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DER REINSURANCE-PROFI: Wie Sie einen Fuß in einen Großkonzern bekommen

Going up, or going down?

Going up, or going down?

Meist macht man sich bereits am Anfang des Studiums Gedanken, wie der spätere Berufsweg aussehen wird – und meist fällt die Wahl auf einen renommierten Großkonzern. Doch während bei Familienunternehmen die Kontakte zu Entscheidern essenziell für eine Empfehlung für den Einstieg sind, verliert das nur allzu bekannte Vitamin B durch strengere Regeln und feste Strukturen bei Konzernen seinen Nutzen. Dies liegt einerseits an den strikten Vorgaben, die ein Bewerber erfüllen muss, andererseits auch an dem Budget, das dem jeweiligen Manager zur Verfügung steht. Deshalb ist es immer von Vorteil, die Abteilung, am besten den zuständigen Manager vorab zu kontaktieren, um diese Kriterien abzuklären.

Ebenfalls gibt es etwas, das Stellenanzeigen nicht zeigen: zum Beispiel, wie verzweifelt eine Abteilung einen Bewerber sucht. Nur in einem Gespräch findet man heraus, ob eventuell die Stelle schon seit Jahren besetzt werden soll, oder ob genau eine Automobilingenieurin gesucht ist. Wenn man genau weiß, in welchem Bereich man arbeiten möchte, ist es ziemlich einfach, die Telefonnummer oder Email-Adresse des Managers herauszufinden. Oder man ruft einfach in der Telefonzentrale an. Natürlich kostet dies etwas Überwindung, allerdings zeugt dies von Interesse und Willensstärke – also genau von dem, was den Unterschied zu anderen Bewerbern ausmacht. Und daran erinnert sich der Manager beim ersten Interview – vorausgesetzt man kommt bis dorthin. Denn genau dies ist wahrscheinlich die größte Hürde im Bewerbungsprozess, denn standardisierte und automatisierte Plattformen sind genau eines nicht – menschlich. Daher ist es wichtig, im ersten Bewerbungsschritt keine Fehler zu begehen.

Zunächst sollte man jede Eingabemaske komplett und ohne Fehler ausfüllen, denn selbst der kleinste Rechtschreibfehler führt zum sofortigen Ausschluss. Auch das Anschreiben sollte individuell auf die Firma und die Abteilung angepasst sein. Hierbei hilft das vorher erwähnte essenzielle Gespräch mit dem Abteilungsleiter, den man dann im Anschreiben zitieren sollte. Vorher kommt jedoch meistens ein Intelligenz- und Mathematiktest – für viele der erste Grund, in Panik zu verfallen, was jedoch komplett unnötig ist. Der beste Tipp, den man geben kann, besteht darin, möglichst viele Online-Bewerbungsplattformen zu nutzen, weil die Tests im Großen und Ganzen standardisiert sind. Und bekanntlich macht Übung den Meister. Deshalb sollte man sich Schritt für Schritt bei ‘zweiter Wahl’-Firmen bewerben, um bei dem Wunscharbeitgeber bereits Erfahrung und Routine mitzubringen. Jedoch immer mit individueller Anpassung an das jeweilige Unternehmen, da Standardbewerbungen – wie erwähnt – sofort durch das Raster fallen.

Der nächste Schritt stellt das Telefon-, Video- oder persönliche Interview dar, wobei allein schon die Vorstellung bei vielen Schweißausbrüche auslöst. Jedoch muss man sich zwei Dinge vor Augen halten: Erstens will man mit diesen Leuten zusammenarbeiten und zweitens ist man nur eingeladen, weil der Manager an einem interessiert ist. Deshalb sollte man auf keinen Fall arrogant wirken, sondern natürlich und vor allem interessiert. Fragen Sie viel! Hat man mit dem Manager vorher schon telefoniert, verfügt man sogleich über eine Gesprächsgrundlage, die man nutzen sollte. Man sollte ebenfalls zeigen, dass man Spaß an der Bewerbung, dem Interview und vor allem an dem Job hat. Hier geht es wirklich nicht um Fachwissen, sondern nur darum, ob man mit dem Bewerber zusammenarbeiten möchte – oder kann. Denn eines ist sicher: Der Chef weiß viel mehr als man selber und in ein paar Jahren sitzt man vielleicht selber in seinem Stuhl.

Unser neuer Gastautor arbeitet in verantwortungsvoller Position bei einem Rückversicherungsunternehmen aus dem deutschsprachigen Raum.

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