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Die wichtigsten Punkte aus dem UBS-Vergütungsbericht 2011: 300 Mio. extra für Investmentbanker – mit „keinem Bezug zur Leistung“

Beware the claw

Der UBS Vergütungsbericht 2011 erlaubt einen tiefen Blick in die Portemonnaies der Mitarbeiter. Demnach wurden die Boni im abgelaufenen Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent auf 2,6 Mrd. Franken zusammengestrichen, wie die UBS am heutigen Donnerstag (15. März) mitteilte.

Besonders hart traf es – Kweku Adoboli sei Dank – die Investmentbanker des Hauses mit einem Minus von 60 Prozent. Doch nicht genug damit. Die UBS lässt auch eine Clawback-Regelung greifen, wonach die Bank bereits zugesagte Bonuszahlungen wieder einkassiert.

Dabei geht es im wesentlichen um den sogenannten Equity Ownership Plan (EOP), über den die Mitarbeiter unterhalb der Konzernleitungs-Ebene ihre aufgeschobenen variablen Vergütungen erhalten. Diese Zusagen bestehen aus aufgeschobenen und zeitlich gesperrten Aktienzuteilungen, die in drei Tranchen über die drei Folgejahre ausgezahlt werden. Aufgrund des Milliardenverlustes durch die unauthorisierten Trades Adobolis streicht die UBS jetzt 50 Prozent der für 2011 fälligen Tranche in der Investmentbank. Mithin entgehen den betroffenen Mitarbeitern rund 16 Prozent der Zusagen.

 

Dem EOP unterliegen die 7000 UBS-Mitarbeiter mit einer Vergütung von mehr als 250.000 Franken oder US-Dollar. Quelle: UBS Vergütungsbericht 2011.

Die Segnungen des „Special Award Programs“

Doch ein Großteil der betroffenen Mitarbeiter müssen infolge des Streichkonzertes nicht gleich die Köpfe hängen lassen. Denn die UBS hat einen Weg gefunden, trotz der Clawbacks ihren Investmentbankern ein Extra-Zückerchen von 300 Mio. Franken zukommen zu lassen.

Dabei handelt es sich um das frisch aufgelegte „2012 Special Plan Award Program für die Investment Bank“. Offiziell soll mit diesem Programm der Weggang von Leistungsträgern vermieden werden. „Im Zuge unserer Bemühungen, Mitglieder des Senior Managements zu motivieren und sie als Mitarbeiter zu behalten, haben wir entschieden, bestimmten Managing Directors und Group Managing Directors bei der Investment Bank im April 2012 eine einmalige strategische Zuteilung zu gewähren“, heisst es weiter.

Diese Sonderzahlung stellt ausdrücklich keinen Teil des Bonuspools für 2011 dar: „Die Zuteilungen des Special Award Programms sind eine Investition in äusserst wertvolle Mitarbeiter in Schlüsselpositionen. Daher stehen sie in keinem Bezug zur Leistung im Jahr 2011 und bilden entsprechend auch nicht Teil des Bonuspools von 2011.“

Allerdings kommen nicht alle Mitarbeiter ungeschoren davon. So erhalten 17 Prozent der infrage kommenden Investmentbanker für 2011 einen Donut als Bonus, also gar nichts. In der Gesamtbank sind es lediglich 10 Prozent.

7000 Mitarbeiter kassieren mehr als 250.000 Franken oder US-Dollar

Quelle: UBS

Überdies weitete die UBS die Zahl ihrer Key Risk Takers deutlich von 200 in 2010 auf 450 in 2011 aus. Die aufgeschobenen Vergütungen der Key Risk Takers, der Group Managing Directors und der Mitarbeiter mit einem Gesamtbonus von über 2 Mio. Franken oder US-Dollar geht nur in ihr Eigentum über, wenn ihr Geschäftsbereich profitabel ist.

Abgesehen davon gibt es noch die Gruppe der Mitarbeiter mit einer Gesamtvergütung von über 250.000 Franken oder Dollar. Deren Boni werden zu 60 Prozent über drei Jahre aufgeschoben in UBS-Aktien ausgezahlt. Zu der letzten Gruppe zählen laut dem UBS-Vergütungsbericht immerhin 7000 Mitarbeiter.

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