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Munich Re läuft der Konkurrenz hinterher: Wettbewerber in Zürich und Hannover arbeiten lukrativer

Das schicke Hauptquartier der Munich Re nahe dem englischen Garten.

Das schicke Hauptquartier der Munich Re nahe dem englischen Garten.

Auf den ersten Blick hat die Munich Re heute ein respektables Ergebnis präsentiert: So hat der Versicherungskonzern von Januar bis März 782 Mio. Euro verdient. Im Vorjahreszeitraum hatte die Münchner Rück noch einen Verlust von 948 Mio. Euro verkraften müssen.

„Ein guter Start in 2012: Bei nur wenigen Großschäden und eher freundlich gestimmten Kapitalmärkten haben wir einen kräftigen Gewinn verbucht“, kommentierte Finanzvorstand Jörg Schneider. Im Vorjahr hatte Munich Re u.a. für die immensen Schäden des schweren Erdbebens in Japan geradestehen müssen. Seither konnte das Unternehmen Prämiensteigerungen durchsetzen, was jetzt die Gewinne sprudeln lässt. Die Schadens-Kosten-Quote verminderte sich binnen Jahresfrist von 161,3 auf 94,6 Prozent.

Doch bei Lichte betrachtet sehen die Geschäftszahlen weniger rosig aus.  So verzeichnete der Weltmarktführer im Rückversicherungsgeschäft lediglich ein Ergebnis nach Steuern von 634 Mio. Euro.  Die Swiss Re als Branchenzweiter aus Zürich hatte kürzlich einen Konzernüberschuss von umgerechnet 877 Mio. Euro gemeldet.

Noch enttäuschender fallen die Ergebnisse aus, wenn die Größenordnung der Unternehmen berücksichtigt wird. So generierte jeder Beschäftigte der Munich Re in der Rückversicherungssparte im ersten Quartal gut 56. 700 Euro, bei der Swiss Re waren es immerhin schon gut 80.000 Euro. Bei der wesentlichen kleineren Hannover Rück trug jeder Mitarbeiter sogar durchschnittlich gut 117.000 Euro zum Konzernüberschuss bei, was rund das Doppelte der Munich Re ausmacht.

Wenig Freude hat die Munich Re auch mit ihrer Erstversicherungssparte, nachdem die Düsseldorfer Tochter Ergo im vergangenen Jahr mit Sexskandalen auf sich aufmerksam machte. Die Konzerntochter erwirtschaftete lediglich ein Ergebnis nach Steuern von 145 Mio. Euro, was immerhin noch deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum (53 Mio. Euro) war.

Mithin scheint die Munich Re bei Ergo auf die Kostenbremse zu drücken. So verminderte sich die Mitarbeiterzahl in der Erstversicherung um 1,5 Prozent auf 30.845 Beschäftigte. In der Rückversicherungsparte lag die Mitarbeiterzahl mit 11.175 Beschäftigten indes leicht über dem Vorjahreswert.

Für das Gesamtjahr ist Finanzvorstand Schneider positiv gestimmt: „Trotz der weiter schwierigen Wirtschaftslage sind wir optimistisch für 2012 und streben ein Jahresergebnis von 2,5 Mrd. Euro an.“

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