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Laune aufgehellt: Boni steigen und Banken wollen vermehrt einstellen

Zumindest in Deutschland und Österreich steigt die Laune bei den Banken wieder deutlich. Nach einer Umfrage der Unternehmensberatung Towers Watson unter etwa 30 deutschen und österreichischen Banken schätzten zwei Drittel der befragten HR-Manager die Gesamtsituation in 2011 positiv ein. In 2009 und 2010 waren dies lediglich jeweils etwa 30 Prozent gewesen.

Die bessere Stimmung sorgt auch dafür, dass den HR-Managern der Füller bei der Unterzeichnung von Arbeitsverträgen wieder deutlich lockerer sitzt. So planen derzeit 41 Prozent der befragten Banken Neueinstellungen; im zurückliegenden Jahr waren dies noch magere 11 Prozent gewesen.

Und auch das Portemonnaie scheint bei den Banken wieder griffbereit zu liegen. Während weltweit die Boni gegenüber 2009 tendenziell bescheidener ausfielen, zeigt der Trend in Deutschland und Österreich der Umfrage zufolge wieder nach oben.

Quelle: Towers Watson

Demnach stiegen in 2010 bei über 55 Prozent der Führungskräfte die Boni gegenüber 2009 an – bei 17 Prozent sogar um mehr als 25 Prozent, bei 14 Prozent um 10 bis 25 Prozent sowie bei 24 Prozent um bis zu 10 Prozent. Dagegen mussten nur 16 Prozent der Führungskräfte sinkende Boni verkraften.

Auch die Grundgehälter kennen nur eine Richtung: nach oben. Rund 90 Prozent der befragten Banken rechnen mit einer Erhöhung der Grundgehälter um mehr als 1 Prozent, wobei jedoch 75 Prozent mit einer Steigerung von nur bis zu 3 Prozent rechnen.

Quelle: Towers Watson

Allerdings haben die Neuregulierungen der Gehälter infolge der Finanzkrise zu einer tiefgreifenden Veränderung der Vergütungsstruktur geführt. So verschwinden Retentionboni sukzessive. “Rund die Hälfte der befragten Banken verwendet keine besonderen Maßnahmen zur Honorierung oder Bindung von Schlüsselkräften”, heißt es in der Studie. Allerdings sind nach wie vor ein Viertel der Banken bereit, neu eingestellten Mitarbeitern Garantieboni für das erste Jahr zu gewähren.

“Aufgrund des regulatorischen Korsetts können die Banken für die langfristige Bindung von Schlüsselmitarbeitern nicht mehr so stark auf monetäre Anreize setzen wie früher. Folglich wird die Bedeutung weiterer Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung, etwa im Bereich Talent-Management, Karriereentwicklung oder Work-Life-Balance wachsen”, sagt Martin Emmerich von Towers Watson in Frankfurt.

“Im Durchschnitt sind die Bonushöhen wieder auf dem Vorkrisenniveau angekommen. Jedoch sind die Anforderungen, die mit der Auszahlung verbunden sind, deutlich gestiegen. Die vielfältigen Deferralregelungen sind hier nur ein Beispiel”, ergänzt Emmerich.

Nach der Umfrage verwenden mittlerweile rund die Hälfte der deutschen und österreichischen Banken Deferralregelungen, wonach Teile der variablen Vergütung zeitverzögert ausbezahlt werden. Während die deutschen Banker bis zu drei Jahre auf ihr Geld warten müssen, sind es in Österreich gesetzlich bedingt sogar fünf Jahre. Ein Viertel der befragten Banken hat indes die Deferralregelungen noch nicht eingeführt. Die vollständige Umsetzung der neuen Vergütungsstrukturen ist bisher lediglich einem Viertel der Banken gelungen, die Mehrheit sei indes “noch nicht ganz fertig”, wie es in der Umfrage heißt.

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