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Die Zeiten der Cash-Boni sind vorbei: Wie sich die AIFMD auf die Vergütungen bei Hedgefonds, Private Equity und Immobilienfonds auswirkt

Die Vergütungsstrukturen bei Hedgefonds und anderen alternativen Investments gleichen immer mehr einem Labyrinth.

Die Vergütungsstrukturen bei Hedgefonds und anderen alternativen Investments gleichen immer mehr einem Labyrinth.

„Wir staunen bei unseren Gesprächen immer wieder, wie wenige Fondsgesellschaften ihr Personal bereits über die bevorstehenden Eingriffe in die Vergütungsstruktur informiert haben“, staunt Rolf Gruber von PwC in Frankfurt. Denn mit der Umsetzung der Alternative Investment Funds Managers Directive (AIFMD) bis zum Juli 2013 greift die EU erstmals in die Vergütungsstrukturen der Asset Management Branche ein – und das gründlich. Entsprechende Bestimmungen finden sich bei den UCITS-Fonds noch nicht.

Der AIFMD unterliegen alle Fonds, die nicht durch UCITS geregelt werden. Dazu zählen u.a. Hedgefonds, Private Equity-Fonds, Immobilienfonds sowie die diversen Spielarten geschlossener Fonds.

„Dabei sind die Regeln, die die EU-Richtlinie für die Vergütungen vorsieht, durchaus einschneidend“, ergänzt Gruber. Bislang habe es hierzu keine Regulierung in der Branche gegeben. Folglich waren Cashboni die Regel. Doch dies wird sich nun ändern. PwC zählt dabei vor allem vier Folgen auf:

1. „Variable und feste Vergütung müssen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Hohe Boni für riskantes Zocken sollen damit künftig ausgeschlossen werden.“

2. „Mindestens die Hälfte der variablen Vergütung muss aus Anteilen des eigenen Investmentfonds bestehen. Das soll das Interesse an der Wertentwicklung des eigenen Fonds steigern.“

3. „Die Verträge müssen Malus-Regelungen und Rückforderungsmöglichkeiten bei schlechter Performance des Fonds vorsehen.“

4. „Mindestens 40 Prozent der variablen Vergütung müssen zeitversetzt ausgezahlt werden. Das soll das Management motivieren, auch langfristige Ziele zu verfolgen.“

Diese Bestimmungen gelten indes nicht nur für die exklusive Gruppe der Hedgefonds-Manager mit Traumgehältern, sondern für sämtliche Beschäftigte, „die das Risikoprofil des Fonds wesentlich beeinflussen.“ Mithin unterliegen auch Risikomanager und andere Mitarbeiter in Kontrollfunktionen den Vergütungsbestimmungen der AIFMD.

Laut Gruber gebe es dabei noch eine ganze Reihe offener Fragen. So sei beispielsweise ungeklärt, wie die Manager der in Deutschland verbreiteten geschlossenen Fonds künftig vergütet werden. Denn manche Anleger möchten gar nicht, dass sich die Manager an den Vehikeln beteiligen. Außerdem gebe es für viele geschlossene Fonds keinen Zweitmarkt. Falls die Boni in derartigen Beteiligungen ausgegeben würden, könnten die variablen Vergütungselemente kaum liquidiert werden.

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