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UBS-Private Banker schlagen Investmentbanker – doch bei der Bezahlung ist es umgekehrt

UBS-Chef Sergio Ermotti

UBS-Chef Sergio Ermotti

Eigentlich müssten die UBS-Private Banker mit stolz geschwellter Brust durch die Bank schreiten. Denn das Wealth Management konnte seinen Vorsteuergewinn im ersten Quartal 2012 in einem schwierigeren Umfeld gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 24 Prozent auf 802 Mio. Franken steigern. Darin ist jedoch auch ein positiver Effekt von 237 Mio. Franken aufgrund von Veränderungen bei der Pensionskasse enthalten.

Im separat geführten Wealth Management Americas ging es sogar um 76 Prozent auf 209 Mio. Franken aufwärts, was aus den am heutigen Mittwoch (2. Mai) vorgelegten Quartalszahlen hervorgeht.  Wealth Management Americas habe damit einen „rekordhohen Quartalsgewinn“ verzeichnet.

Dagegen verursachten die Investmentbanker des Hauses abermals einen Verlust von 373 Mio. Franken. Im Vorjahreszeitraum waren es immerhin noch 834 Mio. Franken gewesen. Die UBS führte dies auf die Höherbewertung der eigenen Verbindlichkeiten zurück, was rechnerisch zu einem Verlust geführt habe. Andernfalls hätte die Sparte einen Gewinn von 730 Mio. Franken erzielt.

Auch das UBS-Asset Management stellte die Kollegen aus dem Investmentbanking in den Schatten. Dort kletterte der Vorsteuergewinn um 26 Prozent auf 156 Mio. Franken. Im Geschäft mit Privat- und Geschäftskunden in der Schweiz konnte die UBS sogar um 43 Prozent auf 575 Mio. Franken zulegen. Auch hier beeinflussen die Veränderungen bei der Pensionskasse das Ergebnis positiv.

Damit erweist sich das Investmentbanking einmal mehr als Achillesferse des eidgenössischen Bankengiganten. Unter dem Strich musste sich die Gesamtbank mit einem Vorsteuergewinn von nur 1,3 Mrd. Franken begnügen, was 54 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum waren. Ohne Sondereffekte wie die Höherbewertung eigener Verbindlichkeiten hätte das Vorsteuerergebnis indes 2,2 Mrd. Franken betragen, worauf bei der Analysten-Konferenz Bankchef Sergio Ermotti und Finanzchef Tom Nartil gleich mehrfach hinwiesen.

Die Umlegung der Vorsteuergewinne auf die Mitarbeiterzahl bestätigt den himmelweiten Vorsprung der Private Banker vor den Investmentbankern. So trug jeder Mitarbeiter aus dem Wealth Management mit durchschnittlich 51.600 Franken zum Vorsteuergewinn bei, gefolgt vom Privat- und Firmenkundengeschäft mit gut 50.000 Franken. Dagegen verursachte jeder Investmentbanker einen Vorsteuerverlust von über 22.000 Franken

Vorsteuerergebnis pro Kopf in Franken

Wer viel Gewinn generiert, wird bescheiden bezahlt

Bei der Bezahlung herrscht hingegen verkehrte Welt. Beim Personalaufwand pro Kopf liegen die Investmentbanker des Hauses mit fast 90.000 Franken – wohlgemerkt nur für das erste Quartal –  einsam an der Spitze. Auf dem zweiten Platz der UBS-Spitzenverdiener folgt das ertragsschwache Wealth Management Americas mit fast 69.000 Franken – und das trotz Frankenstärke. Dagegen erhalten die Mitarbeiter des Schweizer Privat- und Firmenkundengeschäfts mit rund 22.000 Franken und die Mitarbeiter des übrigen Wealth Managements mit knapp 36.000 Franken nur eine vergleichsweise bescheidene Entlohnung.

Personalaufwand pro Kopf in Franken

Dabei muss indes beachtet werden, dass die besagten Veränderungen bei der Schweizer Pensionskasse – rein rechnerisch – dazu führen, dass die Gewinne in den besonders betroffenen Bereichen Wealth Management und Retail & Corporate höher und der Personalaufwand niedriger ausfallen. Dennoch zeugen die Zahlen von einer unausgewogenen Balance zwischen Gewinnbringern und des Gehaltsniveaus bei der UBS. Finanzchef Tom Nartil betonte denn auch bei der Analystenkonferenz, dass es gelte, die Vergütungen der Investmentbanker an die veränderten Verhältnisse anzupassen und gleichzeitig attraktiv für Toptalente zu bleiben. Da hat die UBS noch einige Arbeit vor sich.

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