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„Jage Elefanten“ oder wie Goldman Sachs angeblich mit seinen Kunden umspringt

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Greg Smith hat am heutigen Mittwoch (14. März) bei Goldman Sachs in London seinen Job als „Executive director and head of United States equity derivatives businesses in Europe, the Middle East and Africa“ gekündigt. Dazu hat der Südafrikaner ausgerechnet in der New York-Times einen Abschiedsbrief unter dem Titel veröffentlicht: „Wieso ich Goldman Sachs verlasse“. Dieses Schreiben hat es in sich und dürfte noch so manchen Anwalt zu Reichtum verhelfen. Denn dort schreibt Smith über den Umgang mit den Kunden bei Goldman Sachs wenig Schmeichelhaftes:

Der schnellste Weg zu einer Führungsposition bei Goldman Sachs bestehe in drei Wegen….

1. Nutze die Äxte des Unternehmens

Dabei handle es sich um die bei Goldman Sachs gebräuchliche Ausdrucksweise, um die Kunden von Investitionen in Produkte zu überzeugen, die Goldman Sachs loswerden will, weil ihr potenzieller Gewinn zu gering ausfällt.

2. Jage Elefanten

Dies bedeute: „Bringe deine Kunden dazu, das zu kaufen, was auch immer den größten Profit für Goldman Sachs abwirft – manche von den Kunden sind spitzfindig, andere sind es nicht. Sie können mich altmodisch nennen, aber ich mag es nicht, Produkte an Kunden zu verkaufen, die für sie falsch sind.“

3. Obskure Derivate verkaufen

„Finde Dich selbst auf einem Platz wieder, bei dem der Job darin besteht, illiquide, undurchsichtige Produkte mit einem aus drei Buchstaben bestehenden Akronym zu verkaufen,“ führt Smith weiter aus.

… und bei den Gesprächen gehe es um alles, nur nicht um die Kundenbedürfnisse

Smith berichtet weiter über seine Beobachtungen in Meetings: „Ich habe an Derivative Sales-Meetings teilgenommen, in denen nicht eine einzige Minute auf die Beantwortung der Frage verwendet wurde, wie wir Kunden helfen können. Es geht allein darum, wie wir das meiste Geld aus ihnen herausbekommen. Falls Sie ein Alien vom Mars wären und in einem dieser Meetings säßen, dann würden Sie glauben, dass der Erfolg und Fortschritt der Kunden überhaupt keinen Teil des Denkprozesses darstelle.“

Allerdings muss Smith selbst eingestehen, dass er niemals illegales Verhalten beobachtet habe. Der Südafrikaner befürchtet jedenfalls, dass dieses Geschäftsprinzip irgendwann nicht mehr aufgehen werde. „Es erstaunt mich, wie wenig das Senior Management von der grundlegenden Wahrheit versteht: Wenn die Kunden Ihnen nicht mehr vertrauen, dann werden sie womöglich aufhören, mit Ihnen Geschäfte zu machen. Dabei ist es gleich, wie schlau Sie sind.“

Kommentare (1)

Comments
  1. Na ja, ist das wirklich eine großartige Neuigkeit. In den meisten Unternehmen geht es darum, Geld zu verdienen. Bei Äußerungen wie der “Kunde ist König” handelt es sich doch nur um Sprüche. Somit ist es gleich, ob wir über Goldman Sachs oder die Sparkasse Pusemuckelsdorf sprechen – es ist immer das Gleiche. Die einen Verkaufen schlechte Derivate und die anderen überteuerte Spar- und Girokonten…

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