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Millionärsmaschine: Wieso Sie ein “Regulated Employee” der Deutschen Bank sein sollten

Wer glaubt, ein Vorstandsposten bei der Deutschen Bank sei gut bezahlt, hat zweifellos Recht. Doch noch besser verdienen die sogenannten “Regulated Employees” des Instituts, wie aus den am heutigen Dienstag (15. März) vorgelegten Geschäfts- und Vergütungsberichten für 2010 hervorgeht.

So ließ die Deutsche Bank für ihren Vorstand im vergangenen Jahr insgesamt 32,17 Mio. Euro springen, was 5 Prozent weniger als im Vorjahr waren. Der Spitzenverdiener an der Spitze der Deutschen Bank ist Anshu Jain, der von London aus das Investment Banking leitet. Jain kassierte im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Gesamtvergütung von 7,55 Mio. Euro, während sein eigener Chef Josef (Joe) Ackermann sich mit lediglich 6,3 Mio. Euro begnügen musste.

Ein interessantes Kunststück gelang auch dem ehemaligen Co-Chef des Investmentbanking Michael Cohrs. Obgleich der US-Amerikaner die Deutsche Bank bereits Ende September verließ, avancierte Cohrs mit einer Gesamtvergütung von 3,40 Mio. Euro auf Platz drei der bestbezahlten Mitarbeiter im Vorstand der Deutschen Bank.

168 Spitzenkräfte kassieren durchschnittlich 3,9 Mio. Euro

Doch noch interessanter wird das Bild, wenn auch nachfolgende Leitungspositionen berücksichtigt werden. So zwingt die neue Instituts-Vergütungsverordnung die Deutsche Bank dazu, erstmals die Bezüge der 168 sogenannten “Regulated Employees” offenzulegen, die eine besondere Verantwortung für Performance und Risiken der Bank tragen.

Die “Regulated Employees” umfassen neben den Vorstandsmitgliedern auch diverse Personen aus den nachgeordneten Führungsebenen. Allein diese 168 Personen ließ sich die Deutsche Bank 656 Mio. Euro kosten, womit diese Gruppe unter den gut 100.000 Mitarbeitern der Deutschen Bank allein für 6,4 Prozent der gesamten Personalvergütung der Deutschen Bank in Höhe von 10,18 Mrd. Euro verantwortlich war.

Durchschnittlich kassiert jeder der “Regulated Employees” also 3,9 Mio. Euro, womit es in der Deutschen Bank eine dreistellige Zahl von Mitarbeiter zu geben scheint, die – abgesehen von Jain und Ackermann – mehr als alle anderen Vorstandsmitglieder verdienen. Denn laut dem Vergütungsbericht strichen die meisten Vorstandsmitglieder der Deutschen Bank eine Gesamtvergütung von “nur” rund 3 Mio. Euro ein (siehe unten).

Die meisten “Regulated Employees” arbeiten im Investmentbanking

Die meisten dieser Edelbeschäftigten befinden sich – wie nicht anders zu erwarten – im Corporate and Investmentbanking. Die 129 “Regulated Employees” der Investmentbankingsparte erhielten insgesamt 536 Mio. Euro oder 4,16 Mio. Euro pro Kopf.

Dagegen finden sich im Geschäftsfeld Private Clients and Asset Management mit seinen fast 42.000 Mitarbeitern gerade einmal vier “Regulated Employees”, die in 2010 zusammen 8,9 Mio. Euro oder 2,2 Mio. Euro pro Kopf erhielten.Zu der Gruppe der “Regulated Employees” zählen auch 16 sogenannte Geschäftsleiter, die mit insgesamt 18,2 Mio. Euro pro Kopf gerade einmal 1,1 Mio. Euro einstrichen.

Hinzu kommen noch 19 “Regulated Employees”, die die Deutsche Bank unter”Sonstiges” verbucht. Die Arbeit für “Sonstiges” scheint indes besonders lukrativ zu sein, denn diese Spitzenkräfte kassieren zusammen 92,4 Mio. Euro oder 4,9 Mio. Euro pro Kopf. Wer zu den “Regulated Employees” zählt, hat also gar keinen Grund, zu den armen Schluckern im Vorstand aufzusteigen – oder abzusteigen, soweit es die Bezahlung betrifft.

Hier das Vorstandsranking

Anshu Jain, Chef des Investmentbanking: 7,55 Mio. Euro.

Josef Ackermann, CEO: 6,30 Mio. Euro

Michael Cohrs, Ex Co-Chef des Investmentbanking: 3,40 Mio. Euro

Stefan Krause, Finanzvorstand: 3,1 Mio. Euro

Rainer Neske, Privatkundenvorstand: 3,05 Mio. Euro

Hugo Bänziger, Risikovorstand: 3,05 Mio. Euro

Hermann-Josef Lamberti, Personalvorstand: 2,99 Mio. Euro

Jürgen Fitschen, Regionalvorstand: 2,99 Mio. Euro

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