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Das ultimative Ranking 2012: Wer von den deutschen Banken am besten zahlt und wo die Mitarbeiter ihr Geld wert sind

Photo via Wikipedia

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Nachdem es noch einmal in dieser Woche von deutschen Banken Geschäftsabschlüsse für 2011 hagelte, ist jetzt wieder die Zeit für unser ultimatives Ranking für 2011 gekommen. Welche der deutschen Banken haben im zurückliegenden Jahr das meiste Geld für ihre Mitarbeiter springen lassen und waren die Beschäftigten tatsächlich ihr Geld wert? Dazu haben wir die Angaben zu Vorsteuergewinn und Personalaufwand durch die jeweilige Mitarbeiterzahl – umgerechnet auf Vollzeitstellen – geteilt, um kleinere und größere Institute miteinander vergleichen zu können. Ein ähnliches Ranking für die Schweiz ist kürzlich auf eFinancialCareers.ch erschienen.

Bei dem Ranking muss beachtet werden, dass der Personalaufwand pro Kopf nicht etwa mit den Bruttovergütungen gleichgesetzt werden darf, denn hierin sind auch weitere Arbeitgeberkosten für Sozialabgaben oder Altersvorsorge enthalten. Leider haben es einige Institute bis zum heutigen Tage noch nicht geschafft, Geschäftszahlen zu veröffentlichen – wie etwa Dekabank und NordLB, weshalb sie im Ranking fehlen. Außerdem halten sich einige Banken zu detaillierten Angaben zu Personalaufwand für einzelne Geschäftsbereiche zurück wie z.B. die Commerzbank.

Die lukrativsten Mitarbeiter arbeiten bei der Hypo Vereinsbank

Der deutsche Branchenprimus rutschte beim Vorsteuergewinn pro Mitarbeiter in 2011 auf einen Platz im guten Mittelfeld ab. Jeder der fast 101.000 Beschäftigten trug mit rund 53.400 Euro zum Ergebnis der Bank bei. Damit lag die Deutsche Bank deutlich hinter der HVB, die sich mit einem Vorsteuergewinn von 83.000 Euro den ersten Platz sicherte – an dieser Stellen schon einmal Gratulation nach München. Doch auch Helaba (ca. 82.000 Euro), HSBC Trinkaus (79.000 Euro) und sogar die Aarealbank (77.500 Euro) konnten sich vor die Deutsche Bank schieben.

Diese Durchschnittswerte dürfen allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass es durchaus wesentlich lukrativere Geschäftssparten gibt. So konnte die HVB in ihrem Investmentbanking – trotz des schwierigen Marktumfeldes – in 2011 mit einem Vorsteuergewinn von stolzen 323.000 Euro glänzen. Und auch das mit weniger als 2000 Mitarbeitern recht überschaubare Investmentbanking der Commerzbank verzeichnete einen Vorsteuergewinn von 293.000 Euro pro Mitarbeiter, gefolgt von den Kollegen aus der Mittelstandsbank mit rund 278.000 Euro.

Erst an vierter Stelle folgt die Deutsche Bank – als einer der Weltmarktführer der Branche – mit gut 265.000 Euro. Die gute Konjunktur hierzulande hat den kleineren, im deutschen Markt verwurzelten Instituten wohl einen Wettbewerbsvorteil beschert. Das dürfte die zeitgenössische Version der Geschichte von David und Goliath sein.

Quelle: Geschäftsberichte 2011 und Unternehmensmitteilungen. Für die Helaba werden 6000 und für die DZ Bank 27.700 Mitarbeiter angesetzt.

Am besten zahlt jedoch die Deutsche Bank

Bei der Bezahlung ergibt sich indes eine ganz anderes Bild: Trotz der Übernahme von rund 20.0000 Postbankern verteidigte die Deutsche Bank beim Personalaufwand pro Kopf souverän den ersten Platz. Für jeden ihrer 101.000 Beschäftigten ließ der deutsche Branchenprimus rund 130.000 springen. Auf dem zweiten Platz landete ausgerechnet die HSH Nordbank mit 111.000 Euro, obwohl es sich um das einzige Institut unter den Teilnehmern handelte, das rote Zahlen schrieb. Nichts belegt besser, dass ein Zusammenhang zwischen Höhe der Gehälter und der Gewinne in das Reich der Legenden gehört.

Die Spitzenverdiener stellten in 2011 mit einem Personalaufwand pro Kopf von 333.000 Euro die Investmentbanker der Deutschen Bank dar, gefolgt von den Investmentbankern der HVB mit 153.000 Euro. Allerdings versteckt die Deutsche Bank das Backoffice-Personal ihres Investmentbankings in separat geführten Infrastruktureinheiten, weshalb die Daten nicht wirklich vergleichbar sind.

Quelle: Geschäftsberichte 2011 und Unternehmensmitteilungen. Für die Helaba werden 6000 und für die DZ Bank 27.700 Mitarbeiter angesetzt.

Die Bayern haben die Kosten im Griff

Ein wiederum völlig anderes Bild zeigt die Kostenertragsquote, aus der sich die Marge im Geschäft ermessen lässt. Je niedriger der Kostenanteil an den Erträgen ausfällt, um so mehr bleibt für die Bank übrig. Erstaunlicherweise landet hier die BayernLB mit einer Quote von nur 55,3 Prozent unter der Gesamtbanken auf Platz 1. Noch mehr Geld lässt sich in Deutschland nur noch im Investmentbanking und im Geschäft mit größeren Unternehmen verdienen. So weist die Mittelstandsbank der Commerzbank eine Kostenertragsquote von nur 46 Prozent und das HVB-Investmentbanking von 46,5 Prozent auf.

Dagegen landet die Deutsche Bank mit 78,2 Prozent auf einem hinteren Platz und auch die Investmentbanker des Hauses schneiden mit 76 Prozent nur wenig besser ab. Damit scheint die Deutsche Bank entweder ein Kosten- oder ein Ertragsproblem zu haben. So hatte der HVB-Chef Theodor Weimer gestern erst betont, dass die Kostenquote seines Hauses von 62,1 Prozent zu hoch sei (!) und einer dringenden Korrektur bedürfe.

Quelle: Geschäftsberichte 2011 und Unternehmensmitteilungen

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