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Starke Nachfrage und Traumgehälter für Wirtschaftsjuristen

Banken und Wirtschaftskanzleien buhlen derzeit um erfahrene Wirtschaftsjuristen. Deren Gehälter sind in den letzten Jahren explodiert.

Für Inhouse-Juristen in Banken und Anwälte in Wirtschaftskanzleien gilt derzeit: Gehälter und Nachfrage steigen. Kathrin Schwarz, Leiterin des Bereichs Legal der Frankfurter Personalberatung Smith & Jessen, weiß: “Juristen für die Transaktionsberatung in den Bereichen Private Equity und M&A sind begehrt, ebenso Immobilienwirtschaftsrechtler, die derzeit eine immense Nachfrage erfahren.”

Neben den Kanzleien versuchen insbesondere Immobilien-KAGs und ausländische Private-Equity-Investoren sich entsprechendes Know-how inhouse zu sichern, um nicht auf externe Ressourcen zurückgreifen zu müssen. In den Banken sind zudem Juristen mit Schwerpunkt Bank- und Kapitalmarktrecht gefragt und insbesondere Juristen mit Derivate-Expertise.

Berufserfahrene Kräfte sind knapp. Die Banken werben daher das Personal von Wirtschaftskanzleien ab. Gelockt wird dabei entweder mit Gehaltsanstiegen, die sich aus den Bonifikationen im Investmentbanking ergeben, oder aber auch – wie in den klassischen Rechtsabteilungen – mit geregelten Arbeitszeiten. Denn die Arbeitsbelastung bei den Großkanzleien ist nicht kleiner als beispielsweise in den Front Offices der Investmentbanken.

Die Großkanzleien suchen daher ihrerseits mittlerweile relativ verzweifelt nach Personal. Zunehmend wird dabei auch auf so genannte Quereinsteiger aus anderen Kanzleien oder auch aus Rechtsabteilungen zurückgegriffen. Gefragt sind auch berufsunerfahrene Hochschulabsolventen. Diese sollten idealerweise über mindestens ein Prädikatsexamen, einen Doktor- oder LLM-Titel verfügen und mehrsprachig sein.

Um den Personal-Exodus zu vermeiden, drehen die Großkanzleien an der Gehaltsschraube. Besonders tat sich dabei zunächst die Kanzlei Hengeler-Müller mit extremen Gehaltssteigerungen hervor. Die anderen Kanzleien zogen nach. “Die ersten Kanzleien haben mittlerweile die 100.000 Euro-Grenze bei den Einstiegsgehältern für Absolventen geknackt”, weiß Schwarz. Fixgehälter – wohlgemerkt!

Die Grundgehälter von Associates in deutschen Topkanzleien können bis zum sechsten Berufsjahr derzeit auf 160.000 bis 200.000 € steigen, wie eine Erhebung des Branchenmagazins “azur” zeigt. “Diese Dimensionen gelten allerdings wirklich nur für die Crème de la Crème”, relativiert die Headhunterin.

Ihrer Ansicht nach hat sich das Gehaltsgefüge mittlerweile eingependelt: “Diese Gehaltsdimensionen könnten für eine Weile Bestand haben, wenn nicht irgendetwas Unvorhergesehenes die Nachfrage nach Wirtschaftsjuristen nochmals eklatant ansteigen ließe.” In den Rechtsabteilungen, wo die Gehälter niedriger liegen, als in den Produktionsabteilungen der Banken, sieht Schwarz hingegen noch Spielraum für moderate Gehaltssteigerungen.

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