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3000 Jobs bedroht? Deutsche Bank-Analysten zerreißen UBS-Pläne für Fixed Income-Geschäft

Die Deutsche Bank bringt einige Kompetenz im Fixed Income-Geschäft mit. Da der deutsche Branchenprimus laut dem Analysehaus Bernstein in der Sparte auf einen Marktanteil von 9 Prozent kommt, dürfte das Institut ziemlich genau wissen, was funktioniert und was nicht. Doch die Analysten des deutschen Branchenprimus lassen an den Restrukturierungsplänen der UBS für ihr Fixed Income-Geschäft kein gutes Haar übrig.

Der UBS-Plan zum Ausstieg aus dem Sales- und Trading-Geschäft in Fixed Income und der Abbau von zwei Dritteln der Arbeitskräfte seien kaum nachzuvollziehen. Dagegen hält die Schweizer Großbank am Geschäft mit Devisen, Edelmetallen, Flow Rates und Krediten fest, die sämtlich sehr wettbewerbsfähig sind. Von den insgesamt 3000 Stellen in dem Geschäftsbereich sollen laut der Deutschen Bank 2000 wegfallen. Allerdings hegen die Analysten Zweifel, ob die verbliebenen 1000 Mitarbeiter genügen, um sich auch weiterhin im Wettbewerb behaupten zu können.

Am meisten wundern sich die Analysten über den unkoventionellen Plan, das Sales- und Trading-Geschäft einzustellen, und andererseits an Debt Capital Markets (DCM) festzuhalten und weiterhin Anleihen für ihre Kunden zu emittieren. Dies halten die Analysten für praktisch kaum durchführbar. „Wir denken, dass DCM-Kunden auch die Fähigkeit erwarten, auf den Zweitmärkten handeln zu können, weshalb der DCM-Markt auch von Geschäftsbanken und nicht von Boutiquen beherrscht wird“, heißt es von den Analysten.

Als Folge davon rechnet die Deutsche Bank mit einem zusätzlichen Personalabbau im Fixed Income-Geschäft. Schon vor dem Ende des Jahres 2013 werde sich die UBS vom DCM-Geschäft und den verbleibenden FICC-Sparten trennen und weitere 2000 bis 3000 Jobs abbauen. Mit dieser Meinung stehen die Analysten der Deutschen Bank nicht allein da. Schon Kepler Capital Markets-Analyst Dirk Becker hat dem Kapitalmarktgeschäft der UBS einen langsamen Tod vorausgesagt. Von Quartal zu Quartal werde es marginalisiert.

Sollten sich also die verbliebenen Beschäftigten des Fixed Income-Geschäfts der UBS schleunigst nach einem neuen Job umschauen? Hierzu wollte die UBS keine Stellungnahme abgeben. Dennoch zeigte sich ein senior DCM-Mitarbeiter der UBS von der Strategie überzeugt. „Falls Sie im einfachen Geschäft der Anleihen-Emission für Unternehmens- und FICC-Kunden arbeiten, dann hat sich nicht viel geändert“, sagte der Mitarbeiter bereits im November. Darüber hinaus hat die UBS betont, dass sie sich auch aus dem Zweithandel mit Fixed Income-Produkten nicht vollständig zurückziehen werde. Vielmehr werde die Bank lediglich das Market Making aufgeben, jedoch am Handel von Anleihen im Kundenauftrag festhalten.

Mit ihrer Strategie scheint die UBS bisher nicht schlecht gefahren zu sein. Denn seit die neue Strategie im November vorgestellt wurde, konnte die UBS mehrere große Fixed Income-Geschäfte wie z.B. für Microsoft verbuchen. Überdies hat der Aktienkurs um annähernd 20 Prozent zugelegt, was für eine Annahme der Restrukturierungspläne durch die Anleger spricht.

Und falls UBS-Mitarbeiter aus dem Fixed Income-Geschäft doch abspringen möchten, dann dürfte ihnen die Jobsuche nicht leicht fallen. Denn die Analysten der Deutschen Bank rechnen mit einem schwierigen Geschäftsjahr 2013 in Fixed Income. Allein die Mitarbeiterzahl werde branchenweit um 6 bis 7 Prozent nachgeben.

Deutsche FICC headcount

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