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GASTKOMMENTAR: Die jämmerlichen Zombies, die keine Anspielung verstehen

In der Londoner City bedeutet ein Nullbonus nur eines ganz allein: Sie gibt es nicht mehr, Sie sind Vergangenheit und Sie sind ein Ex-Banker.

Bei einem Nullbonus handelt es sich um einen nicht sonderlich subtilen Weg, Ihnen mitzuteilen, dass Sie überflüssig sind und so viel Anstand haben sollten, sich einfach unter den nächsten Stein zu verkriechen und zu sterben.

Denn die Arbeitgeber gehen davon aus, dass Sie Ihren seelenzerstörenden Job nur ausüben, um riesige Boni einzustreichen und die Vorenthaltung besagter Boni jeden Grund beseitigt, sich mit der stumpfsinnigen Schinderei abzugeben, die Ihr Job unvermeidlich mit sich bringt.

Ein Nullbonus ist nichts anderes als eine kreative Form der Entlassung. Diese wird von Banken favorisiert, da dies sie weitaus billiger kommt, als Sie tatsächlich rauszuschmeißen.

Das Problem besteht einfach darin, dass die Nachricht bei einigen stumpfsinnigen Idioten einfach nicht ankommt. Diese Verlierer hängen wie Aussätzige im Büro herum, obgleich sie die bankenspezifische Version eines Kündigungsschreibens erhalten haben. Sie wandeln umher wie lebende Tote und scheinen die abfälligen Kommentare, die hinter ihren Rücken geflüstert werden, ebenso wenig wahrzunehmen wie die Totenstille, die sich einstellt, sobald sie den Raum betreten.

Der Hauch des Todes folgt ihnen und niemand möchte mit ihnen in Verbindung gebracht werden aus Angst, dass sie sich ihre scheußliche Krankheit einfangen und dass sie im kommenden Jahr auch einen Nullbonus erhalten.

Nein, wenn Ihnen die Bank sagt, dass Sie gehen sollen, dann besteht Ihre einzige Option darin, tatsächlich das Unternehmen zu verlassen.

Denn wenn ein Arbeitgeber einmal damit durchgekommen ist, Ihnen keinen Bonus zu zahlen und Sie bleiben an Bord, dann wissen diese, dass sie auch im nächsten Jahr damit wegkommen werden. Versuchen Sie einen neuen Arbeitgeber zu finden, der nichts von Ihrer feierlichen Erniedrigung gehört hat, nehmen Sie brav Ihre Pillen und betreten Sie den Raum des Vorstellungsgespräches wie ein Pitbull auf Drogen. Geben Sie vor, sich verändern zu wollen, weil Ihr alter Arbeitgeber Ihre “Kreativität erstickte” oder irgendeinen anderen Unsinn und hoffen Sie, dass sie nichts von der Wahrheit erfahren haben.

Äußerlichkeiten sind alles in der Londoner City. Wenn Sie also wie ein Gewinner auftreten, dann sind Sie schon auf dem richtigen Weg.

Geraint Anderson ist der Autor von “Cityboy – Geld, Sex und Drogen im Londoner Finanzdistrikt”.

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