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DZ Bank-Chef will Managergehälter deckeln: Wieso Investmentbanker besonders leiden müssten

DZ Bank-Chef Wolfgang Kirsch.

DZ Bank-Chef Wolfgang Kirsch.

In der jüngsten Vergangenheit sind die Vergütungen in der Chefetage – gerade auch bei Banken – stärker gewachsen als die Durchschnittsgehälter. Wenn es nach dem DZ Bank-Chef Wolfgang Kirsch geht, soll dies fortan Geschichte sein. In einem Interview mit dem Handelsblatt plädierte der Vorstandsvorsitzende des Spitzeninstituts der deutschen Genossenschaftsbanken, die Vorstandsvergütungen an die Durchschnittsgehälter zu binden.

„Mir geht nach wie vor durch den Kopf, ob sich ein Multiplikator nicht am ehesten am durchschnittlichen Gehalt eines Unternehmens orientieren sollte. Wenn dann die Vergütung eines Vorstandsvorsitzenden sich in einer Spanne des 20- bis 30-Fachen eines Durchschnittsgehalts bewegt, – je nach dem geschäftlichen Erfolg – dann hätte man zumindest einen Maßstab, einen Ankerpunkt, gefunden“, sagte Kirsch.

Dabei müssten nicht nur die Grundgehälter, sondern auch Boni und Altersvorsorge berücksichtigt werden, die bei den oberen Vergütungsklassen üblicherweise eine größere Rolle als die Festgehälter spielen. „Das zeigt die Komplexität dieser Aufgabenstellung“, ergänzte Kirsch. Mithin zeigte der DZ Bank-Chef Verständnis für die jüngsten Aktionärs-Revolten gegen die Vergütungsberichte bei internationalen Großbanken.

Bei der DZ Bank sei dies bereits der Fall. „Ich würde mich immer in diesem Rahmen bewegen. Ich würde das ja auch nicht sagen, wenn Sie mich schon bei der ersten Rechnung überführen könnten. Wenn ich solche Idee äußere, dann ist auch der Abgleich mit der Realität gegeben“, betonte Kirsch.

Laut dem Chef des genossenschaftlichen Spitzeninstituts sollte dies indes durch eine Selbstregulierung der Banken und nicht durch gesetzliche Vorschriften geschehen. „Wir sollten diese Maßstäbe aus uns selbst heraus schaffen. Ich hätte die größten Probleme damit, planwirtschaftliche Elemente in der ansonsten marktwirtschaftlichen Wirtschaftsstruktur in Deutschland sehen zu müssen“, ergänzte Kirsch.

Der DZ Bank-Chef äußerte sich nicht, welche Auswirkungen eine solche Kappung auf die Mitarbeiter unterhalb des Vorstandes hätte. Diese dürften jedoch vor allem für Investmentbanker gravierend ausfallen. So kassieren bei vielen Banken leitende Investmentbanker mehr Geld als so manches Vorstandsmitglied.

Ein gutes Beispiel stellt die Deutsche Bank dar. Der deutsche Branchenprimus beschäftigte in 2011 laut seinem eigenen Vergütungsbericht 1363 „Regulated Employees“, die im besonderen Maß Verantwortung für das Ergebnis und das Risiko der Bank tragen. Jeder dieser Führungskräfte erhielt eine Vergütung  von durchschnittlich 1,4 Mio. Euro. 1250 davon waren allein im Investmentbanking beschäftigt.

Wenn nach der vorgeschlagenen Regelung die Vergütungen der mehrfachen Einkommensmillionäre beschnitten würden, dürfte dies sicher auch empfindliche Einbußen bei den folgenden Rängen nach sich ziehen. Denn die betroffen würden natürlich ungern sehen, dass ihre Untergebenen womöglich besser verdienen als sie selbst.

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