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Deutsche Bank-Aufsichtsrat: „Kein Banker muss zweitstellige Millionenbeträge verdienen“

Werner Wenning, Aufsichtsratsmitglied der Deutsche Bank.

Werner Wenning, Aufsichtsratsmitglied der Deutsche Bank.

Keine Woche nachdem die beiden Deutsche Bank Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen auf dem Investorentag ihre Pläne für eine Verringerung der Boni bei der Deutschen Bank vorgestellt haben, formiert sich Widerstand im Aufsichtsrat des Branchenprimus. So sagte Aufsichtsratsmitglied und ehemaliger Bayer-Chef Werner Wenning der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS): „Ich bin für Caps“ und ergänzte: „Kein Manager muss zweistellige Millionenbeträge verdienen.“ Auf eine konkrete Zahl wollte sich Wenning jedoch nicht festlegen.

Als Adressat für die Schelte kommt niemand anderes als der für das Investmentbanking verantwortliche Chef Anshu Jain in Frage. Denn Jain zählt zu den höchstbezahlten Mitarbeitern des Konzerns, die am ehesten zweistellige Millionen-Beträge erhalten könnten. In 2011 waren es indes „nur“ 5,8 Mio. und in 2010 7,5 Mio. Euro gewesen.  Außerdem hatte sich Jain beim Investorentag ausdrücklich gegen Bonusobergrenzen ausgesprochen.

Weiter sagte Wenning: „Es ist nötig und richtig, Gehaltsexzesse zu stoppen. Da lief manches aus dem Ruder.“   Überdies wendete sich der Bayer-Chef gegen das altbekannte Argument, dass die Talente davonlaufen würden, wenn die Deutsche Bank keine Spitzengehälter mehr zahle. „Die Welt hat sich verändert, auch das Investmentbanking. Überall werden Stellen und Boni gestrichen. Der Wettbewerb ist kein Grund mehr, mit astronomischen Boni zu locken“, betonte Wenning.

Das pikante dabei: Wenning sitzt für die Kapitalseite im zwanzigköpfigen Aufsichtsrat der Deutschen Bank. Den meisten Arbeitnehmervertretern dürften die Ausführungen Wennings durchaus zupasskommen. Dabei versucht die bekanntermaßen besonders linke Gewerkschaft Verdi seit der Übernahme der Postbank einen größeren Einfluss im Aufsichtsrat zu gewinnen. Denn traditionell waren bislang eher wenige Mitarbeiter der Deutsche Bank Verdimitglieder. Doch dies sieht in der Postbank ganz anders aus. So soll sich Verdi-Chef Frank Bsirske höchst persönlich gute Chancen ausrechnen, bald als Arbeitnehmervertreter in das Aufsichtsgremium der Deutschen Bank einzuziehen.

Den schärferen Wind bei der Deutsche Bank bekommen indes schon die Investmentbanker an der London Wall zu spüren. Laut dem Branchenfachblatt Financial News soll die Deutsche Bank reihenweise Mitarbeiter aus dem Coporate Finance-Geschäft vor die Tür setzen.  Demnach sollen 25 Prozent der Abgänge allein auf Managing Directors entfallen. Auch in Dubai wurden sieben Frontoffice-Jobs im Investmentbanking gestrichen.

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