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Fondsgesellschaft DWS feuert erneut Topmanager wegen Vermögenskrise

Die Finanzmarktkrise hat längst auch die Fondsmanager erreicht. Marktführer DWS hat jetzt bereits den zweiten Topmanager in vier Monaten gefeuert.

Wie die FTD berichtet, muss Vertriebschef Stephan Kunze den Assetmanager verlassen. Der Grund: Zuvor sei das verwaltete Vermögen der Deutsche-Bank-Tochter um 20 Prozent geschmolzen. Offenbar hat die Fondsgesellschaft zu früh auf eine Markterholung gesetzt.

Ende 2008 hatte bereits Heinz Fesser, bis dahin zuständig für Anleihefonds, seinen Posten räumen müssen.

Die gesamte deutsche Fondsbranche musste im vergangenen Jahr mit hohen Abflüssen kämpfen. Schuld ist indirekt die Bundesregierung: Die Anfang Oktober ausgesprochene Bürgschaft auf Spareinlagen hat zu einer Fondsflucht geführt. Viele Privatanleger schichteten ihr Erspartes von Geldmarkt- und Anleihefonds in Tages- und Festgeldkonten um.

Bei der DWS-Konzernmutter Deutsche Bank steht Kevin Parker, Leiter der Vermögensverwaltung, mittlerweile unter Druck. Parker, Mitglied im Group Executive Committee, wird nach dem Managementumbau auch nicht in den Vorstand um Bankchef Josef Ackermann aufrücken.

Zzwischen Parkers Managementriege und DWS-Managern, vor allem Kunze, soll es laut Insidern Meinungsverschiedenheiten über den weiteren Kurs der Fondsgesellschaft gegeben haben, so das Blatt weiter. Bisher habe die DWS innerhalb des Konzerns relativ unabhängig agieren können, was sich auch aus ihrer Historie erklärt. Die Fondsgesellschaft war 1956 als Vermögensverwalter mehrerer deutscher Institute gegründet worden. Erst seit 2004 gehört sie vollständig zur Deutschen Bank.

Kunze, der erst 2005 zu DWS gekommen war, soll laut FTD die schwache Entwicklung der Zertifikateplattform DWS Go zum Verhängnis geworden sein. Der Manager hatte das Geschäft mit Zertifikaten im Fondsmantel Ende 2006 mit großen Ambitionen gestartet, konnte davon aber nur Produkte im Volumen von gut 400 Mio. Euro platzieren.

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