutschland & Schweiz), Paul Clarke (Mittlerer Osten), Simon Mortlock (Asien) und Sarah Butcher (Großbritannien).

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