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DB-Quartalszahlen: Griechische Ohrfeige für Anshu Jain – dennoch werden reichlich Investmentbanker angeheuert

Der kometenhafte Aufstieg des Top-Investmentbankers Anshu Jain an die Spitze der Deutschen Bank hat bei den jetzt vorgelegten Quartalszahlen einen Dämpfer erhalten. So konnte die Sparte lediglich 779 Mio. Euro zum Konzerngewinn beitragen, was 5 Prozent weniger sind als im Vorjahreszeitraum.

Die Erträge im Corporate and Investmentbanking sind im Vergleich zum traditionell starken ersten Quartal um fast 30 Prozent auf nur noch 4,7 Mrd. Euro eingebrochen.

Insgesamt konnte die Deutsche Bank den Vorsteuergewinn gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent auf 1,524 Mrd. Euro steigern. Das Nettoergebnis lag mit 1,17 Mrd. Euro etwas über den Analystenerwartungen von 1,05 Mrd. Euro.

DB-Chef Josef Ackermann führte dieses schwache Ergebnis auf die Turbulenzen infolge der Griechenlandkrise zurück. “In einem Quartal, das von erhöhter Unsicherheit der Investoren und höherer Marktvolatilität geprägt wurde, konnte sich auch unser Investmentbanking dem branchenweiten Trend zu schwächerer Profitabilität nicht entziehen.”

Investmentbanker müssen Gürtel enger schnallen

Damit müssen auch die Mitarbeiter im Investmentbanking den Gürtel ein wenig enger schnallen. So stürzte die Gesamtvergütung gegenüber dem Vorquartal um 26 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro ab.

Dagegen geht der Personalaufbau in der Sparte munter weiter: Von Ende März bis Ende Juni stieg die Mitarbeiterzahl um fast 1400 Vollzeitstellen oder um knapp 10 Prozent auf 15.852 Beschäftigte. Folglich wandte der deutsche Branchenprimus für jeden Investementbanker durchschnittlich 88.000 Euro auf.

Ertragsschwaches Privatkundengeschäft

Gerade einmal 233 Mio. Euro Vorsteuergewinn erwirtschafteten die fast 24.000 Beschäftigten im Bereich Private & Business Clients, womit sich das Retailgeschäft der Deutschen Bank auch weiterhin als äußerst ertragsschwach erweist.

Im Bereich Asset and Wealth Management sieht es mit einem Vorsteuergewinn von lediglich 45 Mio. Euro noch schlechter aus. In dieser Sparte arbeiten immerhin rund 9500 Beschäftigte.

Da in den beiden Sparten zusammen lediglich Vergütungen von 848 Mio. Euro angefallen sind, errechnet sich ein durchschnittlicher Personalaufwand pro Kopf von gerade einmal etwa 25.400 Euro.

Durch Sal. Oppenheim steigt konzernweit die Mitarbeiterzahl

Die Integration von Sal. Oppenheim schlägt sich auch in einer gestiegenen Mitarbeiterzahl nieder. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wuchs die Zahl um 4 Prozent auf annähernd 82.000 Beschäftigte. Allein in Deutschland legte die Mitarbeiterzahl um 9 Prozent auf knapp 30.500 Vollzeitstellen zu. Die Vergütungsquote belief sich konzernweit auf 42,4 Prozent.

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