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Einstieg ins Investmentbanking: Wie sich Leonardo & Co. den optimalen Absolventen vorstellt

So stellte sich Leonardo da Vinci den perfekten Kandiaten vor Foto: Luc Viator / www.lucnix.be

So stellte sich Leonardo da Vinci den perfekten Kandiaten vor Foto: Luc Viator / www.lucnix.be

Wie sich Leonardo da Vinci den vollkommenen Menschen vorstellt, hat er in seiner berühmten Zeichnung des sogenannten „homo vitruvianus“ zu Papier gebracht (Foto). Die gleichnamige Investmentboutique Leonardo & Co. hat  hingegen eine andere Vision eines idealen Absolventen für einen Einstieg ins Investmentbanking. Das Unternehmen beschäftigt europaweit rund 130 Mitarbeiter und ist vor allem in M&A, Debt Advisory and Restructuring sowie in IPOs tätig.

Bewerber sind heute internationaler und studieren zielgerichteter

Laut Astrid Mayerhöfer, Chief Operating Officer bei Leonardo & Co. in Frankfurt, bringe der ideale Absolvent ein Studium der Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt in Finance mit, verfüge über gute Noten sowie Praktika in M&A oder Private Equity. Darüber hinaus sei es ein Pluspunkt, wenn Studenten etwas Besonderes gemacht hätten wie z.B. die Gründung eines eigenen Unternehmens oder die Mitarbeit in einer Hochschulinitiative.

„Die Bewerber sind heute internationaler ausgerichtet als früher. Fast jeder hat schon internationale Erfahrung bei Studienaufenthalten und Praktika im Ausland gesammelt“, beobachtet Mayerhöfer. Dies sei auch wichtig, da Leonardo & Co.  die Teams für ihre Projekte aus sämtlichen Niederlassungen in Europa zusammenstellt. Weiter beobachtet Mayerhöfer, dass die Bewerber heute zielgerichteter auf ihr Berufsziel hin studieren als früher.

In 2012 gibt es noch Chancen für Absolventen

Von den eingestellten Absolventen hätten rund 90 Prozent bereits ein Praktikum bei Leonardo & Co.  erfolgreich abgeschlossen. „Manche Praktikanten erhalten bereits ein Jahr vor dem Einstieg einen Arbeitsvertrag“, erzählt Mayerhöfer weiter. Dabei nimmt Leonardo & Co. allein in Frankfurt jährlich 10 bis 15 Praktikanten an. Aufgrund der „anspruchs- und verantwortungsvollen Aufgaben“ seien die Anforderungen an die Praktikanten entsprechend hoch. „Wir stellen nur Praktikanten ein, bei denen wir uns tendenziell vorstellen können, dass sie in eine Analystenstelle hineinwachsen können“, erläutert die Expertin.

Jährlich werden zwei bis drei Analysten in Frankfurt eingestellt. Allerdings bestehen für 2012 noch Chancen bei Leonardo & Co. Dabei gebe es keine festen Einstellungszeitpunkte, vielmehr seien diese das ganze Jahr über ab einer Dauer von mindestens zehn Wochen möglich.

„Das ist für Absolventen interessanter, denn durch die Vielzahl der Ausbildungsmodelle – wie Privatuniversitäten, staatliche Universitäten, Bachelor- und Master-Studiengänge – sind auch die Abschlusszeitpunkte bei den Studiengängen uneinheitlicher als in der Vergangenheit. Und wenn ein Kandidat nach seinem Studium eine Weltreise machen will, dann ist das auch kein Problem“, sagt Mayerhöfer. Da das Unternehmen überschaubar ist, seien die Entscheidungswege bei Neueinstellungen kurz.

Während der dreijährigen Zeit als Analyst würden die Teilnehmer mittels „Training on the job“ ausgebildet.  „Wir bilden Generalisten und keine Spezialisten aus“, betont Mayerhöfer. Daher würden die Analysten sämtliche Geschäftsbereich M&A, Debt Advisory and Restructuring sowie IPO kennenlernen. Darüber hinaus nehmen die Analysten in den ersten zwei Jahren auch an Trainings-Kursen teil. „Wir arbeiten mit demselben Trainingsanbieter zusammen wie die großen Banken“, ergänzt Mayerhöfer.

Bachelor lässt weniger Zeit, um erste Berufserfahrung zu sammeln

Allerdings ist nicht alles Sonnenschein. Ein gewisses Problem stellen heute oftmals die dichtgedrängten Lehrpläne in den neuen Bachelor-Studiengängen dar. „Wir stellen immer wieder fest, dass die Studenten weniger Zeit haben, um in Praktika Berufserfahrung zu sammeln, sich außeruniversitär zu engagieren oder ein eigenes Geschäft aufzubauen“, sagt Mayerhöfer. Hier seien die Studenten an den französischen Elitehochschulen Grandes Écoles im Vorteil, wo 18 Monate für Praktika reserviert seien.

Doch generell stellt Mayerhöfer fest, dass die Qualifikation der Studenten  in den vergangenen Jahren zugenommen habe. Dabei gebe es jedoch eine Ausnahme: „Die Rechtschreibung ist der einzige Punkt, in dem die Qualität nicht steigt“, ergänzt Mayerhöfer.  Aber wer ist schon vollkommen? Schließlich hat auch Leonardo da Vinci wenig Wert auf Rechtschreibung gelegt.

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