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Das Goldman Sachs-Massaker versus das Jefferies-Glück

Kürzlich geschah eine für Goldman Sachs hässliche Sache: Analysten von Barclays Bank kürzten die Gewinnprognosen für das zweite Quartal um 65 Prozent. Darüber hinaus verringerten sie auch die Q2-Prognosen für die Erträge aus dem M&A-Geschäft von Goldman Sachs um 25 Prozent, für die ECM-Erträge um 50 Prozent und für die DCM-Erträge sowie für die FICC- und Aktienerträge um 40 Prozent. Insgesamt fallen die prognostizierten Quartalserträge aufgrund der Volatilität des zweiten Quartals um 32 Prozent geringer aus als ursprünglich erwartet.

Dagegen geschah am Dienstag etwas für Jefferies sehr gutes: Die mittelgroße Bank veröffentlichte ihr Ergebnis für die zurückliegenden fünf Monate – samt vorteilhafter Vergleiche mit dem ersten Halbjahr von 2009. Trotz des kürzeren Zeitabschnitts und trotz der Tatsache, dass das Investmentbanking weltweit seit Januar die Dynamik eines Blumenkohls aufweist, legten die Erträge aus dem Geschäft um 123 Prozent zu.

Was geht da vor sich?

Laut dem US-Analysten Dick Bove müssen die Ergebnisse von Jefferies mit einer gewissen Vorsicht genossen werden: “Jefferies vertraut darauf, die geringstmögliche Datenmenge in ihrer Mitteilung zu liefern, so meldet Jefferies keine Monatsergebnisse und keine wirklich vergleichbaren Zahlen”, notiert Bove.

Dennoch gibt es wenig daran zu zweifeln, dass Jefferies recht erfolgreich ist – besonders im Investmentbanking, wo sich die kräftigen Einstellungen auszuzahlen scheinen.

Und Jeffries kann zahlen

Als mittelgroße Bank fliegt das Institut gewissermaßen unterhalb des Radars und Jefferies kann auch für seine Expansionspläne bezahlen.

Die Bank hat ihre Beschäftigtenzahl im zurückliegenden Quartal um 92 Leute angehoben und sogar um 514 Personen binnen Jahresfrist (womit Jefferies seine Mitarbeiterzahl um 22 Prozent gesteigert hat).

So meldete Jeffries erst gestern, Roland Sand von der Credit Suisse als Chef seines deutschen Investmentbanking gewonnen zu haben. Sand soll die Stelle am 1. Oktober antreten und von London und Frankfurt aus arbeiten. Zuvor ist Sand bei der Credit Suisse u.a. für Technologie- und Medienwerte verantwortlich gewesen.

Die Vergütungen machen mittlerweile 57 Prozent der Erträge aus.

Zum Vergleich: Die Vergütungsquote bei Goldman Sachs beläuft sich auf 43 Prozent im zweiten Quartal und bei Barclays wird sie nach den Prognosen für das Gesamtjahr bei etwa 40 Prozent liegen.

Die durchschnittliche Vergütung pro Kopf wird bei Goldman Sachs und Jefferies mit einer Summe von 480.000 US-Dollar wahrscheinlich ganz ähnlich ausfallen. Denn Jefferies pokert nicht nur, sondern zahlt auch ganz gut.

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