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Wieso Sie bei einer Bad Bank arbeiten sollten: EAA schafft mindestens 30 neue Stellen und zahlt fürstlich

EAA-Vorstand Matthias Wargers stellt kräftig ein.

EAA-Vorstand Matthias Wargers stellt kräftig ein.

Die Abwicklung der WestLB entwickelt sich für die Erste Abwicklungsanstalt (EAA) zu einem Stellenmotor. So muss die Bad Bank der WestLB nach der beginnenden Abwicklung der Landesbank ab dem 1. Juli ein weiteres Portfolio toxischer Wertpapiere von voraussichtlich 100 Mrd. Euro übernehmen, wie die EAA jetzt bei der Vorstellung ihrer Geschäftszahlen für 2011 verkündete.

Das mag den Steuerzahler schrecken, generiert aber Arbeitsplätze. Denn laut einer Unternehmenssprecherin muss die EAA zur Bewältigung dieser Aufgabe voraussichtlich mindestens 30 neue Stellen schaffen. Dabei hatte die Bad Bank ihre Beschäftigtenzahl schon in 2011 von 24 auf 49 verdoppelt. Derzeit beschäftigt die EAA bereits 70 Mitarbeiter und will die Beschäftigtenzahl – je nach Beschaffenheit des neuen WestLB-Portfolios – auf 100 bis 130 aufstocken. Die zusätzlichen Mitarbeiter würden nicht von der WestLB übernommen, sondern auf dem Markt rekrutiert. Die Arbeitsverträge seien zumeist unbefristet.

Besser noch: Die EAA scheint durchaus fürstlich zu zahlen. Denn laut dem Geschäftsbericht weist das öffentliche Institut einen Personalaufwand von 8,3 Mio. Euro aus. Somit ließ die EAA pro Mitarbeiter durchschnittlich 169.436 Euro springen. Damit stellt die Bad Bank sogar die Deutsche Bank mit einem Personalaufwand von lediglich rund 130.000 Euro in den Schatten, obgleich auch der deutsche Branchenprimus nach einem eFinancialCareers-Ranking bei der Bezahlung in Deutschland einen Spitzenplatz einnimmt. Die EAA betont, dass es sich bei der Bad Bank um eine Steuerungseinheit handle und daher viele Führungskräfte beschäftige. Ein Vergleich mit einer Bank sei daher nicht stichhaltig.

Dabei dürfte die EAA als Arbeitgeber wichtiger sein, als die nackten Mitarbeiterzahlen vermuten lassen. Denn die Bad Bank weist insgesamt einen wesentlich höheren Verwaltungsaufwand von 127,2 Mio. Euro auf. Mithin dürfte eine Reihe der WestLB-Mitarbeiter indirekt durch die EAA bezahlt werden, für die sie Dienstleistungen erbringen. Ansonsten würde die Höhe der Verwaltungsausgaben keinen Sinn machen.

Die EAA musste jedoch in 2011 einen Verlust von 878 Mio. Euro verkraften, wofür hauptsächlich Abschreibungen auf Griechenland-Anleihen in Höhe von 848 Mio. Euro verantwortlich waren. Trotz des herben Verlustes gibt sich EAA-Vorstand Matthias Wargers zuversichtlich: „Unser Ziel bleibt die schwarze Null am Ende des Abwicklungszeitraums.“

Bei ihrem Start zum 1. Januar 2010 hatte die EAA toxische Wertpapiere von der WestLB in Höhe von 77,5 Mrd. Euro übernommen. Dieses Portfolio wurde bis Jahresende 2011 auf 51 Mrd. Euro abgebaut.

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