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Das Leben eines Junior-M&A Bankers aus der Sicht seiner Freundin

Your life as an analyst

Your life as an analyst

Im Rahmen einer Serie über die Karrierewege bei Finanzdienstleistern hat die britische Tageszeitung  „The Guardian“ mit der Freundin eines Nachwuchsbankers gesprochen, der kürzlich als Analyst (also als eine Art Trainee) in M&A angefangen hat. Keine Frage, mit dem Schritt hat sich ihr Leben und ihre Beziehung beträchtlich verändert. Die Freundin scheint eher verwirrt als verärgert zu sein, dennoch scheinen ihre Beobachtungen ins Schwarze zu treffen. Falls Sie auch mit dem Gedanken spielen, in M&A anzufangen, dann sollten Sie folgendes wissen:

1. Sie müssen es ernsthaft wollen

„Er wollte immer ins Banking gehen“, sagt seine Freundin. „Ich kann mich an einen Tag während unserer Unizeit erinnern, als wir über unsere Prioritäten sprachen. Für mich war dies Glück und von liebenden Menschen umgeben zu sein. Für ihn stand dies an zweiter Stelle. Der Job kam zuerst.“ Sie ergänzt: „Er ist extrem ehrgeizig. Er verfügt über mehr Willenskraft als ich jemals haben werde…“

2. Dies wird Ihr ganzes Leben beherrschen

Laut der Freundin beliefen sich die Arbeitszeiten ihres Freundes während seiner Praktikantenzeit auf 9 bis 19 Uhr. Aber: „In der ersten Woche, als sein richtiger Job begann, arbeitete er jeden Tag bis Mitternacht. Es ist schon merkwürdig, wie Sie sich daran anpassen. Wenn er jetzt um 22 Uhr mit der Arbeit aufhört, dann denke ich: Wow, das ist toll. Wenn er sehr spät nachhause kommt, dann hat er sechs Red Bull getrunken und will reden. Aber ich bin erschöpft. Ich denke mir: `Morgenfrüh können wir uns unterhalten und ausschlafen. Doch dann bekommt er eine Email, wonach er um 9 Uhr im Büro sein soll“, ergänzt sie.

Und wenn Sie sich davonstehlen? „Vor einiger Zeit waren wir Abendessen und er erhielt eine Nachricht, dass er einen kleinen Fehler gemacht hat. Das hat ihn völlig aus der Bahn geworfen. Daraufhin konnte er nicht aufhören herumzuzappeln und hörte mir nicht mehr zu. Den Rest des Abends machte er sich um seinen Job Sorgen.“

„Alles ist vorläufig geworden. Wenn wir etwas planen, dann sagt er, dass er womöglich absagen muss. Wenn wir ausgehen, dann besteht immer die Möglichkeit, dass er ins Büro zurückgerufen wird“, ergänzt sie.

3. Sie werden zunehmen und sich zum Trinken gezwungen fühlen

„Ich stichel ihn wegen seiner Gewichtszunahme“, ergänzt die Freundin. Er trinke nicht. „Dies macht es ihm bei der Bank nicht leichter. Tatsächlich haben ihm seine Eltern gesagt, dass wenn er trinken muss, um in der Bank voranzukommen, dann sei das OK.“

4. Sie haben mehr Geld in der Tasche

„Ich lebe bei meinen Eltern. Ich habe hohe Studienschulden und mein Konto ist kräftig überzogen…. Jetzt erhält er ein wirklich gutes Gehalt, er sieht schick aus – plötzlich hält er in der Beziehung alle Karten in der Hand. Er lässt Bemerkungen fallen wie: `Lass mich Dich zum Shoppen ausführen´“, sagt seine Freundin.

5. Sie werden mit Alpha-Tieren zusammenarbeiten

„Seine Kollegen sind so etwas wie Super-Menschen. Sie sehen sehr gut aus, sind intelligent und erfolgreich“, beobachtet seine Freundin.

6. Doch diese Alpha-Tiere haben keine Perspektiven

„Leider können Sie über nichts anderes als von der Arbeit sprechen. Das gleiche gilt für seinen Mitbewohner, der in der gleichen Bank, aber in einer anderen Abteilung arbeitet. Sie können sich gar nicht  vorstellen, wie langweilig und kindisch die Gespräche zwischen den beiden ausfallen können. Wer arbeitet härter, wie kommt man an den richtigen Job und wie schwierig das ist – darüber können sie sich die ganze Nacht unterhalten. `Meine Bank ist besser in M&A´ und `Dafür ist meine Bank gut in …“

7. Ihre Arbeit wird tatsächlich banal und langweilig ausfallen

„Er erzählt mir, dass er mindestens die Hälfte seiner Arbeitszeit darauf verwendet, Dokumente zu formatieren – den Zeilenabstand zu messen, damit auch alles perfekt aussieht. Präsentationen sind sehr wichtig im Banking,“  ergänzt die Freundin.

8. Leute um Sie herum brechen zusammen

„Er hat eine Kollegin, die die ganze Zeit weint. Sie kommt einfach mit dem Druck nicht zurecht… Sie weint in der Toilette und er deckt sie, indem er Entschuldigungen erfindet, wieo sie nicht an ihrem Platz ist“, erzählt die Banker-Freundin.

9. Nach einigen Jahren wollen sie nur noch weg

„Ich habe ich gefragt, ob dies der Job ist, den er für den Rest seines Lebens machen wolle und er antwortete mit Nein. Ich war überrascht…. Er erzählte mir, dass er sich nicht ganz sicher ist, aber er werde es als Analyst einige Jahre durchstehen. Danach könne er eigentlich überall hin wechseln.“

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