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Trotz kräftigen Sparens bei den Mitarbeitern erzielt die Commerzbank nur Minigewinn

Der neue Finanzvorstand Stephan Engels präsentierte erstmals die Quartalszahlen. Foto: Commerzbank AG

Der neue Finanzvorstand Stephan Engels präsentierte erstmals die Quartalszahlen. Foto: Commerzbank AG

Die Commerzbank lässt beherzt den Rotstift kreisen. Der Verwaltungsaufwand verminderte sich im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17 Prozent auf 1,789 Mrd. Euro. Dennoch halbierte sich der operative Gewinn binnen Jahresfrist auf 584 Mio. Euro, wie die teilverstaatlichte Bank am heutigen Mittwoch (9. Mai) mitteilte. Damit unterbot die Commerzbank sogar die niedrig gesteckten Ziele der Analysten.

Laut dem neuen Finanzvorstand Stephan Engels entfiel jeweils die Hälfte der Einsparungen auf Synergieeffekte im Zuge der Dresdner Bank-Integration und auf zusätzliche Kostenreduzierungen. So strich die Commerzbank in einem Jahr 1502 Stellen, wovon 1117 auf das Inland und 385 auf das Ausland entfielen. Weitere Stellenstreichungen über die bisherigen Planungen hinaus schloss Engels vorerst aus.

Allerdings hatte die kriselnde Bank auch positive Nachrichten parat. So habe die Bank per Ende März bereits den im vergangenen Jahr festgestellten zusätzlichen Eigenkapitalbedarf von 5,3 Mrd. Euro erfüllt und damit drei Monate früher als von der europäischen Finanzaufsicht EBA gefordert. Mit Hinblick auf die verschärften Eigenkapitalvorschriften nach Basel III will die Commerzbank auch in Zukunft an einer Stärkung der Eigenkapitalbasis arbeiten. Daher würden auch weiterhin die Bonuszahlungen von Mitarbeitern in Commerzbank-Aktien gewandelt.

Einen Lichtblick in den düsteren Geschäftszahlen stellte wieder einmal die Mittelstandsbank dar, wo das operative Ergebnis sogar um 12,5 Prozent auf 487 Mio. Euro zulegte. Hiervon entfielen indes 10 Mio. Euro auf die Integration von Teilen des Osteuropageschäftes, worauf Engels hinwies. Dennoch müssen die Mitarbeiter die Gürtel enger schnallen. So sank der Personalaufwand der Mittelstandsbank um 10,5 Prozent auf 316 Mio. Euro.

Wesentlich bescheidener fiel indes das Ergebnis von Corporates & Markets aus, der Investmentbank der Commerzbank. Dort generierte das Institut nur ein winziges operatives Ergebnis von 30 Mio. Euro. Hierin ist jedoch auch ein Minus von 158 Mio. Euro enthalten, das auf eine Höherbewertung der eigenen Verbindlichkeiten zurückgeht. Auch hier kreiste der Rotstift bei den Mitarbeitern: Der Verwaltungsaufwand wurde um 23 Prozent auf 340 Mio. Euro zusammengestrichen. Laut Engels wurde vor allem Personal in Backoffice-Positionen abgebaut.

Im Privatkundengeschäft verminderte sich das operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geringfügig auf 112 Mio. Euro. Hier kürzte die Commerzbank den Verwaltungsaufwand um 18 Prozent auf 727 Mio. Euro. Im Osteuropageschäft legte das operative Ergebnis um 45 Prozent auf 87 Mio. Euro zu, wobei der Verwaltungsaufwand um 12,2 Prozent auf 115 Mio. Euro vermindert wurde.

Auch weiterhin ist bei der Commerzbank kaum mit Anhebung der Vergütungen zu rechnen.  Laut Engels habe das Institut „die Kosten fest im Griff. Wir sind auf einen guten Weg, unser Kostenziel von 7,6 Mrd. Euro im Gesamtjahr zu unterschreiten.“ Auf ein konkretes Gewinnziel ließ sich Engels indes nicht festlegen. „Vorbehaltlich einer stabilen konjukturellen Lage streben wir in der Kernbank weiterhin ein solides operatives Ergebnis für 2012 an“, ergänzte Engels.

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