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Götterdämmerung: Bei WestLB stehen tausende von Stellen zur Disposition

Laut einem Mitglied des mit dem WestLB-Verkauf beauftragten Lenkungsausschusses könnte das Institut mittelfristig auf etwa 1000 Mitarbeiter zusammengestrichen werden, wie das Handelsblatt berichtet. Damit stünden bei der krisengeschüttelten Landesbank fast 4000 der noch 4993 Mitarbeiter zur Disposition.

“Die Dramatik ist kaum zu überbieten”, sagte ein Verhandlungsteilnehmer gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. So müssen die Eigner der WestLB, das Land Nordrhein-Westfalen, die beiden Sparkassenverbände des Landes sowie der Bund mit seiner stillen Beteiligung der EU-Kommission einen Vorschlag für die Zukunft der West LB unterbreiten. Da die Frist am morgigen Dienstag (15. Februar) abläuft, drängt die Zeit.

Dabei gibt es lediglich drei Szenarien: Dazu zählt die Fusion mit einer anderen Landesbank, was sich indes nach dem frühzeitigen Rückzug der BayernLB erledigt haben dürfte. Auch ein Verkauf der gesamten Landesbank wird immer unwahrscheinlicher. Zwar haben laut Medienberichten die Finanzinvestoren Apollo, Blackstone und JC Flowers Angebote eingereicht, doch soll sich hierunter lediglich eine überzeugende Offerte befinden.

Alles spricht für eine Zerschlagung

Die Umstände für den Einstieg eines Investors sind überdies denkbar ungünstig. Denn jedes Engagement muss den Segen des zuständigen EU-Kommissars Joaquin Almunia erhalten, dessen Geduld mit der WestLB nach wiederholten Milliardenhilfen der öffentlichen Hand gleich null ist. Und ein Investor dürfte nur nach weiteren Milliarden für die Absicherung der verbleibenden Risiken zu einem Einstieg bereit sein. Dabei werden voraussichtlich weder die EU-Kommission noch die Sparkassenverbände mitmachen.

Als dritte und realistischste Alternative kristallisiert sich hingegen die Zerschlagung der WestLB heraus. Nach diesem Szenario würden neben der Westimmo auch das gesamte Auslandsgeschäft und die Projektfinanzierung abgestoßen werden. Übrig bliebe zunächst nur das Verbundgeschäft mit den Sparkassen, indem aber lediglich gut ein Viertel der gesamten Mitarbeiter beschäftigt ist.

Fraglich scheint die Zukunft der Mittelstandsfinanzierung sowie des Zertifikategeschäfts zu sein. “Das könnte die Bank attraktiver machen für eine spätere Konsolidierung”, zitiert das Handelsblatt einen Insider.

Viele Mitarbeiter durch beamtenähnliche Verträge auf der sicheren Seite

Die unverkäuflichen Teile des Instituts würden in die Erste Abwicklungsanstalt (EAA), die Bad Bank der WestLB, überführt und unter der Kontrolle der Aufsichtsbehörde BaFin abgewickelt werden. Das Einschalten der BaFin in den Verhandlungsprozess spricht somit auch dafür, dass es auf eine Abwicklung hinausläuft.

An einem drastischen Arbeitsplatzabbau dürften die Beschäftigten der WestLB in keinem Fall vorbeikommen. Allerdings würde auch diese Lösung ein weiteres tiefes Loch in die Landeskasse reißen. Denn viele ältere Mitarbeiter der Landesbank haben beamtenähnliche Verträge. Pensionslasten und andere Kosten im Zuge eines Arbeitsplatzabbaus dürften am Steuerzahler hängenbleiben. Mittlerweile ist bereits eine Auffanggesellschaft für die überzähligen Mitarbeiter im Gespräch.

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