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GASTKOMMENTAR: Wie Sie aus einem Job entkommen, den Sie 2009 aus Verzweiflung angenommen haben

Der Tiefpunkt der Finanzkrise liegt bald drei Jahre zurück. Dennoch ist das Desaster für viele Leute noch längst nicht vorüber. Vielmehr spüren einige Leute ihre Nachwirkungen jeden Tag in Form geringerer Bezahlung oder einem schlechteren Job.

In den finsteren Tagen von 2009 mussten viele Leute einen Job zulasten eines beständigen Lebenslaufes annehmen. Sie akzeptierten Jobs, um ihre Rechnungen zu bezahlen und so wechselten z.B. Frontoffice-Mitarbeiter ins Middleoffice, worin sie jetzt feststecken.

Falls Sie zu dieser Gruppe gehören, dann handelt es sich um eine bedauerliche Wahrheit, dass Recruiter keinesfalls dazu verpflichtet sind, wohlwollend auf Ihren Lebenslauf zu blicken. Vielmehr können diese wählerisch vorgehen. Falls sie also einen linkshändigen Französisch sprechenden Produktcontroller mit einem britischen Accounting-Zertifikat ACA suchen, der in seiner Freizeit klassisches Piano spielt, dann dürften die Recruiter womöglich fündig werden. Die Erfolgschancen sprechen somit gegen Sie.

Es gibt leider keinen Freifahrtschein, der Ihnen zu Ihrem vergangenem Ruhm zurückverhilft. Doch die folgenden Tipps können Ihnen vielleicht weiterhelfen:

1. Entnehmen Sie die relevanten Kompetenzen und Erfahrungen aus Ihrer aktuellen Sprungbrett-Position

Lehnen Sie sich zurück und überlegen Sie, welche nützlichen Erfahrungen in Ihrem gegenwärtigen Job existieren, die die für Ihren Traumjob erforderlichen Fähigkeiten aufbessern. Das mag einige Überraschungen bieten.

So sind beispielsweise Erfahrungen im Projektmanagement u.a. relevant für M&A-Prozesse. Falls Sie eine Datenbank auf dem Laufenden halten mussten, dann können Sie das als Sales-Kompetenz wiederverwerten, da Vermarkter oft mit langen Kundenlisten umgehen müssen, um den Absatzerfolg zu maximieren.

2. Betonen Sie, dass Sie im Abschwung gearbeitet haben

Arbeitgeber bevorzugen es oftmals, wenn Bewerber etwas durchstehen können und Dinge machen, die anderweitig als unangenehm empfunden werden.

Und seien wir ehrlich: In den Finanzdienstleistungen wimmelt es nur so von Leuten, die so von sich eingenommen sind, dass sie nichts “unter ihrem Niveau” machen würden. Demonstrieren Sie Ihre Arbeitsmoral und zeigen Sie, dass Sie keine Probleme damit haben, Ihre Ärmel hochzukrempeln.

3. Bleiben Sie vernetzt

Treffen Sie sich mit Leuten und betreiben Sie fleißig Networking. Stellen Sie klar, dass Sie den Job nur zeitweilig machen und dass Sie solide, langfristige Ambitionen haben. Erinnern Sie die Leute an Ihren Background und an Ihre früheren Erfahrungen und beschäftigen Sie sich so viel wie möglich mit Leuten außerhalb Ihres eigentlichen Teams.

4. Halten Sie sich auf dem Laufenden durch Freunde, die in Ihrem bevorzugtem Bereich arbeiten

Mit diesen Kontakten halten Sie Ihre Finger am Puls der Branche, in der Sie einmal gearbeitet haben, und hierüber erfahren Sie, ob irgendwelche neuen Jobchancen am Horizont auftauchen.

Der Ausbau von Teams, strategische Entscheidungen von Großbanken oder Finanzdienstleistern, in Ihr Karrierefeld vorzustoßen – alle diese Informationen erhalten Sie am besten von Profis, die es bereits hinter die verschlossenen Türen geschafft haben.

Ich kenne Leute, die sich nicht durch Ihren Werdegang auszeichneten, sondern die schlicht zuerst gekommen sind, ihr Vorstellungsgespräch nicht in den Sand gesetzt haben und die nur eingestellt worden sind, weil ihr Lebenslauf ganz oben auf dem Stapel lag.

Bei dem Autor handelt es sich um einen ehemaligen Corporate Banker, der jetzt im Private Equity arbeitet.

Kommentare (1)

Comments
  1. Mal ganz ehrlich, welche Bank, PE Boutique etc. hat 2009 Mitarbeiter – ausgenommen hochbezahlte Spezialisten – eingestellt?

    Weshalb postet ein PE Mitarbeiter in diesem Forum ? Derzeit keine Exits oder Akquisitionen am Horizont?

    Irgendwie habe ich bei Lesen Ihres Kommentars das Gefühl, dass Sie ein Personalist und kein Finanzer sind. Bitte um Kommentar.

    Mfg Krise

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