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Goldmans’ ehemaliger Head of EMEA hat einen vernichtenden Artikel über das Unternehmen verfasst

Poison pen

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Hierbei handelt es sich gewissermaßen um eine Premiere. Denn sobald jemand Goldman Sachs oder irgendeine andere Bank verlässt, unterzeichnet er üblicherweise einen Abfindungsvertrag, in dem Stillschweigen zugesichert wird, um die Aktienansprüche nicht zu verwirken.

Nicht so Greg Smith, der frühere Chef für das Geschäft mit Aktien-Derivaten in Europa, Asien und dem Mittleren Osten in London. Vielmehr hat Smith einen langen Artikel in der New York Times verfasst: „Wieso ich Goldman Sachs verlassen habe.“ Damit dürfte Smith einen Blockbuster gelandet haben und es dürfte sich um das erste PR-Desaster nach dem Abgang des langjährigen Unternehmens-Sprechers Lucas Van Praag handeln.

Der Südafrikaner Smith stieg bei Goldman Sachs vor zwölf Jahren ein. Während dieser Zeit hat er auch viele Absolventen eingestellt und als Mentor begleitet. Mithin zählt er auch zu den zehn Personen, die auf dem Absolventen-Rercruitment-Video der Investmentbank auftauchen.

Toxisch, destruktiv und herzlos

Smith beschreibt das Umfeld bei Goldman Sachs als „toxisch und destruktiv“ und behauptet, dass das Kundeninteresse beiseite geschoben werde, um mehr Geld für das Unternehmen zu generieren. Alles drehe sich darum, die Kunden zu ermutigen, „dasjenige zu traden, was dem Unternehmen den höchsten Profit verspricht.“ Angeblich würde das Unternehmen seine Kunden herzlos neppen: „Es geht nur darum, wie wir das meiste Geld aus ihnen herausschlagen können.“ Senior Manager sollen Kunden in Emails als „Deppen“ bezeichnet haben.

Doch dies war nicht immer so. Als er 2000 als Sommer-Praktikant in das Unternehmen eingetreten ist, sei Goldman Sachs noch ein Ort von „Teamwork, Integrität, Geist und Bescheidenheit gewesen und wir haben uns immer anständig gegenüber unseren Kunden verhalten.“ Smith behauptet, dass Goldman-Chef Lloyd Blankfein und Investmentbanking-Chef Garry Cohn hinter dem späteren Sittenverfall stünden.

Wird dies Blankfeins Abgang beschleunigen? Dies scheint gut möglich zu sein, obgleich er wahrscheinlich von Cohn abgelöst werden würde. Daher dürfte sich die von Smith beschriebene Unternehmens-Kultur kaum verändern.

Und wie geht es jetzt mit Smith weiter? Handelt es sich bei dem Artikel gewissermaßen um Smiths’ Abschiedsbrief aus der Branche? In diesem Fall müsste Smith sich nicht allzu sehr um seinen schlechten Ruf scheren, der zweifellos aus einem solchen Artikel erwächst. Oder beabsichtigt, Smith an anderer Stelle wieder aufzutauchen? Laut dem Verzeichnis der britischen Finanzaufsicht FSA ist Smith in London nur für ein Jahr registriert. Unterdessen wurde bemerkt, dass Smith vielleicht verägert sei, weil er es in zwölf Jahren bei Goldman Sachs nicht geschafft hat, zum Managing Director aufzusteigen.

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