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UBS kürzt Bonuspool um 11 Prozent: Weshalb Mitarbeiter dennoch keinen Grund zur Klage haben

Trotz der Rückkehr in die Gewinnzone streicht die UBS ihren Bonuspool für 2010 um 11 Prozent auf 4,245 Mrd. Franken zusammen. Rein rechnerisch erhielt somit jeder Mitarbeiter eine variable Vergütung von rund 66.700 Franken, wie aus den am heutigen Dienstag (15. März) veröffentlichten Vergütungsbericht 2010 hervorgeht.

Unterdessen warnte UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger schon einmal gegenüber der Aargauer Zeitung vor Einschnitten bei den Mitarbeitern. “Der Arbeitsmarkt für unsere Leute wird nicht in der Schweiz gemacht, sondern in London, New York und Asien”, sagte Villiger. Die Schweiz drohe mit ihrer Regulierung zu einer Insel zu werden und auf das Niveau eines durchschnittlichen Finanzplatzes wie Österreich oder Schweden abzusinken.

Gesamtvergütung wächst trotzdem

Doch so schlimm muss es nicht kommen. Denn die sinkenden Boni werden teilweise durch höhere Fixgehälter ausgeglichen. So legte der Personalaufwand nach dem ebenfalls heute vorgelegten Geschäftsbericht in 2010 um 2 Prozent auf 16,920 Mrd. Franken zu.

Da der Personalbestand in dem gleichen Zeitraum um etwa 1 Prozent auf 64.617 Beschäftigte gesunken ist, stieg der durchschnittliche Personalaufwand pro Kopf sogar um 3,3 Prozent auf knapp 266.000 Franken. Entsprechend sank der Anteil der Bonuszahlungen an den Personalkosten von 28 Prozent in 2009 auf 25 Prozent in 2010. Kürzungen sehen anders aus.

Investmentbanking-Vorstand Carsten Kengeter kassiert 9,3 Mio. Franken

Beim Vorstand klingelte jedoch die Kasse lauter. Die Gesamtvergütung für den dreizehnköpfigen Vorstand kletterte um fast ein Drittel auf 91 Mio. Franken. Die höchste Vergütung erhielt mit 9,3 Mio. Franken Investmentbanking-Vorstand Carsten Kengeter. Durch die schwache Performace seines Bereiches purzelten seine Bezüge gegenüber dem Vorjahr um rund 30 Prozent.

Dagegen zeigte sich UBS-Chef Oswald Grübel abermals bescheiden und verzichtete auf den ihm zustehenden Bonus für 2010, womit sich Grübels Bezüge auf sein Festgehalt in Höhe von 3 Mio. Franken beschränkte.

Auf den Geldsegen müssen die Spitzenverdiener indes auch bei der UBS lange warten. “Alle Mitarbeiter mit einer Gesamtvergütung von CHF/USD 250.000 oder mehr erhalten mindestens 60 Prozent ihrer Bonuszahlung in Form von gesperrten Aktien”, heisst es im Vergütungsbericht. Falls bestimmte Performancekennzahlen nicht erreicht werden oder der Mitarbeiter “das Finanzergebnis oder die Reputation der Bank” beeinträchtige, könnten diese Vergütungen gekürzt oder sogar ganz gestrichen werden.

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