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GASTKOMMENTAR: Die lächerlichen Wege, wie Banken einstellen

Eines Tages bei der Arbeit erhielt ich diverse Anrufe von verschiedenen Headhuntern, die mich von einem Jobwechsel zu überzeugen versuchten. Eines dieser Executive Search-Unternehmen versuchte mir einen Job bei einer konkurrierenden Bank schmackhaft zu machen. Dabei handelte es sich exakt um den gleichen Geschäftsbereich wie mein eigener und es wurde ein sehr ähnliches Anforderungsprofil verlangt.

Als ich noch darüber nachgrübelte, kam mir ein Geistesblitz: Es handelte sich um einen Job, den bis vor kurzem ein Freund von mir ausübte. Er hatte die Stelle vor einer Woche aufgegeben, weil er nicht gut genug bezahlt wurde: Weder er noch seine Kollegen – von denen ich die meisten von der Uni her kenne – haben weder eine Gehaltserhöhung noch einen Bonus erhalten. Schlimmer noch: Sie stellten fest, dass kürzlich eingestellte Uniabsolventen höhere Basisgehälter erhielten als sie selbst. Viele waren darüber entrüstet und sind gegangen.

Wie nicht anders zu erwarten, brachte dies ihren ehemaligen Arbeitgeber in Verlegenheit. Dort klaffte eine große Lücke und das Unternehmen musste sich auf dem Arbeitsmarkt umsehen, um diese zu füllen.

Der besagte Headhunter stellte Untersuchungen über mein Gehalt an. Daher weiß ich zufällig, dass mein Grundgehalt beträchtlich höher liegt als das meines Freundes und ich weiß, dass ich einen Bonus erhalten habe und er nicht. Doch als ich dies dem Headhunter erzählte, entgegnete er, dass die Bank bereit sei, mir mehr als mein gegenwärtiges Gehalt zu zahlen.

Dies ist offensichtlich lächerlich. Ob ich auf die Stelle passe oder nicht, ist eigentlich gleichgültig. Doch wenn ich das Angebot annehmen würde, was nicht der Fall ist, dann wüsste ich nichts von dem Job. Denn die beste Person für die Stelle ist mein besagter Freund, der alles Erforderliche mitbringt.

Doch anstatt ihn anständig zu bezahlen, um ihn zurückzuhalten, drängte die Bank ihn mit einer unfairen Vergütungspolitik zur Kündigung. Das haben sie getan, nachdem sie eine riesige Menge an Zeit und Energie aufgewandt haben, um ihn für ihr Traineeprogramm ausfindig zu machen und ihn auszubilden. Jetzt ist er weg und sie werfen mir das Geld hinterher.

Worin besteht denn da der Sinn?

Kommentare (2)

Comments
  1. wie ich in meinem Artikel
    “GASTKOMMENTAR: Wieso gute Banker vor die Tür gesetzt werden und schlechte bleiben” geschrieben habe, ist es die Kurzsichtigkeit der Manager.
    Allerdings muß ich da mal hinterfragen, wie lange der Kollege im Job war und er müßte sich hinterfragen, wieso er ein soviel niedrigeres Fixgehalt hatte, dass sogar Studenten mehr bekommen.
    Klar wenn es eine kleine “Maklerbude” ist, ist die Antwort gegeben.

    Worin der Sinn besteht fragst Du. Ganz einfach, dass Management muss sparen und holen vergleichsweise günstige Neulinge, stellen dann aber fest, wenn langfristig Angestellte schlecht behandelt werden, diese gehen – und dann klafft eine Erfahrungslücke auf – und die Unfähigkeit des Managements wird offentsichtlich – siehe “Peter Prinzip”.

    Allgemein, was sich die Häuser derzeit leisten, ist beschämend!
    Ich muß nur noch herausfinden, wie man das als Mobbing oder Diskrimination darstellen kann.

  2. Deshalb funktionieren Management Buyouts auch besser als Konzerne, nicht Karriere, sondern Shareholder Value steht im Vordergrund.

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